Zunächst die schlechte Nachricht. Nach dem torlosen Remis gegen den SV Werder Bremen ist der VfL Bochum auf den drittletzten (Relegations)-Platz abgerutscht.

VfL: Bochums letztes Aufgebot trotzte der Werder-Offensive

Kleine Brötchen schmecken gut

08. November 2008, 17:27 Uhr

Zunächst die schlechte Nachricht. Nach dem torlosen Remis gegen den SV Werder Bremen ist der VfL Bochum auf den drittletzten (Relegations)-Platz abgerutscht.

Doch wer das Team von Marcel Koller in den 90 Minuten rackern und malochen sah, bei dem dürfte sich die Abstiegsangst in Grenzen halten. Marcel Koller warnte dennoch: "Wir müssen nach dem Remis weiter kleine Brötchen backen." Doch den Bochumer Fans unter den knapp 28.000 Zuschauern mundeten diese offensichtlich so gut, dass es nach dem Abpfiff Szenenapplaus von der Haupttribüne gab und die Osttribüne minutenlang skandierte: "Ihr habt gekämpft, wir haben es gesehen".
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Die Chancen, dem zu erwartenden Werder-Wirbel halbwegs Paroli bieten zu können, schienen vor dem Anpfiff schlecht. Fielen doch mit dem gesperrten Freier, Sestak, Schröder, Concha und Ono wichtige Stammkräfte aus. Damit nicht genug. Denn Azaouagh, Kaloglu und Mieciel hatten in den vergangenen Tagen so gut wie gar nicht und wenn, dann unter Schmerzen trainiert. Dazu gesellten sich Epalle (vier Monate Pause), Daniel Imhof (zwei Monate nicht dabei) und Vahid Hashemian, dem man seine Leidenszeit noch ansieht. Als dann auch noch Stabilisator Christian Fuchs nach einem bösen Foul von Pizarro (Gelb) vom Platz musste, schienen die Möglichkeiten zur Gegenwehr bei den Hausherren erschöpft zu sein.

Doch weit gefehlt. Denn selbst in dieser misslichen Lage besitzt der VfL noch durchaus Qualität, die zum Minimalziel Klassenerhalt ausreichen sollte. Zwar lobte Werder-Trainer Thomas Schaaf sein Team: "Wir waren viel besser als zuletzt, haben gut nach vorne gespielt. Aber leider nicht entschlossen den Abschluss gesucht." Nur die halbe Wahrheit. Denn bei den Bremer Möglichkeiten handelte es sich fast ausnahmslos um Distanzschüsse von außerhalb des Strafraums.

Marcel Koller hatte die Erklärung parat: "Ich habe heute defensiv ein sehr gutes Spiel gesehen. Wir haben nicht viel zugelassen und hätten das Spiel in der zweiten Halbzeit durchaus für uns entscheiden können." Der Schweizer muss da in erster Linie an die Großchance von Christoph Dabrowski gedacht haben, der plötzlich frei im Strafraum am glänzend reagierenden Tim Wiese scheiterte. Koller: "So ein Ball muss auch mal reingehen, dann schaukeln wir das Ding nach Hause."

Nach dem Abpfiff jedenfalls sah man an der Körpersprache der VfL-Akteure, dass sie mit dem Remis trotz der verpassten möglichen Sensation zufrieden waren. Derweil wüteten die Bremer Spieler verbal in den Katakomben. Allen voran Claudio Pizarro und Torsten Frings hängten ihre eigenen Unzulänglichkeiten am Unparteiischen auf und gifteten in Richtung Deniz Aytekin. Doch der vom möglichen Rücktritt in der Nationalelf zurückgetretene Frings dürfte jetzt ein heißer Kandidat für die nächste Einzahlung in die Bußgeldkasse der DFL sein. Der Mittelfeldspieler: "Wir haben gegen zwölf Mann gespielt."

Genau für diese - übrigens unsinnige - Aussage überwies zuletzt Artur Wichniarek 3.000 Euro an die Liga. Am Schiedsrichter hatte es nun wirklich nicht gelegen, dass es für Bremen erneut nicht für einen Sieg, nicht mal zu einem Tor reichte. Denn das Einzige, was man dem Schiri vorwerfen kann ist, dass er beiden Teams einen möglichen Elfer verweigerte. Der Unterschied dabei: Während der von Fuchs gehaltene Pizarro (7.) zunächst den Österreicher festhielt, war der Elfer von Naldo an Kaloglu (33.) unumstritten.

Heute Morgen wird Marcel Koller vor dem Training (zehn Uhr) wie immer seine Spieler kurz zu einer Mannschaftssitzung bitten. Koller nach dem Spiel: "Ich weiß noch nicht genau, was ich ihnen sage. Aber es ist viel Positives. Denn das war heute wirklich eine Fortsetzung der konzentrierten Leistung von Dortmund."

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