Mladen Krstajic befindet sich in einer schwierigen Situation. In der Bundesliga und im UEFA-Cup gesperrt, droht der Serbe seinen Stammplatz in der Schalker Innenverteidigung an Darío Rodriguez zu verlieren.

SCHALKE - Rodriguez oder Krstajic? "Uru" mit guten Argumenten

hb
08. September 2006, 08:49 Uhr

Mladen Krstajic befindet sich in einer schwierigen Situation. In der Bundesliga und im UEFA-Cup gesperrt, droht der Serbe seinen Stammplatz in der Schalker Innenverteidigung an Darío Rodriguez zu verlieren.

Mladen Krstajic befindet sich in einer schwierigen Situation. Erst am Donnerstag kehrt der Schalker Abwehrrecke von seinem EM-Qualifikationseinsatz in Polen zurück, nachdem er sich zum Rücktritt vom Rücktritt aus der serbischen National-Mannschaft entschieden hatte. Am Samstag könnte Krstajic in Rostock trotz seiner noch bis einschließlich der Heimpartie gegen Wolfsburg laufenden Rotsperre wieder für Schalke am Ball sein, doch Trainer Mirko Slomka denkt überhaupt nicht daran, das Raubein mit Gnadenbrot zu füttern.
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"Mladen ist leider nicht nur in der Bundesliga gesperrt, sondern durch seinen Platzverweis gegen Sevilla auch im UEFA-Cup. Das bedeutet, er wird das nächste Pflichtspiel für uns erst Anfang Oktober in Leverkusen bestreiten können und danach ist wegen der nächsten EM-Qualirunde schon wieder 14 Tage Ligapause. Daher ist die Frage, ob er uns momentan wirklich weiterhelfen kann", argumentiert der Fußball-Lehrer. Andererseits wäre Krstajic eine Variante als linker Verteidiger für Levan Kobiashvili, "da Kobi erst am heutigen Abend aus der Ukraine zurückkommt".

So oder so darf sich Krstajic - wegen seines Armbruchs von der WM erst Anfang August in die Vorbereitung eingestiegen - als Verlierer der ersten Saison-Wochen fühlen. Spätestens seit seiner starken Leistung gegen Werder Bremen, in der er den "Fußballer des Jahres" Miroslav Klose zur Wirkungslosigkeit verurteilte, ist dagegen Darío Rodriguez aus der S04-Verteidigung nicht mehr wegzudenken. Der uruguayische Nationalspieler nimmt den Status wie selbstverständlich hin, dabei hatte er in seinen nunmehr vier Jahren in Gelsenkirchen stets um Anerkennung zu kämpfen. "Die Mannschaft ist wichtig, nicht ich", versteht sich "Rod" als absoluter Teamplayer, der seine eigenen Interessen gerne zugunsten des gemeinschaftlichen Erfolgs zurückstellt.

Und obwohl der 30-Jährige seit dem Sommer 2002 erst auf 76 Bundesliga-Einsätze für die Königsblauen gekommen ist und oft ein Dasein als Reservist fristen musste, kamen von ihm nie kritische oder klagende Worte. "Dazu bin ich nicht der Typ", sagt Rodriguez und will nun auch nicht den Konkurrenz-Kampf mit Krstajic anheizen. Für den ist nämlich auch nach Ablauf der Sperre kein Platz in der ersten Elf, sollte sein lange in der Kritik stehender Verteidiger-Kollege weiter in der aktuellen Form auftrumpfen. "Ich denke nicht darüber nach, ob Mladen spielt oder ich. Das muss sowieso der Trainer entscheiden", bleibt Rodriguez bescheiden.

Wie heißt es doch so schön: Wichtig ist auf dem Platz, das hat der von vielen Bundesliga-Stürmern als einer der unangenehmsten Gegenspieler bezeichnete Defensive verinnerlicht. Die Argumente sind auf seiner Seite, und Krstajic ist im Gegensatz zu ihm nicht der Typ, der sich ohne aufzumucken auf die Bank setzt.

Autor: hb

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