Werder Bremen hat zum fünften Mal den DFB-Pokal gewonnen. Die Schützlinge von Trainer Thomas Schaaf besiegten im Finale Zweitligist Alemannia Aachen durch Treffer von Tim Borowski (2) und Ivan Klasnic mit 3:2 (2:0).

Bremen holt das Double - 3:2-Erfolg gegen Aachen

ck
29. Mai 2004, 23:00 Uhr

Werder Bremen hat zum fünften Mal den DFB-Pokal gewonnen. Die Schützlinge von Trainer Thomas Schaaf besiegten im Finale Zweitligist Alemannia Aachen durch Treffer von Tim Borowski (2) und Ivan Klasnic mit 3:2 (2:0).

Der deutsche Meister Werder Bremen hat zum ersten Mal in der 105-jährigen Vereinsgeschichte das "Double" gewonnen. Eine Woche nach dem Saisonende in der Bundesliga gewannen die Hanseaten in Berlin auch das Finale des DFB-Pokals gegen den Zweitligisten Alemannia Aachen mit 3:2 (2:0). Damit holte die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf bei der achten Finalteilnahme zum fünften Mal nach 1961, 1991, 1994 und 1999 den nationalen Cup und gleichzeitig als siebte Mannschaft und vierter Verein im deutschen Fußball Meisterschaft und Pokal in einer Saison.

"Das war ein sehr schweres Spiel, das wir eigentlich vermeiden wollten. Aachen hat uns über 90 Minuten gefordert. Wir haben es verpasst, nach dem 2:0 ruhiger zu spielen. Sie haben uns nie in Ruhe gelassen, uns immer wieder gefordert", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Sein Gegenüber Jörg Berger meinte: "Die zweite Halbzeit war eine tolle Halbzeit. Wir haben zu einem spannenden Pokalfinale beigetragen. Kompliment an die Bremer. Sie haben immer dann zugeschlagen, wenn wir dicht dran waren."

Borowski zweifacher Torschütze

Die Tore für Werder erzielten der zweimalige Nationalspieler Tim Borowski in der 31. Minute sowie der kroatische EM-Teilnehmer Ivan Klasnic eine Minute vor der Pause. Die tapferen Aachener kamen nur noch zum Anschlusstreffer durch den früheren Bremer Stefan Blank (52.), ehe erneut Borowski in der 84. Minute für die endgültige Entscheidung sorgte. Erik Meijer gelang in der Nachspielzeit mit dem zweiten Aachener Tor nur noch eine Ergebniskosmetik. In der 75. Minute waren die Aachener Hoffnungen auf die Sensation zerstört worden, als George Mbwando wegen groben Foulspiels die rote Karte sah.

Für die Alemannia, die zum dritten Mal nach 1953 und 1965 ein Pokalendspiel verlor, endete eine überraschend erfolgreiche Saison mit Ernüchterung. Durch das 0:1 beim Karlsruher SC hatte das Team von Trainer Jörg Berger am vergangenen Sonntag den Aufstieg in die Bundesliga verspielt, zudem vergaben die Aachener durch die Endspielniederlage die Teilnahme am Liga-Cup, in den nun Hansa Rostock nachrückt. Als Trost bleibt den Aachenern, die als zwölfter unterklassiger Verein seit der Bundesliga-Gründung 1963 im Endspiel standen und wie alle Vorgänger außer Kickers Offenbach (1970) und Hannover 96 (1992) verloren, die erste Europapokal-Teilnahme der Vereinsgeschichte.

Vor 71.682 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion, das zum 20. Mal in Folge Austragungsstätte des Pokalfinales war, begann der große Favorit aus Bremen druckvoll und drängte den Zweitligisten zunächst in die Defensive. Schon in der zweiten Minute kam der gemeinsam mit Torjäger Ailton nach Schalke wechselnde Mladen Krstajic in seinem letzten Spiel für Werder zu einer aussichtsreichen Freistoßchance. In der 21. Minute köpfte Klasnic nach einer Ecke von Ailton aus kurzer Distanz über das Tor.

Vermeintliche Vorentscheidung vor dem Pausenpfiff

Ausgerechnet als sich der Außenseiter vom Druck zu befreien schien, ging der deutsche Meister dann in Führung. Nach einer mustergültigen Vorarbeit von EM-Teilnehmer Fabian Ernst vollendete Borowski aus acht Metern freistehend. 13 Minuten später sorgte Klasnic nach Vorarbeit von Kapitän Frank Baumann mit einem unhaltbaren Linksschuss schon für die vermeintliche Entscheidung.

Doch die Aachener überraschten alle und kamen wieder ins Spiel zurück. Nach Blanks Anschlusstreffer per Kopfball hatten Bachirou Salou in seinem dritten Pokalfinale (63.) und abermals Blank (78.) weitere gute Chancen. Beste Spieler bei Bremen waren Ernst und der zweifache Torschütze Borowski.

Autor: ck

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