Um ein offenes Wort war Mike Rietpietsch noch nie verlegen. Dass sich der Leadertyp auch in der Niederlage stellt, spricht für ihn.

Rietpietsch zeigt Verständnis und fordert Ruhe

"... dann können wir uns abmelden"

06. Oktober 2008, 11:30 Uhr

Um ein offenes Wort war Mike Rietpietsch noch nie verlegen. Dass sich der Leadertyp auch in der Niederlage stellt, spricht für ihn.

Ebenso wie die Tatsache, dass er die Schuld an der Talfahrt vor allem der Mannschaft gibt. Warum, verrät er im RS-Interview.

RS: Mike Rietpietsch, wie bewerten Sie die aktuelle Lage?
Rietpietsch: Wir sollten mal alle die Nerven behalten. Ich glaube, die Leute haben die Latte nach der Vorbereitung zu hoch gelegt. Die sollten mal den Ball flach halten. Dass die Leistung nicht stimmt, ist absolut korrekt. Aber es wird nicht besser, wenn man mit dem Hammer draufhaut oder den Trainer rausschmeißt. Es liegt an uns.

Welche Konsequenzen muss man aus den Auftritten der letzten Wochen ziehen?

Wenn die Leute alle so unzufrieden sind, können wir uns auch abmelden und den Spielbetrieb einstellen. Aber das bringt weder die Anhänger noch uns weiter.

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Verstehen Sie die Reaktionen der Fans?

Dass das Publikum unzufrieden ist, ist absolut in Ordnung. Wenn ich 90 Minuten im Regen stehen würde und für eine Niederlage auch noch bezahlt hätte, würde ich auch sauer sein, wenn ich mit nassen Haaren nach Hause gehen müsste. Ich hoffe nur, dass die Leute trotzdem weiter kommen und uns unterstützen – auch wenn es schwer fällt.

Wo liegen die Gründe für die Niederlage?

Es ist im Moment spielerisch zu wenig. Aber wenn das auf dieser Wiese so leicht möglich wäre, hätten wir es auch schon gemacht. Allerdings kann man auch nicht behaupten, dass Jena uns an die Wand gespielt hat. Es ging vor allem um den Kampf, den haben wir teilweise angenommen. Der Knackpunkt ist, dass das Tor für uns nicht fallen will.
Ist das nicht ein wenig zu einfach?

Man sollte jetzt nicht alles schwarz reden. Dass man unzufrieden ist, weil wir unten drin hängen, ist absolut richtig. Man sollte das auch nicht unter den Tisch kehren.

Kommt es denn nun intern auf den Tisch?

Wir sollten sinnvoll analysieren, warum das Spielerische so ein bisschen hinten dran steht. Ich würde bezweifeln, dass sich keiner reinhängt. Aber irgendetwas stimmt im Moment nicht. Wir haben jetzt zwei Wochen Zeit, um es besser zu machen.

Können allein die Ausfälle als Ausrede herhalten?

Nein, das glaube ich nicht. Wir sind von der Breite her gut besetzt. Es wird immer mal der ein oder andere fehlen, das ist bei Jena auch so gewesen. Aber dann müssen die anderen ins Feuer springen und die Kohlen rausholen.

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