In den letzten Tagen verzichtete Christoph Dabrowski auf jede Art von Sportlektüre.

VfL: Prekäre Lage stimmt Dabrowski nachdenklich

"So geht es nicht weiter"

27. November 2008, 18:57 Uhr

In den letzten Tagen verzichtete Christoph Dabrowski auf jede Art von Sportlektüre.

"Das zieht einen doch noch viel mehr runter." Aber auch ohne das Studium der Zeitungen macht sich der Mittelfeldspieler seine Gedanken: "Natürlich hinterfragst du alles, was du in Training und Spiel machst. Und obwohl es vielleicht besser wäre, mal abzuschalten, beschäftigst du dich permanent mit der schwierigen sportlichen Situation."

Während er daheim an der Bochumer Stadtgrenze die nötige Ruhe findet, erinnert der Weg vom Parkplatz zur Kabine und umgekehrt schon an eine Art Spießrutenlauf. Dabrowski: "Da wird getuschelt und du merkst, dass dir da nicht nur Freundlichkeit entgegenschlägt."

Doch das ist laut Dabrowski legitim: "Das ist normal. Wenn du nur ein Spiel gewinnst, sind die Leute natürlich sauer. Uns geht es doch nicht anders. Aber wenn wir ein Patentrezept parat hätten, würden wir es doch gleich umsetzen." Der Lange, der im Fußball schon so viel erlebt hat und zu den Routiniers im Kader gehört, appelliert an die Beharrlichkeit: "Wir müssen noch mehr investieren, als wir es bisher getan haben. Wenn das jedem einzelnen gelingt, wird auch die Mannschaftsleistung eine andere sein." Dabei übersieht Dabrowski keinesfalls, dass seiner Mannschaft die Zeit davon läuft: "Die Situation wird immer prekärer. Das ist uns bewusst." Und dann schickt er einen Appell hinterher, den jeder Kollege hinterfragen kann: "Vielleicht sollten wir mal alle anderen Dinge außerhalb des Platzes beiseite schieben und uns ausschließlich auf unseren Job konzentrieren."

Zweifel an der Qualität der Mannschaft hat er nicht: "Wir sollten aber nicht den Fehler machen, uns immer an die zwar guten aber selten erfolgreichen Spiele zu klammern. Dann werden wir im Frühjahr wach und haben den Anschluss verloren. Zur Stunde haben wir das Glück, dass es ein paar Mannschaften gibt, denen es so geht wie uns. Aber jedem muss bewusst sein, dass es so nicht weitergehen kann."

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren