Die Stimmung bei der schwarz-gelben Zweitvertretung von Borussia Dortmund ist in diesen Tagen – vorsichtig ausgedrückt – eher bescheiden.

BVB II: Postbote bringt Tyralas polnischen Pass

„Muss weiter oben spielen, um Ansprüche zu stellen"

Matthias Dersch
24. Oktober 2008, 10:57 Uhr

Die Stimmung bei der schwarz-gelben Zweitvertretung von Borussia Dortmund ist in diesen Tagen – vorsichtig ausgedrückt – eher bescheiden.

Als hätten sich die Schützlinge von Theo Schneider dem ungemütlichen Herbstwetter angepasst, ließen sie am vergangenen Wochenende im Heimspiel gegen Lotte (0:2) alles vermissen, was eine Spitzenmannschaft auszeichnet.

Mit hängenden Köpfen absolvieren die BVB-Bubis derzeit ihr Trainingsprogramm, nur einer scheint so etwas wie gute Laune auszustrahlen: Sebastian Tyrala.

Der 20-Jährige Allrounder ist nämlich seit Wochenbeginn stolzer Besitzer eines polnischen Passes. „Ich habe ihn endlich bekommen und freue mich riesig darüber“, strahlt der zweifache Torschütze der laufenden Saison, „jetzt lasse ich die Dinge einfach auf mich zu kommen.“

Es scheint nur eine Frage der Zeit, wann der 50-fache U-Nationalspieler Deutschlands zum ersten Mal das weiße Trikot der Polen tragen wird. Tyrala bestätigt: „Ich habe mit ein paar Leuten telefoniert und werde auf jeden Fall bald zur U21 eingeladen.“

Um dauerhaft dabei zu bleiben, muss sich der siebenfache Bundesliga-Profi jedoch steigern und vor allem konstanter werden. „Für mich geht es erst einmal darum, mich vorzustellen und im Training zu überzeugen“, bleibt der im polnischen Ratibor geborene Kicker realistisch, was seine Chancen angeht: „Ich bin derzeit nur ein Viertliga-Spieler. Deshalb werde ich sicher nicht sagen, dass ich unbedingt ins Team gehöre. Ich muss erst weiter oben spielen, um Ansprüche zu stellen.“

Und so ärgert sich der Offensive, der zuletzt auch immer wieder auf der ungewohnten Position des Rechtsverteidigers aushelfen musste, auch über die vielen vergebenden Chancen der Borussia in den letzten Partien: „Wir haben einfach zu viele Punkte liegengelassen, anstatt uns einen Vorsprung aufzubauen.“

Immerhin rangiert der BVB noch auf Rang vier und damit in direkter Schlagdistanz zum Tabellenführer aus Kaiserslautern. Bei einem idealen Verlauf könnte sogar am kommenden Samstag bereits der Platz an der Sonne winken.

„Wir sollten uns nicht über Dinge ärgern, die wir nicht mehr ändern können. Stattdessen ist es wichtig, dass wir am Wochenende gegen Schalke gewinnen“, richtet Tyrala den Blick auf das kommenden „kleine“ Derby der großen Rivalen, und unterstreicht: „In der Jugend war es immer schon etwas Besonderes und sehr interessant gegen Schalke zu spielen. Und auch jetzt bei den Amateuren wird es ein Riesenspiel. Ich hoffe, dass entsprechend viele Zuschauer kommen und uns unterstützen.“

Autor: Matthias Dersch

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