Zwei Spiele, zwei Siege. Diese Bilanz läßt sich sehen und spricht nicht für einen Abstiegskandidaten. So geschehen beim SV Hamborn 90. Als Metin Colak das Amt des Übungsleiters von Dirk Bollmann übernahm, stand der Klub mit fünf Punkten auf dem vorletzten Rang. Jetzt steht der Verein aus dem Duisburger Norden zwei Plätze höher und mit elf Punkten auf der Habenseite. Der Sprung von den Abstiegsplätzen ist somit erst einmal geglückt. Der Familienvater ist seit 14 Jahren im Verein. Aus beruflichen Gründen, der 31-Jährige ist im Schichtdienst tätig, hat Colak seine Fußballschuhe auf Zeit an den Nagel gehängt und widmet sich voll seiner Tätigkeit als Mann an der Linie.Revierkick.de sprach mit Colak über seinen gelungen Einstand, die Stärken des Teams und das Spiel am Sonntag.

Im Interview: Metin Colak (Trainer SV Hamborn 90)

"Ich bringe mehr Disziplin rein"

Heiko Gaeb
11. November 2006, 13:32 Uhr

Zwei Spiele, zwei Siege. Diese Bilanz läßt sich sehen und spricht nicht für einen Abstiegskandidaten. So geschehen beim SV Hamborn 90. Als Metin Colak das Amt des Übungsleiters von Dirk Bollmann übernahm, stand der Klub mit fünf Punkten auf dem vorletzten Rang. Jetzt steht der Verein aus dem Duisburger Norden zwei Plätze höher und mit elf Punkten auf der Habenseite. Der Sprung von den Abstiegsplätzen ist somit erst einmal geglückt. Der Familienvater ist seit 14 Jahren im Verein. Aus beruflichen Gründen, der 31-Jährige ist im Schichtdienst tätig, hat Colak seine Fußballschuhe auf Zeit an den Nagel gehängt und widmet sich voll seiner Tätigkeit als Mann an der Linie.Revierkick.de sprach mit Colak über seinen gelungen Einstand, die Stärken des Teams und das Spiel am Sonntag.

revierkick.de: Hallo Herr Colak, wie kam es, dass Sie das Amt des Trainers bei Hamborn 90 übernommen haben?

Colak: Nach der unglücklichen Pleite bei Preußen Duisburg war es klar, dass die Reißleine gezogen werden musste. Wir standen ganz weit unten und ein Abstieg muss bei Hamborn 90 mit allen Mitteln vermieden werden. Wir leisten sehr gute Nachwuchsarbeit und wollen den A-Jugendlichen, die in den Seniorenbereich wechseln, eine Bezirksligamannschaft bieten, damit wir die talentierten Leute im Verein halten können. Dafür werde ich alles tun, denn ich hänge sehr am Klub. Deshalb war es für mich auch keine Frage auszuhelfen, als Not am Mann war.

revierkick.de: Was haben Sie geändert, dass die Mannschaft plötzlich wieder in die Erfolgsspur gefunden hat?

Colak: Taktisch eigentlich gar nichts. Wir stehen hinten weiterhin mit Libero und zwei Manndeckern, im Mittelfeld sind sechs Leute und vorne steht eine richtige Spitze. Ich führe im Prinzip die Arbeit von meinem Vorgänger fort. Die Spieler sind fit. Ich bringe jetzt aber mehr Disziplin rein. Wer nicht zum Training erscheint, außer er muss arbeiten, spielt am Wochenende nicht. Das hat zur Folge, dass sich die Trainingsbeteiligung seit meinem Amtsantritt erheblich verbessert hat. Des Weiteren ist mir die Geschlossenheit im Team wichtig. Da passe ich auch auf, dass einige meiner Spieler mannschaftsdienlich spielen und nicht alles alleine am Ball machen. Das geht so nicht. Eine übertrieben Ballverliebtheit kann Punkte kosten. Ich will Erfolge sehen.

revierkick.de: Und die Stimmung ist auch dem entsprechend?

Colak: Ganz klar. Als ich anfing, gab es irgendwie ein Motivationsproblem. Wir standen weit unten. Da wirkten einige doch sehr lustlos. Aber nach den Erfolgserlebnissen hängt sich jeder voll rein, weil meine Jungs merken, dass sie hartes und strukturiertes Training weiterbringt.

revierkick.de: Wie stark sehen Sie ihre Mannschaft?

Colak: Im Tor sind wir mit Tarik Sarisoy sehr gut besetzt. Auf ihn ist immer Verlass. Die Abwehr ist ok, auch wenn wir schon viele Tore kassiet haben. Ich achte da als Libero besonders drauf. Eine stabile Defensive ist wichtig. Das kriegen wir aber hin. Das Mittelfeld ist unser Prunkstück, da sind wir stark aufgestellt. Nur im Surm haben wir ein wenig Probleme. Bilal Kayaoglu ist nach seiner Verletzung noch nicht richtig in Fahrt gekommen. Gut möglich, dass wir im Winter diesbezüglich den Spielermarkt sondieren werden.

revierkick.de: Kann es sein, dass Sie bei Problemen in der Defensive bald wieder selbst die Fußballschuhe schnüren?

Colak: Das ist so nicht geplant. Die Arbeit als Trainer füllt mich voll aus und macht mir mit Özcan Kilicarslan, meinem Co-Trainer, sehr viel Spaß. Sollte es aber zu einem Spielermangel kommen, stehe ich jederzeit bereit. Ich bin erst 31 Jahre alt und körperlich fit.

revierkick.de: Am Sonntag kommt TuSpo Huckingen und damit der dritte Sieg in Folge?

Colak: Natürlich wollen wir gewinnen. Das Spiel am letzten Sonntag in Sterkrade war ein Sechs-Punkte-Spiel für uns. Jetzt ist es ähnlich: Verlieren wir, stehen wir wieder unten. Wir wollen aber eine Serie hinlegen, um zu zeigen, dass wir mit dem Tabellenkeller nichts zu tun haben. Huckingen ist ein starker Aufsteiger mit einem guten Lauf und wie wir eine türkische Mannschaft. Das wird nicht leicht für uns. Man wird sich nichts gönnen und hart kämpfen. Ich bin aber optimistisch, dass wir als Sieger vom Platz gehen. Wir haben alle Mann an Bord. Ich kann also meine Wunschaufstellung realisieren.

revierkick.de: Gibt es eine besondere taktische Marschroute für Sonntag?

Colak: Wir werden nicht kopflos nach vorne stürmen, sondern in Ruhe unser Spiel aufziehen, um uns kein unnötiges Kontertor zu fangen.

Autor: Heiko Gaeb

Mehr zum Thema

Rubriken

Kommentieren