Die letzten Wochen waren für den bayerischen Neuzugang Sandro Wagner nicht einfach.

MSV: Sandro Wagner zeigt es den Kritikern und sich selbst

"Bin ja noch jung und lernfähig"

Andreas Gellert
21. Oktober 2008, 12:38 Uhr

Die letzten Wochen waren für den bayerischen Neuzugang Sandro Wagner nicht einfach.

In der Vorbereitung mit Lobeshymnen überschüttet, avancierte der 21-Jährige mit seinen elf Toren schnell zur großen Sturmhoffnung und wurde in den Duisburger-Fußballhimmel emporgehoben. Doch genauso schnell und hart sollte er wieder auf dem Boden der Tatsachen aufschlagen. Unzureichende und indiskutable Angriffsleistungen bugsierten den „Langen“ auf die Ersatzbank. Erst sein beherzter Einsatz im täglichen Training in den vergangenen Wochen und ein Gespräch mit Rudi Bommer sollten für Besserung sorgen.

Kurz vor der Partie gegen Ingolstadt hatte der MSV-Trainer im RS Online Gespräch die neue Marschroute von Sandro Wagner präsentiert. „Ich habe ihm gesagt, dass er nicht immer diese langen Wege gehen soll. Dadurch hat er sehr viel Kraft eingebüßt, die ihm dann in den entscheidenden Momenten fehlte. Zudem kam er sich immer mit seinem Sturmpartner Dorge Kouemaha in die Quere. Dadurch war sein und unser Spiel im Sturmbereich nicht so effektiv, wie ich es mir gewünscht und erhofft hätte. Deshalb habe ich ihm mit auf den Weg gegeben, dass er sich nur auf sich und seinen Bereich konzentrieren soll“, erklärt der Fußball-Lehrer.

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Dies schien geholfen zu haben. Sandro Wagner lieferte eine klasse Partie ab. Steuerte selbst zwei Treffer zur 6:1-Bruchlandung der „Schanzer“ bei und zeigte mit einem herrliche Hackentrick auf Ivo Grlic vor dem 4:1, dass er auch mit Köpfchen ein Tor vorbereiten kann. Noch viel klarer war seine Geste nach dem ersten Tor. Schnurstracks lief er jubelnd auf den Platz zu und setzte sich dort hin, wo er nicht wieder hin hinwollte: auf die Ersatzbank. Eine demonstrative Geste an sich und seine miserablen Vorstellungen im „Zebra“-Dress, die weder er noch Trainer Bommer sehen möchten.

„Es war einfach nur ein tolles Gefühl, dass ich es noch kann. Die letzten Wochen waren nicht einfach und haben sehr an meinem Selbstbewusstsein gekratzt“, gibt Wagner offen zu, „daher bin ich einfach nur glücklich, dass wir es allen Kritikern gezeigt haben. Wir sind nämlich doch im Stande, richtig guten Fußball zu zeigen.“ Er fügt an: „Diese Ergebnis war einfach nur schön – für alle, nicht nur für mich. Das gibt uns sehr viel Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben. Darauf sollten und werden wir auch aufbauen. Zudem ist durch diesen Kantersieg eine Menge Last von unseren Schultern abgefallen – sowohl Druck, als auch Freude.“

Dennoch war die Torausbeute ein Manko, das auch Bommer bemängelte. Wagner: „Das ist richtig. Das müssen wir uns vorwerfen lassen. Normalerweise musst du Ingolstadt so richtig aus der Arena schießen. Ich selbst hatte auch noch ein, zwei Dinger auf dem Fuß. Aber ich bin ja noch jung und lernfähig.“ In den nächsten Partien müssen die Duisburger aber nun nachlegen und ihre Form bestätigen. „In Mainz wird es ein schweres Spiel, aber wir müssen uns nicht verstecken. Wir wollen punkten und werden aggressiv nach vorne agieren. Was am Ende dabei rauskommt, werden wir sehen.“

Autor: Andreas Gellert

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