Ein grüner Tisch ist nicht jedermanns Sache. Der 3:1-Sieg der Reserve von Rot-Weiss Essen beim Delbrücker SC vom 8. Spieltag wurde am Mittwoch-Abend von der Verbandsspruchkammer in ein 2:0 für den SCD geändert. Der damalige Gastgeber hatte fristgerecht Protest gegen die Match-Wertung eingelegt.

RW Essen II: Frust am grünen Tisch - Pflipsen und Aachen?

Delbrück-Sieg jetzt „Schlappe“

Oliver Gerulat
22. Oktober 2008, 21:35 Uhr

Ein grüner Tisch ist nicht jedermanns Sache. Der 3:1-Sieg der Reserve von Rot-Weiss Essen beim Delbrücker SC vom 8. Spieltag wurde am Mittwoch-Abend von der Verbandsspruchkammer in ein 2:0 für den SCD geändert. Der damalige Gastgeber hatte fristgerecht Protest gegen die Match-Wertung eingelegt.

Essen stellte sich der Kammer mit Damian Jamro, Abteilungsleiter der U23, und Professor Dr. Markus Buchberger, Sportrechtler und ehemals Vorstandsmitglied. Jamro: „Wir lassen uns die schriftliche Begründung zukommen und gehen dann dagegen vor.“ Erst beim Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband (WFLV) und wenn es nötig ist, auch beim Deutschen Fußballbund.

Hintergrund: RWE setzte gegen Delbrück Dennis Bührer ein, der in der Regionalliga die Rote Karte wegen einer Tätlichkeit vorab (!) zwei Matches auf Eis lag: In Köln (Do., 18. September) und gegen Trier (Sa., 27. September). Delbrücks Argument, dem gefolgt wurde: Nach Ablauf der Sperre gibt es eine weitere „Schutzfrist“ von 48 Stunden. Am 27. September wurde das Trier-Match etwa gegen 15.46 Uhr abgepfiffen. Bührer wäre also Montag, 29. September, um 15.46 Uhr legitimiert gewesen, aufzulaufen.

Die Begegnung in Delbrück wurde allerdings am Sonntag, 28. September, um 15 Uhr von Schiedsrichter Lars Bremkens angepfiffen. Andererseits gibt es DFB-Bestimmungen, die diese 48 Stunden nicht kennen. Der RWE-Ansatz: DFB-Recht bricht WFLV-Recht. Dem bislang allerdings nicht gefolgt wurde. Auswirkung auf die Statistik: RWE II holte somit aus den letzten sechs Matches einen Zähler.

Interessant ist derweil auch, dass U23-Coach Karlheinz Pflipsen als Nachfolger für den beim Zweitligisten Alemannia Aachen von seinem Sportdirektor-Job beurlaubten Jörg Schmadtke gehandelt wird. „Mich hat keiner angesprochen“, erklärt Thomas Strunz, Geschäftsführer Sport bei RWE, der sein Okay geben müsste. „Er ist bei uns und soll das bleiben.“

Und Pflipsen? „Ich habe mit keinem Alemannia-Verantwortlichen gesprochen. Ich weiß nur, ich hatte in Aachen eine sehr schöne Zeit als Spieler.“ Ein Dementi wurde schon überzeugender formuliert.

Autor: Oliver Gerulat

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren