Es geht um viel Renommee, aber um noch mehr Geld: Eishockey-Meister Eisbären Berlin vertritt beim Startschuss der europäischen Champions Hockey League (CHL) die deutschen Farben und will im Klub der Besten auch finanziell gewinnen.

Eisbären heute zum CHL-Auftakt gegen Kärpät Oulu

"Das ist für uns der Start in eine neue Ära"

sid
08. Oktober 2008, 08:32 Uhr

Es geht um viel Renommee, aber um noch mehr Geld: Eishockey-Meister Eisbären Berlin vertritt beim Startschuss der europäischen Champions Hockey League (CHL) die deutschen Farben und will im Klub der Besten auch finanziell gewinnen.

"Die Duelle mit anderen Teams aus Europa macht die Sache heiß, aber Geld spielt ohne Frage eine große Rolle", sagte Eisbären-Manager Peter John Lee vor dem heutigen Auftaktspiel gegen den finnischen Meister Kärpät Oulu (19.30 Uhr) in der neuen Arena.

Insgesamt schüttet die neue CHL zehn Millionen Euro Preisgeld aus - so viel wie noch nie bei einem europäischen Eishockey-Turnier. Allein der Gesamtsieger erhält eine Million Euro, im Idealfall sind sogar 1,7 Millionen Euro möglich. Jeder Sieg in der Gruppenphase wird mit 50.000 Euro honoriert. Als Antrittsgage sind den Eisbären bereits 300.000 Euro sicher. Finanziert wird das Event durch Großsponsoren wie einem russischen Energieriesen.

"Das ist für uns der Start in eine neue Ära", schwärmte Rene Fasel, der Präsident des Weltverbandes IIHF: "Ich möchte die CHL mit der Champions League im Fußball vergleichen." Darum wurden ähnlich des Vorbildes des großen Bruders ein eigenes Logo und eine eigene Hymne entworfen.

Für die Eisbären, die nach dem Aus der Nürnberg Ice Tigers im Qualifikationsturnier als einzige deutsche Mannschaft vertreten sind, strahlt der Wettbewerb bereits eine gewisse Faszination aus. "Ich freue mich wahnsinnig", sagte Kapitän Stefan Ustorf: "Da treffen die Besten der Besten aus Europa aufeinander."

Allein die beiden Gruppengegner Kärpät Oulu und Metallurg Magnitogorsk, der russische Sieger des CHL-Vorgängers European Champions Cup, sind Hochkaräter im europäischen Vergleich.
Doch der deutsche Meister geht trotz der 2:3-Niederlage am Sonntag im DEL-Spitzenspiel bei Tabellenführer Krefeld Pinguine selbstbewusst in die erste Partie gegen Oulu. "Wir können jede Mannschaft schlagen", meinte Trainer Don Jackson, der allerdings auf die verletzten Florian Busch (Überdehnung im Handgelenk) und Richie Regehr (Fingerfraktur) verzichten muss.

Die Spieler wollen sich international beweisen und so ihren Marktwert für die nordamerikanische Profiliga NHL oder die finanzkräftige KHL in Osteuropa steigern. "Die CHL kann für jeden Spieler ein großes Sprungbrett für die eigene Karriere sein", sagte Sven Felski, der als einziger Berliner bereits internationale Erfahrungen auf Klubebene gemacht hat.

Der finnische Gegner aus Oulu hat sich von einer Lebensmittelvergiftung, die zuletzt 15 Spieler erfasst und sogar zu einer Spielabsage in der heimischen Liga geführt hat, mittlerweile erholt. Die "Wiesel", die seit 2004 viermal den finnischen Meistertitel geholt haben, setzen ganz auf ihren Star-Goalie Tuomas Tarkki, der in Finnland in den vergangenen beiden Jahren zum Torhüter des Jahres gewählt wurde.

Autor: sid

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