Wenn heute Schalke 04 und Werder Bremen im DFB-Pokal-Halbfinale aufeinandertreffen, werden beide Teams hochkonzentriert zu Werke gehen. Für beide ist das Spiel die wohl letzte Chance auf einen Titel in dieser Saion.

Gefrustete Traditionsklubs spielen um Finaleinzug

19. April 2005, 09:21 Uhr

Wenn heute Schalke 04 und Werder Bremen im DFB-Pokal-Halbfinale aufeinandertreffen, werden beide Teams hochkonzentriert zu Werke gehen. Für beide ist das Spiel die wohl letzte Chance auf einen Titel in dieser Saion.

Letzte Chance DFB-Pokal: Für den amtierenden Meister Werder Bremen und Schalke 04, beide durch Niederlagen am vergangenen Bundesliga-Wochenende gefrustet, ist der traditionsreiche Pokalwettbewerb die wohl letzte Chance auf einen Titel in dieser Saison. Am heutigen Dienstag (20.30 Uhr/live in der ARD) treffen beide Top-Klubs im Halbfinale in der ausverkauften Arena AufSchalke aufeinander.

"Wir wollen unbedingt ins Finale und den Pokal holen, denn mit einem Titel können wir vieles wettmachen", sagt Werders Ersatz-Kapitän Fabian Ernst und kennt in seinem letzten Spiel für Bremen gegen Schalke kein Pardon mit seinem künftigen Arbeitgeber, wo er bereits einen Vertrag bis 2010 unterschrieben hat.

Sand erwartet Trotzreaktion

Und Schalkes stellvertretender Spielführer Ebbe Sand fordert nach dem Ende der Meisterträume der "Knappen" durch das 1:2 gegen den Hamburger SV: "Wir brauchen jetzt im Pokal einen Sieg, um vor dem Saisonfinale die Stimmung wieder zu drehen. Denn wir können noch immer einen Titel holen. Wenn wir am Ende Vize-Meister und Pokalsieger werden, dann war das immer noch eine Super-Saison."

Und der Pokalwettbewerb war für Schalke immer schon eine Domäne. Denn die Königsblauen wurden viermal Cupgewinner (1937, 1972, 2001, 2002), standen zehnmal im Finale und 17-mal im Halbfinale. Die Werder-Bilanz ist mit fünf Pokalsiegen (1961, 1991, 1994, 1999, 2004), acht Endspiel- und 18 Halbfinal-Teilnahmen sogar noch einen Tick besser.

"In der Bundesliga sind alle Mannschaften hinter uns aufgerückt, die UEFA-Cup-Plätze sind noch nicht vergeben", sagt Sportdirektor Klaus Allofs und richtet seinen Blick auch auf das andere Halbfinale: "Daher drücken wir den Bayern die Daumen. Wenn wir im Finale gegen sie spielen würden, dann wäre uns die Teilnahme am internationalen Geschäft sicher."

Verletzungssorgen bei Werder

Sorgenfalten im Gesicht hat allerdings Werder-Coach Thomas Schaaf. Denn er muss auf Schalke weiter auf Kapitän Frank Baumann (Knöchel-OP) und Torjäger Miroslav Klose (Knie-Entzündung) verzichten. Sein Schalker Kollege Ralf Rangnick indes kann wieder auf die gegen den HSV gesperrten Brasilianer Marcelo Bordon und Lincoln zurückgreifen. Allerdings hat Abwehrchef Bordon noch Probleme mit seinem Hüftbeugemuskel.

Rangnick weht nach drei Niederlagen in den letzten vier Bundesligaspielen erstmals seit seinem Amtsantritt der Wind von vorn ins Gesicht: "Nach dem Sieg gegen die Bayern haben einige Spieler schon geglaubt, wir sind Meister, sogar Weltmeister. Wir haben noch ein schweres Restprogramm. Am Dienstag geht es aber zunächst um den Einzug ins Pokalfinale nach Berlin, am Samstag sind wir schon zum ersten Mal dort."

Die 62. Auflage des Pokalendspiels seit 1935 steigt am 28. Mai (20.45 Uhr) im Berliner Olympiastadion.

Autor:

Kommentieren