Heute steht die zweite Hälfte des Achtelfinals im DFB-Pokal an. Vor allem die strauchelnden Klubs aus München, Berlin und Köln wollen Wiedergutmachung betreiben. In München kommt es zum ewigen Derby gegen den HSV.

Krisenklubs wollen Befreiungsschlag im DFB-Pokal

tw
03. Dezember 2003, 17:38 Uhr

Heute steht die zweite Hälfte des Achtelfinals im DFB-Pokal an. Vor allem die strauchelnden Klubs aus München, Berlin und Köln wollen Wiedergutmachung betreiben. In München kommt es zum ewigen Derby gegen den HSV.

Für die Krisenklubs der Bundesliga ist der DFB-Pokal eine gute Gelegenheit, um sich für die Leistungen der letzten Wochen zu rehabilitieren. Vor allem Bayern München und Hertha BSC Berlin wollen heute mit Siegen im Achtelfinale des DFB-Pokals ihre Chaostage beenden. Die Münchner stehen gegen den finanziell angeschlagenen Hamburger SV (20.30 Uhr/live in der ARD) zum Auftakt ihrer "Wochen der Wahrheit" unter Zugzwang, bei Hertha muss Trainer Huub Stevens im Falle einer Pokal-Pleite bei Werder Bremen (19.30 Uhr) trotz aller Dementi von Vorstandsseite mit seinem Rauswurf rechnen.

Ausgerechnet vor der wichtigen Partie bangt Hitzfeld um seinen zuletzt in die Kritik geratenen Spielmacher Michael Ballack. Der Nationalspieler laboriert an einer Fersenprellung. Fraglich ist auch der Einsatz von Willy Sagnol (Knie- und Adduktorenprobleme) und Sammy Kuffour (Oberschenkelverletzung). Nicht dabei sind auf jeden Fall Bixente Lizarazu (Adduktorenverletzung), Markus Feulner (Muskelfaserriss) und Jens Jeremies (Wadenverhärtung) und Martin Demichelis, der über Nacht an einer Grippe erkrankte.

Angesichts des am Dienstag auf der Mitgliederversammlung veröffentlichten Rekord-Verlustes von 14,3 Millionen Euro hat der DFB-Pokal für den Hamburger SV eine neue Bedeutung erhalten. "Das ist wie ein Endspiel für uns, weil der Pokal die letzte Chance auf eine zusätzliche Einnahmequelle ist", setzt HSV-Vorstandsvorsitzender Bernd Hoffmann die Spieler von Trainer Klaus Toppmöller unter Druck.

Stevens muss seine letzte Chance nutzen

Seine möglicherweise letzte Chance muss Stevens bei Hertha BSC nutzen. Auch wenn der 50-Jährige zuletzt schon einige Krisen bei den Hauptstädtern überstanden hat, hängt sein Job derzeit wieder am seidenen Faden. Eine Pleite bei Werder Bremen könnte bei den Berlinern das Fass zum Überlaufen bringen. Mit einem Sieg an der Weser würde Stevens seine Kritiker dagegen zumindest bis zum Bundesligaspiel in Dortmund verstummen lassen. Luizao (Zerrung) und Josip Simunic (Fieber) fallen aus, dafür rückt Spielmacher Marcelinho nach seiner Rotsperre wieder ins Team.

Mit breiter Brust blickt Werder Bremen dem Duell gegen die angeschlagene Hertha entgegen. In der Liga glänzten die Werderaner am ersten Spieltag mit einem 3:0-Sieg in der Hauptstadt. Trainer Thomas Schaaf muss auf die "U20"-Nationalspieler Nelson Haedo Valdez, Christian Schulz und Alexander Walke verzichten.

Köln will neues Selbstvertrauen umsetzen

Mit neuem Selbstvertrauen geht der 1. FC Köln nach dem 2:2-Remis bei Bayern München die lösbare Aufgabe gegen Zweitligist SpVgg Greuther Fürth an. "Natürlich hat die Liga für uns Vorrang, doch wir können das Geld aus dem Pokal gut gebrauchen", meint Kölns Coach Marcel Koller. Neben den Langzeitverletzten Sebastian Schindzielorz und Moses Sichone fehlen auch Jörg Heinrich (Infektion) und Sebastian Helbig (Mittelohrentzündung).

Der SC Freiburg kann im Duell beim Zweitligisten VfB Lübeck (19 Uhr) wieder auf den genesenen Torjäger Alexander Iaschwili zurückgreifen. Der Georgier, der in der Bundesliga bereits sechs Tore erzielt hat, begann seine Karriere in Deutschland 1997 bei den Nordlichtern, ehe er in den Breisgau wechselte. "Ich freue mich auf das Wiedersehen einiger Freunde", meinte der 26-Jährige. Neben Iaschwili rücken auch Boubacar Diarra nach seiner Gelbsperre in der Liga und Soumaila Coulibaly nach überstandener Grippe wieder ins Team.

Autor: tw

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