Im Viertelfinale des DFB-Pokals muss Werder Bremen heute Abend (19.30 Uhr) bei den Amateuren des FC Bayern antreten. Vier Tage vor dem Bundesliga-Kracher gegen die

Die "kleinen" Bayern wollen Werder ärgern

as
01. März 2005, 08:53 Uhr

Im Viertelfinale des DFB-Pokals muss Werder Bremen heute Abend (19.30 Uhr) bei den Amateuren des FC Bayern antreten. Vier Tage vor dem Bundesliga-Kracher gegen die "Großen" droht dem Titelverteidiger Stolpergefahr.

Vier Tage vor dem wegweisenden Bundesliga-Duell beim FC Bayern München kommt Werder Bremen schon heute zum "Schnupperkurs" an die Isar. Der amtierende Meister muss ab 19.30 Uhr als Titelverteidiger im DFB-Pokal-Viertelfinale bei den Amateuren des Rekordmeisters antreten. Unter dem Motto "schnelles Wiedersehen" kommt es dagegen in den Partien Schalke 04 gegen Hannover 96 ab 20.30 Uhr (live im ZDF) und SC Freiburg gegen Bayern München am Mittwoch (20.30 Uhr/live in der ARD) zu Neuauflagen der Duelle vom vergangenen Bundesliga-Wochenende. In der vierten Begegnung trifft derweil Arminia Bielefeld heute ab 19.30 Uhr auf Liga-Schlusslicht Hansa Rostock.

Zumindest an die winterlichen Verhältnisse im Süden kann sich Werder vier Tage vor dem Spitzenspiel bei den "großen" Bayern schon einmal gewöhnen. Alle weiteren Gedanken an das Gipfeltreffen will man dagegen verdrängen. "Wenn wir bereits vom Spiel am Samstag träumen, verlieren wir gegen die Amateure", sagt Werder-Sportdirektor Klaus Allofs. Der 48 Jahre alte Ex-Nationalspieler erwartet auch so einen schweren Gang: "Wir müssen in München auf alles vorbereitet sein. Auch auf einen gefrorenen Boden mit Schneebelag."

"Bremen ist haushoher Favorit"

Auf wenig Gegenliebe stieß Allofs mit seiner Anregung, das Pokalspiel von der Grünwalder Straße ins Olympiastadion zu verlegen. "Das kleine, enge Stadion ist ja gerade unser Vorteil. Hier haben wir ein Heimspiel, im Olympiastadion hat Werder dagegen schon öfter als wir gespielt", erklärt Bayern-Amateurtrainer Hermann Gerland. Allerdings hat das einfache Stadion im Münchner Stadtteil Giesing auch seine Nachteile. Mangels Rasenheizung fielen die angesetzten Punktspiele des Regionalligisten nach der Winterpause bislang dem Wetter zum Opfer. "Uns fehlen die Partien mit Wettkampf-Charakter. Bremen ist haushoher Favorit", meint Gerland.

Beim deutschen Meister weiß man um die Gefahr, die das klar verteilte Kräfteverhältnis mit sich bringt. "Das ist ein Spiel, in dem wir nur verlieren können. Das macht es schwierig", sagt Allofs. Gewarnt sind die Hanseaten schon deshalb, weil sie mit dem Gegner bereits schlechte Erfahrungen machten. In der Saison 1994/95 schied man in der ersten Pokal-Hauptrunde nach einer 1:2-Niederlage bei den Bayern-Amateuren aus. "Wir werden den Gegner bestimmt nicht unterschätzen", erklärt der angeschlagene Werder-Kapitän Frank Baumann.

Dazu besteht auch kein Anlass. Immerhin bringt es das Gerland-Team mit Kapitän Thorsten Fink sowie den Profi-Leihgaben und Ex-Nationalspielern Thomas Linke und Alexander Zickler auf die Erfahrung aus mehr als 900 Bundesligaspielen. Daneben gehörte ursprünglich auch Torjäger Paolo Guerrero zum Amateurkader. Doch der Peruaner wird angesichts seiner inzwischen regelmäßigen Einsätze für die Profis am Dienstag wohl geschont werden.

Letzter Strohhalm für Hannover 96

Bei Hannover 96 sinnt man unterdessen auf Revanche für die 0:1-Punktspielschlappe bei Schalke am vergangenen Sonntag und greift nach dem letzten Strohhalm für eine mögliche UEFA-Cup-Qualifikation. "In der Liga wird es schwierig, in Richtung UEFA-Cup-Plätze noch etwas zu bewegen. Dafür spielen die Konkurrenten momentan einfach zu stark. Da bietet der Pokal natürlich eine gute Alternative doch noch ins internationale Geschäft zu kommen", sagt 96-Keeper Robert Enke, vor dem am Dienstag voraussichtlich wieder Nationalspieler Per Mertesacker (überstandene Virusinfektion) abräumen soll.

Hansa-Coach Berger will wieder nach Berlin

Rostocks gebeutelter Trainer Jörg Berger hofft beim Gastspiel in Bielefeld derweil bereits zum zehnten Mal auf seinen ersten Sieg als Hansa-Coach. "Die Ausgangssituation ist eine andere als in der Liga", meint der 60-Jährige, der im vergangenen Jahr mit Zweitligist Alemannia Aachen in das Pokal-Finale und damit sogar in den UEFA-Cup eingezogen war. Da die Champions-League-Kandidaten München, Schalke und Bremen noch im Pokalrennen sind, besteht die Chance auf den Einzug in den internationalen Wettbewerb auch diesmal.

Um die Runde der letzten Vier zu erreichen, müssten die Hanseaten Uwe Rapolder am Dienstag allerdings sein einjähriges Jubiläum als Arminen-Trainer verderben. Im Jahre des 100-Jährigen Bestehens erreichte Bielefeld erstmals das Pokal-Viertelfinale. Kapitän Mathias Hain sagt: "Wir können uns im Pokal ein Denkmal setzen. Die Chance kommt so schnell nicht wieder."

Autor: as

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