"Fall Koop" wird am 29. April verhandelt

19. April 2005, 13:25 Uhr

Das DFB-Sportgericht entscheidet im Zuge des Wett- und Manipulationsskandals am Freitag, den 29. April, ab 9.00 Uhr über eine mögliche Sperre gegen Bundesliga-Schiedsrichter Torsten Koop.

Am Freitag, den 29. April, wird das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unter Vorsitz von Rainer Koch (Poing) ab 9.00 Uhr im Zuge des Wett- und Manipulationsskandals über eine mögliche Sperre gegen Bundesliga-Schiedsrichter Torsten Koop (Lüttenmark) verhandeln. Zuvor hatte der DFB-Kontrollausschuss bereits eine Sperre von sechs Monaten für Koop gefordert, die rückwirkend ab dem 1. Februar bis zum 31. Juli 2005 gelten soll. Koop könnte somit frühestens in der kommenden Saison wieder Spiele unter dem Dach des DFB leiten.

DFB erst verspätet in Kenntnis gesetzt

Der DFB wirft dem Unparteiischen vor, er habe den Verband über einen Anwerbeversuch durch den Ex-Referee Robert Hoyzer auf einem offiziellen Schiedsrichter-Lehrgang am 14. Januar erst verspätet in Kenntnis gesetzt. Daraufhin hatte der Schiedsrichterausschuss entschieden, Koop bis auf weiteres nicht für Spiele zu nominieren. Diese Suspendierung soll nun auf die Sperre angerechnet werden.

Koop-Anwalt wirft DFB unlautere Methoden vor

Der letzte DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel, der Koop anwaltlich vertritt, warf dem Kontrollausschuss-Vorsitzenden Hilpert bereits vor Wochen unlautere Methoden bei der Aufklärung des Skandals vor und bereitet derzeit eine Klage gegen den DFB vor. "Horst Hilpert hat mir persönlich gesagt, dass mein Mandant Torsten Koop kein Spiel mehr pfeifen wird, wenn er nicht gegen Dominik Marks aussagen würde", hatte der Rechtsanwalt aus Mecklenburg dem sid gesagt. Diese Aussage habe Hilpert im Gespräch mit anderen Anwälten aus Diestels Kanzlei wiederholt. Hilpert widersprach allerdings dieser Darstellung.

Hintergrund ist ein Treffen von Koop, Marks und Hoyzer in einem Hotelzimmer am 14. Januar in der Nähe von Frankfurt. Dabei soll Hoyzer einen Anwerbeversuch gestartet haben, den Koop in späteren Aussagen als "Prahlerei" gewertet hatte. Dass Koop damals den DFB nicht informiert habe, soll vor allem an übermäßigem Alkoholkonsum aller Beteiligten gelegen haben.

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