In 19 Monaten vom Trainerstuhl bei den B-Junioren auf den Chefsessel der Profis - so schnell wie Christian Ziege hat in der Fußball-Bundesliga kaum ein Coach Karriere gemacht.

Gladbach: "Teamplayer" Ziege darf noch nicht Trainer bleiben

Königs: "Zeit noch nicht reif"

sid
17. Oktober 2008, 12:54 Uhr

In 19 Monaten vom Trainerstuhl bei den B-Junioren auf den Chefsessel der Profis - so schnell wie Christian Ziege hat in der Fußball-Bundesliga kaum ein Coach Karriere gemacht.

Doch für den Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach soll der erste Auftritt als Cheftrainer im Spiel beim VfL Bochum am Freitagabend vorerst auch der letzte gewesen sein. "Ich habe kein Problem damit, wieder nur den Managerjob zu machen", meinte der Europameister von 1996. Ziege will aber auch nicht verhehlen, dass er sich "wohl auf dem Platz" fühle und "die Arbeit mit den Jungs viel Spaß" mache. Doch zumindest offiziell schließen alle Entscheidungsträger einen dauerhaften Wechsel Zieges auf den Trainerposten aus.

"Dass ihn das Amt reizt, wissen wir. Aber wir sind der Meinung, dass die Zeit noch nicht reif dafür ist", sagte Präsident Rolf Königs nach der Entlassung von Jos Luhukay vor zwei Wochen und beauftragte den "Interimstrainer-Sportdirektor" auch gleich mit der Suche eines Nachfolgers für den Niederländer. Ziege, der erst vor wenigen Wochen den Fußballlehrer-Lehrgang in Köln abgebrochen hatte, um sich voll auf seine Aufgabe in Mönchengladbach zu konzentrieren, schweigt seitdem zu allen brennenden Themen eisern.

Die zahlreiche Gerüchte um mögliche Nachfolger wie Hans Meyer oder Mirko Slomka kommentiert der 36-Jährige nicht, selbst bohrende Nachfragen blockt er ab. Der ehemalige Linksverteidiger von Weltklasse-Format zeigt einmal mehr seine konsequente Art, mit der er bei den Borussia-Fans schon viele Pluspunkte gesammelt hat. Und nicht nur dort. "Er ist ein Teamplayer", sagt auch Königs. Dass Zieges Konsequenz nicht nur positive Auswirkungen auf seine Umwelt hat, musste zuletzt Luhukay erfahren. Dessen Entlassung sei Ziege "sehr schwer gefallen", zumal es seine erste als Manager war.

Als Spieler hatte er der Borussia nicht mehr helfen können. Im Juni 2006 übernahm der 72-malige Nationalspieler bei der Borussia als Trainer die B-Junioren, nachdem er seine aktive Karriere nach Stationen bei Bayern München, AC Mailand, FC Middlesbrough, FC Liverpool und Tottenham Hotspur wegen vieler Verletzungen in Gladbach nach nur 13 Einsätzen in anderthalb Jahren beendet hatte. Im März vergangenen Jahres stieg er nach der Entlassung von Peter Pander zum Sportdirektor auf und hatte laut Königs "maßgeblichen Anteil am Wiederaufstieg". Nun soll Ziege dafür sorgen, dass nicht der Wiederabstieg folgt - wenn auch nicht in vorderster Front als Trainer.

Autor: sid

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