Wenn das mal keine geglückte Revanche ist. Vor drei Wochen kassierte die Westfalia in der Meisterschaft noch eine 2:6-Klatsche in Gütersloh. Die Herner fegten den FC mit 5:3 (1:1) aus dem Westfalen-Pokal und verwandelten das

HERNE - GÜTERSLOH 5:3 (1:1) / "Last Minute"-Makarchuk

tr
19. November 2005, 21:51 Uhr

Wenn das mal keine geglückte Revanche ist. Vor drei Wochen kassierte die Westfalia in der Meisterschaft noch eine 2:6-Klatsche in Gütersloh. Die Herner fegten den FC mit 5:3 (1:1) aus dem Westfalen-Pokal und verwandelten das "Schloss Strünkede" in ein Tollhaus.

Wenn das mal keine geglückte Revanche ist. Vor drei Wochen kassierte die Westfalia in der Meisterschaft noch eine 2:6-Klatsche in Gütersloh. Die Herner fegten den FC mit 5:3 (1:1) aus dem Westfalen-Pokal und verwandelten das "Schloss Strünkede" in ein Tollhaus.

Die 750 Fans sahen ein Fußball-Fest, das seines Gleichen sucht. "Es war ein tolles Match", freute sich SCW-Trainer Frank Schulz. "Bis zum Schluss war es ein typisches, kampfbetontes und dramatisches Cup-Duell. Wir haben aus unseren Fehlern gelernt." In ganz anderer Gemütslage befand sich FCG-Coach Dr. Jörg Weber, der mächtig sauer war: "Unsere Abwehr-Leistung ist zurzeit eine Katastrophe und nicht oberligawürdig."

Das wird Herne egal sein, schließlich brauchen sie nur noch zwei Siege, dann wäre der DFB-Pokal angesagt. In der vierten Runde wartet jetzt mit dem VfL Bochum II ein Klassengefährte. "Davon will ich noch nichts wissen", winkte Schulz ab. "Wir können den Erfolg noch zwei Tage genießen, dann zählt aber nur noch der SV Lippstadt."

Zurück zur Begegnung, die für Christian Hallerbach bereits nach 45 Minuten endete. "Er hatte zum dritten Mal in Folge Kreislauf-Probleme. Das Risiko wollte ich nicht eingehen, er muss sich mal untersuchen lassen", berichtete Schulz und schob nach: "Wir haben uns dadurch nicht verunsichern lassen und verdient gewonnen." Mikolay Makarchuk avancierte durch seine beiden Treffer (89./ 90.) in den letzten Sekunden zum Matchwinner. "Das war natürlich die Krönung", wusste auch Schulz, wollte den ehemaligen Osterfelder aber nicht alleine auf das Podest heben. "Zum ersten Mal in dieser Saison hat Samy El Nounou alle seine Stärken abgerufen. Ich bin mir sicher, dass er wieder der Alte ist." Schulz weiter: "Die ganze Mannschaft hat natürlich mehr als überzeugt." Doch Norman Seidel und Debütant Ümit Celik heimsten noch eine verbale Streicheleinheit ein. "Beide haben die Gütersloher Stürmer Markus Fischer und Marco Antwerpen abgemeldet."

In Durchgang eins eröffnete Michael Erzen den Torreigen bereits in der 6. Minute. Doch Daniel Ecker glich nur zehn Zeigerumdrehungen später aus - 1:1 (16.). Nach dem Seitenwechsel legten die Teams dann erst richtig los. Die 2:1 Führung durch El Nounou (48.) egalisierte Tibor Nadj (52.), doch El Nounou legte das 3:2 direkt nach (60.). "Warum sollten wir nicht immer den Ausgleich kassieren, so blieb es doch spannend", lachte Schulz. "Nein, im Ernst, wir haben dumme Tore kassiert." Denn auch der erneute Ausgleich durch Antwerpen (81.) hätte vermieden werden können. Doch dann kam der Doppelpack von Makarchuk und die Defensiv-Probleme waren vergessen. "Sensationell, was die Truppe geleistet hat", befand Schulz. "Gütersloh hat eine gute Qualität, aber wir haben uns wieder einmal übertroffen. Wir sind immer wieder zurück gekommen, haben alles gegeben."

Und wenn die Westfalia noch zwei Mal diese Leistung wiederholt, könnten Schalke 04, Borussia Dortmund oder Bayern München der Lohn sein.

Herne: Bautz - Neumann, Seidel, Celik - Hallerbach (46. Degenhardt), Dannhausen (46. Wienroth), Barton, Sürgit - Makarchuk - El Nounou, Erzen
Gütersloh: Grüger - Eckel, Heinrich, Sahin - Brandy (76. Kaba), Behrens, Flock, Miletic, Nadj - Fischer, Antwerpen
Schiedsrichter: Steenebrügge (Bochum)
Tore: 1:0 Erzen (6.), 1:1 Eckel (16.), 2:1 El Nounou (48.), 2:2 Nadj (52.), 3:2 El Nounou (60.), 3:3 Antwerpen (81.), 4:3 Makarchuk (89.), 5:3 Makarchuk (90.)
Zuschauer: 750

Autor: tr

Kommentieren