Der knappe 2:1-Hinspielerfolg von Bundesligist FC Schalke 04 im UI-Cup-Finale gegen Liberec lässt im Lager der Königsblauen kaum gute Laune aufkommen.

Assauer: "Ein Sonntagsschuss, und du bist draußen"

11. August 2004, 12:55 Uhr

Der knappe 2:1-Hinspielerfolg von Bundesligist FC Schalke 04 im UI-Cup-Finale gegen Liberec lässt im Lager der Königsblauen kaum gute Laune aufkommen. "Das ist ein Scheiß-Ergebnis", sagte Manager Rudi Assauer.

Königsblauer Fußball-Zauber, starke Neuzugänge und ein verdienter Sieg: Doch trotz der besten Saisonleistung wollte Rudi Assauer die Davidoff nicht mehr schmecken. "Das ist ein Scheiß-Ergebnis, ein Sonntagsschuß in den Winkel, und du bist draußen", schimpfte der Manager von Schalke 04 nach dem 2:1 (2:0)-Sieg im ersten UI-Cup-Endspiel gegen Slovan Liberec. Und auch Jupp Heynckes war die gute Laune durch das dumme Gegentor von Tomas Zapotocny in der 75. Minute verdorben.

Gegentreffer verärgert Heynckes

"Wenn man 2:0 führt, muss man das Ergebnis nicht höher schrauben, sondern 90 Minuten konzentriert und zu Null spielen", erklärte der 59 Jahre alte Cheftrainer sichtlich verärgert. Denn das 1:2 kann verheerende Folgen haben und macht das Rückspiel am 24. August (18.45 Uhr/live bei Premiere) zu einer gefährlichen Mission im Kampf um den Einzug in die UEFA-Cup, den die Königsblauen nicht zuletzt wegen der drückenden Schuldenlast von 102,8 Millionen unbedingt benötigen.

Dabei war Schalke vor 54.136 Zuschauern drückend überlegen und sah nach Toren von Ailton (26.) und Gerald Asamoah (42.) wie der sichere Uefa-Cup-Telnehmer aus. Der Bundesligist spielte den Gegner über weite Strecken an die Wand, hätte 4:0 führen können, zumal die Brasilien-Fraktion mit Torjäger Ailton, Lincoln als Ideengeber und Marcelo Bordon bei seinem gelungenen Debüt als Abwehrchef zauberten.

Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor fehlte

Aber Assauer monierte. "Wenn wir noch die Tore gemacht hätten, wäre alles perfekt gewesen", erklärte 60-Jährige, "aber wenn man zehn hochkarätige Chancen hat, muss man vier, fünf Dinger machen, doch uns fehlte die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor." Und so ging der Schuss durch den Zapotocny-Treffer nach hinten los. Zum Sündenbock stempelte Assauer Niels Oude Kamphuis, dem er einen Stellungsfehler vorwarf.

Trotz aller Vorwürfe und dem Ärger über den viel zu knappen Sieg blicken die Königsblauen dem zweiten Finale optimistisch entgegen. "Der Gegner muss kommen, wir können kontern. Wir haben die Qualitäten, um Tore zu erzielen und können auch in Liberec gewinnen, wenn wir eine Top-Leistung abrufen", erklärte Heynckes. Vor einem Jahr hatte Schalke im Halbfinale des UI-Cups Liberec ebenfalls 2:1 besiegt und durch ein 0:0 in Tschechien das Finale erreicht.

Starker Bordon macht Hoffnung

Bordon macht Schalke große Hoffnungen auf die UEFA-Cup-Teilnahme. Mit dem VfB Stuttgart gewann der 28 Jahre alte Abwehrhüne 2000 im Endspiel gegen AJ Auxerre und 2002 gegen OSC Lille den UI-Cup. "Das können wir auch mit Schalke schaffen. Denn wir haben wir soviel Potenzial in der Mannschaft, um in Liberec Unentschieden zu spielen oder zu gewinnen."

Ein Gewinner des Abends war auch Bordons vom 1. FC Kaiserslautern gekommener Landsmann Lincoln. Der 25 Jahre alte Regisseur überragte in seinem ersten Pflichtspiel über 90 Minuten seit dem 17. Dezember vergangenen Jahres beim 1:1 der Pfälzer in Dortmund, wo er das Tor für die "Roten Teufel" erzielte.

Lincoln starker Passgeber für Ailton

Lincoln, als Passgeber für Ailton und als Spielmacher verpflichtet, setzte den pfeilschnellen Torschützenkönig der vergangenen Saison oft gut in Szene und erklärte: "Er will jeden Ball: Da habe ich ihm gesagt, bleib ruhig, wir sind aber elf Spieler, ich geb dir einen Pass. Das habe ich zum 1:0 auch getan. Ich weiß, dass Toni Pässe braucht, das ist meine Spezialität, aber manchmal ist da hinten alles zu."

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