Bundesligist Schalke 04 steht im Halbfinale des DFB-Pokals. Die Königsblauen setzten sich nach einem 0:1-Rückstand durch Tore von Gerald Asamoah und Mike Hanke (2) mit 3:1 gegen Ligakonkurrent Hannover 96 durch.

Schalke dreht 0:1-Rückstand gegen Hannover

01. März 2005, 22:28 Uhr

Bundesligist Schalke 04 steht im Halbfinale des DFB-Pokals. Die Königsblauen setzten sich nach einem 0:1-Rückstand durch Tore von Gerald Asamoah und Mike Hanke (2) mit 3:1 gegen Ligakonkurrent Hannover 96 durch.

"U21"-Nationalspieler Mike Hanke lässt Schalke 04 vom zweiten Double nach 1937 in der mehr als hundertjährigen Vereinsgeschichte träumen. Der 21-Jährige führte die Königsblauen mit zwei Toren zu einem 3:1 (2:1)-Sieg gegen Hannover 96 und damit zum insgesamt 17. Mal ins Halbfinale des DFB-Pokals. Der Tabellenzweite der Bundesliga wahrte damit seine Chance auf den fünften Pokalsieg und nach dem bitteren Aus im UEFA-Cup auf weitere Zusatz-Einnahmen.

Hanke, der bereits am Sonntag beim 1:0-Sieg in der Bundesliga ebenfalls gegen die Niedersachsen das Siegtor erzielt hatte, traf in der 42. und 53. Minute. Für den Jungprofi waren es bereits die Pflichtspieltore 12 und 13 der laufenden Saison, obwohl er erst zum insgesamt siebten Mal in der Anfangsformation der Gelsenkirchener stand.

Nebojsa Krupnikovic hatte Hannover, das den zweiten Halbfinaleinzug nach 1992 verpasste, mit einem verwandelten Foulelfmeter in Führung gebracht. Der 96-Spielmacher war von Tim Hoogland im Strafraum gefoult worden (27.). Für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgte Nationalspieler Gerald Asamoah (39.). Ab der 78. Minute musste Hannover mit zehn Spielern auskommen, weil Steven Cherundolo nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte sah.

Vor 56.932 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften Arena AufSchalke boten die Gastgeber 51 Stunden nach dem Bundesligaspiel gegen den selben Gegner zunächst eine schwache Vorstellung. Nach dem Kopfball von Ebbe Sand (2.), der nach seiner Halswirbelverletzung für Torjäger Ailton ins Team rückte, erlahmten die Schalker Angriffsbemühungen. Die gut organisierten Gäste, die Trainer Ewald Lienen auf vier Positionen umgestellt hatte, kamen immer besser ins Spiel. Zunächst scheiterte die Dariusz Zuraw an Schalke-Keeper Frank Rost (16.). Nach dem Führungstreffer durch Krupnikovic verpasste Nationalspieler Per Mertesacker, der nach überstandener Virusinfektion wieder von Beginn an spielte, die Vorentscheidung zu Gunsten der Niedersachsen. Der Abwehrspieler konnte völlig frei vor dem Schalker Tor-Keeper Rost nicht überwinden (32.).

Erst kurz vor der Halbzeitpause drehten die Schalker in ihrem insgesamt 195. Pokalspiel auf. Nach einem Schuss von Hanke konnte 96-Schlussmann Robert Enke den Ball nur abklatschen, Asamoah traf im Nachschuss. Nach schönem Zuspiel des 19-jährigen Hoogland und klugem Querpass von Sand traf Hanke selbst zur Führung. Nur acht Minuten nach dem Seitenwechsel sorgte der Blondschopf, der bislang meist im Schatten seiner prominenten Stürmerkollegen Asamoah, Sand und Ailton gestanden hatte, für die Vorentscheidung.

Allerdings fiel Hankes Treffer nach schönem Hackentrick des ansonsten eher unauffälligen Spielmachers Lincoln aus stark abseitsverdächtiger Position. Hankes Doppelpack gab Trainer Rangnick Recht, der den letztjährigen Bundesliga-Torschützenkönig Ailton auf der Bank ließ und erneut Hanke vertraute. Ailton hatte mit seiner Ankündigung, Schalke 2006 wieder zu verlassen, für Wirbel gesorgt.

Die beste Chance, noch einmal ins Spiel zu kommen, vergab für den Bundesligazehnten aus Niedersachsen Veljko Paunovic, dessen Schuss Christian Poulsen auf der Linie für den bereits geschlagenen Torhüter Rost abwehrte (58.).

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