Nach Klahs soll es jetzt Wielert am Erkenschwicker Stimberg richten. Der alte Trainer pocht auf Zahlung seiner Bezüge, der neue attestiert dem Vorgänger gute Arbeit. Markus Rensinghoff und Andreas Rorowskisprachen mit dem alten Trainer Jürgen Klahs und seinem Nachfolger Jürgen Wielert.

Erkenschwick: Interview mit Ex-Trainer Klahs und seinem Nachfolger

Ich bin der Jürgen

Markus Rensinghoff und Andreas Rorowski
23. Oktober 2008, 12:07 Uhr

Nach Klahs soll es jetzt Wielert am Erkenschwicker Stimberg richten. Der alte Trainer pocht auf Zahlung seiner Bezüge, der neue attestiert dem Vorgänger gute Arbeit. Markus Rensinghoff und Andreas Rorowskisprachen mit dem alten Trainer Jürgen Klahs und seinem Nachfolger Jürgen Wielert.

Das Vertrauen war schnell verbraucht. Mit Jürgen Klahs ging die Spvgg. Erkenschwick den Neuaufbau in der Fußball-Westfalenliga an, 14 Wochen später hat sie sich schon wieder von ihm getrennt. Der 53-Jährige hatte in der Vorsaison die Zweitvertretung des Klubs in die Landesliga geführt. Die Erkenschwicker verzichteten aus finanziellen Gründen auf den Startplatz. Nach neun Spielen in der Westfalenliga hat der Meistertrainer ausgespielt. Ersetzt wird er von dem Lizenz-losen Jürgen Wielert (48). Der studierte Maschinenbau-Ingenieur, der mittlerweile als Selbständiger im Pipeline-Handel tätig ist, war schon vor Klahs als Trainer am Stimberg im Gespräch.

Jürgen Klahs
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Was ist falsch gelaufen?

Klahs: Die Punkte fehlen. Ich habe zwar schon vor der Saison gesagt, dass es schwer werden würde. Ich hatte ein Team aus A-Jugendlichen, Spielern der ehemaligen Bezirksliga, die auch nicht alle Stammspieler waren und drei Oberliga-Spielern. Dazu kommt, dass uns Westfalenligagruppe schwerer zu spielen ist als die andere. Aber am Ende nutzen Warnungen nichts, dann greifen die Mechanismen.

Waren Sie das Bauernopfer?

Klahs: Es war eine schwierige Situation. Die Kenner der Fußballszene wissen das. Wenn das Glück fehlt, muss der Trainer gehen.

Was machen Sie jetzt?

Klahs: Ich bin beurlaubt und werde bis zum nächsten Sommer keinen neuen Posten übernehmen. Aber man weiß ja nie. Vorerst werde ich häufiger beim Training meiner beiden Jungs in Erkenschwick vorbeischauen. Ich war jetzt 15 Jahre ohne Unterbrechung Trainer. Nur um unbedingt Trainer zu sein, werde ich keinen Posten übernehmen.

War das nicht zu teuer für Erkenschwick, Sie zu entlassen. Oder verzichten Sie auf eine Abfindung?

Klahs: Das mache ich nicht. Ich habe vergangene Saison bei der Insolvenz in die Röhre geschaut und die Entscheidung ging von Erkenschwick und nicht von mir aus. Ich habe absolutes Vertrauen zum Vorsitzenden Anton Stark. Der macht das schon.

Was geht in Erkenschwick?

Klahs: Erst die Zukunft wird zeigen, ob es die richtige Entscheidung war, den Trainer zum jetzigen Zeitpunkt zu wechseln. Ansonsten wird nach jedem Trainerwechsel der Kader neu gemischt. Es kann ja sein, dass nun ein Spieler häufiger spielt und trifft, als er es bei mir getan hat.

Auf Seite 2: Interview mit Jürgen Wielert

Autor: Markus Rensinghoff und Andreas Rorowski

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