Im Interview: Hansi Eberbach (Sportlicher Leiter Vestia Disteln)

"Wollen den Traum so lange wie möglich leben"

Sven Krause
10. November 2006, 18:06 Uhr

Einen unvergesslichen Sonntag verlebte Fußball–Landesligist Vestia Disteln zuletzt. Nicht nur der 2:1-Erfolg im Derby beim FC 96 Recklinghausen ließ das Team von Coach Jürgen Klahs und die sportliche Leitung um Hansi Eberbach frohlocken. Durch diesen Sieg übernahmen die Hertener zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte die Spitze der Fußball-Landesliga. Ein Tag mit fast historischen Ausmaßen. Revierkick.de sprach mit Eberbach über die aktuelle Situation.

revierkick.de: Der Sonntag hatte fast historische Dimensionen. Wie schnell ist Ihnen das bewusst geworden?

Eberbach: Zunächst einmal haben wir nur unseren Traum weitergelebt, den Sieg gegen ein Top-Team wie den FC 96 Recklinghausen gefeiert und die Tatsache, dass wir Spitzenreiter geworden sind. Dass dies für den Verein in seiner langen Geschichte eine Premiere war, habe ich auch erst am Abend während des Essens von einigen altgedienten Spielern erfahren.

revierkick.de: Gibt es eine logische Erklärung für den Siegeszug?

Eberbach: Es ist sicherlich das Ergebnis harter Arbeit, guter personeller Entscheidungen und auch ein wenig Glück. Wir haben schon in der Rückrunde der vergangenen Saison guten Fußball gespielt, haben uns dann mit den richtigen Leuten verstärkt und mit Jürgen Klahs den richtigen Trainer geholt. Dazu hatten wir sicherlich das Glück, dass sich keiner unserer Leistungsträger bisher verletzt hat und die Mannschaft inzwischen reichlich Selbstvertrauen getankt hat.

revierkick.de: Stichwort Personal. Die aktuellen Leistungen eines Sezgin Salli etwa rufen sicherlich Begehrlichkeiten bei höherklassigen Klubs hervor. Besteht nun die Gefahr, dass er schon in der Winterpause weg ist?

Eberbach: Zum Glück für uns nicht. Wir haben den Vertrag nun so dingfest gemacht, dass es für einen Klub teuer wird, wenn er ihn schon im Winter haben will. Aber wir wollen ihm natürlich langfristig keine Steine in den Weg liegen. Der Junge ist ein Riesenfußballer, der ohne Frage höher spielen kann, dem es im Moment bei uns aber gut gefällt. Doch wenn der richtige Klub kommt, dann werden wir ihm im Sommer sicherlich ziehen lassen.

revierkick.de: Nun kommt am Sonntag der Tabellenletzte Ellewick nach Disteln und Ihr Team ist zum ersten Mal Favorit. Kann das ein Problem werden?

Eberbach: Ich glaube nicht. Natürlich ist das eine ganz neue Situation für uns, doch bei uns hebt keiner ab. Auch Ellewick können wir schlagen, doch wir wissen alle, dass die Situation für uns ganz schnell eine andere werden kann. Daher wollen wir den Traum so lange wie möglich leben und versuchen, das Team im Winter noch einmal in der Breite zu verstärken.

Autor: Sven Krause

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