UEFA-Cup in Rom von "Derby-Terror" überschattet

25. März 2004, 09:43 Uhr

Im UEFA-Cup-Achtelfinale trifft heute der AS Rom im "Spiel eins nach dem Derby-Terror" im römischen Stadio Olympico auf den FC Villarreal. Aus Angst vor weiteren Ausschreitungen wurden bisher nur 17.000 Karten abgesetzt.

Eigentlich könnte das Achtelfinal-Rückspiel im UEFA-Cup zwischen dem AS Rom und dem FC Villarreal ein rauschendes Fußballfest werden. Aber durch die Schreckensnacht beim vorzeitig abgebrochenen italienischen Lokalderby zwischen dem AS Rom und Lazio Rom gerät der europäische Fußball zur Nebensache. "Das hatte mit Fußball nichts zu tun. Aber die Tifosi brauchen keine Angst zu haben. Sie können beruhigt ins Olympiastadion kommen, wir benötigen im Europapokal jede Unterstützung", appellierte Roma-Kapitän Francesco Totti vor dem Rückspiel (Hinspiel: 0:2) gegen Villarreal.

Nach den Ausschreitungen am Sonntag, bei denen 176 Personen verletzt und bislang 14 Randalierer festgenommen wurden, haben die Hauptstädter bislang erst 17.000 Karten für das Spiel gegen den spanischen Erstligisten absetzen können. Trotz verstärkter Sicherheitsvorkehrungen und reduzierter Eintrittspreise für Frauen und Kinder halten es derzeit viele Italiener für sicherer, die Partie vor dem Fernseher zu verfolgen. Dabei ist das Erreichen des Viertelfinals für den Tabellenzweiten der Serie A, der bei zehn Punkten Rückstand auf Titelfavorit AC Mailand die Meisterschaft abgehakt hat, finanziell von enormer Bedeutung.

Viertelfinale wäre für Roma "Gold wert"

Da in der Runde der letzten Acht der FC Barcelona oder der letztjährige Finalist Celtic Glasgow als Gegner winken, können die Römer bei einem Erfolg über das Überraschungsteam aus Villarreal mit zusätzlichen Einnahmen von zwei Millionen Euro rechnen. "Ein Weiterkommen wäre für uns Gold wert. Nach dem traurigen Derby am Wochenende muss uns jetzt ein sportliches Erfolgserlebnis neuen Schwung bringen", meinte Roms Trainer Fabio Capello, der im Sturm neben Totti auf Vincenzo Montella setzt.

Völlig unbelastet geht unterdessen der FC Barcelona in das Rückspiel gegen Celtic Glasgow. Nach zuletzt neun Liga-Siegen in Serie und dem Sprung auf den dritten Tabellenplatz sollen die Schotten von Ronaldinho und Co. trotz der 0:1-Pleite im Hinspiel aus dem Stadion Nou Camp gejagt werden. "Mit den Fans im Rücken werden wir Celtic schlagen. Diese Partie hat den Charakter eines Endspiels", meinte der brasilianische Weltmeister Ronaldinho, der im Team von Frank Rijkaard derzeit eine überragende Rolle spielt.

Hamann braucht mit Liverpool einen Sieg in Marseille

Angeführt vom deutschen Nationalspieler Dietmar Hamann versprüht auch der englische Rekordmeister FC Liverpool vor dem Rückspiel bei Olympique Marseille Angriffslust. Denn das 1:1 im Hinspiel klingelt vor allem dem französischen Coach Gerard Houllier noch immer in den Ohren. Seine Landsleute hatten nach dem Remis an der Anfield Road lauthals Kabinengesänge angestimmt und Houllier damit zur Weißglut getrieben. "Ich bin immer noch sauer, dass Marseille gesungen und gefeiert hat, als wären sie bereits qualifiziert", meinte Houllier, der in der Premier League nach dem 1:0-Erfolg gegen die Wolverhampton Wanderers der Qualifikation für die Champions League wieder ein Stück weit näher gekommen ist.

Der Sprung in die "Königsklasse" war auch einst das Ziel von Inter Mailand, doch das Team von Alberto Zaccheroni muss bei 27 Punkten Rückstand auf den Stadtrivalen AC sogar um die direkte Qualifikation für den Uefa-Cup fürchten. Ein Sieg gegen Benfica Lissabon ist für den längst umstrittenen Zaccheroni nach dem torlosen Remis in Portugal deshalb Pflicht. "Man sieht, dass Inter krank ist", meinte Benfica-Coach Jose Antonio Camacho despektierlich.

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