Einen Trainerwechsel im Doppelpack gab es in der Bochumer Kreisliga A, Staffel 3. Betroffen waren jeweils die Reserve-Vertretungen der höherklassigen Wittener Vereine TuRa Rüdinghausen (Verbandsliga) und TuS Heven (Landesliga). In Heven machte Turan Simsek nach drei Jahren Platz für ein neues Spielertrainer-Duo, in Rüdinghausen quittierte Andreas Krüger nach nur vier Monaten seinen Dienst. Die beiden unterschiedlichen Fälle zeigen durchaus gemeinsame Tendenzen auf.

Witten: Kreisliga A - Trainerwechsel bei den Reserven von TuRa und Heven

Alte Bekannte auf dem Weg in neue Zeiten

Felix Guth
08. November 2006, 18:26 Uhr

Einen Trainerwechsel im Doppelpack gab es in der Bochumer Kreisliga A, Staffel 3. Betroffen waren jeweils die Reserve-Vertretungen der höherklassigen Wittener Vereine TuRa Rüdinghausen (Verbandsliga) und TuS Heven (Landesliga). In Heven machte Turan Simsek nach drei Jahren Platz für ein neues Spielertrainer-Duo, in Rüdinghausen quittierte Andreas Krüger nach nur vier Monaten seinen Dienst. Die beiden unterschiedlichen Fälle zeigen durchaus gemeinsame Tendenzen auf.

Sie unterstreichen, wie schwierig die Arbeit mit einer Reservemannschaft oftmals sein kann. Dies ist in Rüdinghausen noch deutlicher der Fall als in Heven. Denn beim TuS (derzeit Tabellenfünfter) waren vordergründig ganz normale Abnutzungserscheinungen im Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft der Grund für den Austausch. „Es fehlte zuletzt etwas die Motivation“, sagt Turan Simsek, der das Team 2005 in die A-Kreisliga führte. Deshalb gab er seine Aufgaben an die Spieler Marek Duda und Andreas Gräber ab, die nun vorerst bis zur Winterpause das Geschehen bestimmen. Doch auch die Hevener Vereinsführung sieht die Stagnation der mittlerweile aus immer mehr jungen Spielern bestehende Reserve wohl kritisch. Deshalb weiß auch Duda, lange Jahre Mittelfeld-Regisseur der ersten Mannschaft: „Langfristig ist die Kreisliga A für einen Klub wie Heven zu wenig.“[imgbox-right]http://www.revierkick.de/include/images/gallery/img_thumb_151.jpg Interimstrainer Nr. 1 in Heven: Marek Duda.[/imgbox]

Trainer der zweiten Mannschaft zu sein, ist in Rüdinghausen schon lange kein besonders erstrebenswerter Job mehr. Denn während die erste Mannschaft rasant nach oben strebte und innerhalb weniger Jahre von der Bezirks- bis in die Verbbandsliga marschierte, blieb der Unterbau auf der Strecke. Drei Trainer verschliss das Team seit dem A-Liga-Aufstieg 2004. Mit Roland Wupper steht nun derjenige Coach wieder auf der Kommandobrücke, der erst vor rund einem Jahr vor den Bedingungen im Mellmausland kapitulierte. Andras Krüger – mit langjähriger Erfahrung verschiedener Oberliga-Stationen ausgestattet und nebenbei Torwarttrainer der Verbandsliga-Mannschaft – musste zu Beginn dieser Woche gehen, weil auch er nicht gegen die mangelnde Unterstützung ankämpfen konnte. „Ich war hier der Alleinunterhalter, es gab keinen Betreuer und die Personaldecke war viel zu dünn“, sagt Krüger. Dies ließ sich mit seiner Doppelfunktion nicht mehr vereinen und gefährdete zudem die sportliche Zukunft der Reserve. Nach der Niederlage gegen den bis dahin sieglosen Tabellenletzten Portugiesischer SV, „musste etwas passieren“, wie Roland Wupper anmerkt.[imgbox-right]http://www.revierkick.de/include/images/gallery/img_thumb_152.jpg Interimstrainer Nr. 2 in Heven: Andreas Gräber.[/imgbox]

Der Ur-Turaner Wupper, zuletzt in dem um Manfred Wurst neu gebildeten Team der sportlichen Leitung aktiv, will nun neue Zeiten für die Reserve anbrechen lassen. „Für die nächste Saison werden wir anders planen,“ sagt er. „Junge, hungrige Spieler“ sollen dann das Rückgrat der Mannschaft bilden. Eine „U 23“ im Stile der Profimannschaften ist das Ziel anstelle eines Sammelbeckens für betagte Kicker im Spätherbst ihrer Karriere. Dass dies auch im Amateurbereich gut funktionieren kann, machen derzeit die Verbandsligisten TSG Sprockhövel und Westfalia Rhynern vor. Beide setzten auf das Nachwuchs-Prinzip und sind mit ihren zweite Mannschaften in der Bezirksliga vertreten.

Wenn TuRa Rüdinghausen seine ambitionieren Pläne wahrmachen und mittelfristig in der Oberliga mitmischen will, ist ein starker Unterbau unerlässlich. „Schon der Sprung zwischen A-Liga und Verbandsliga ist eigentlich zu groß“, sagt Roland Wupper. Sollte es ihm nicht gelingen, seine ehemalige Truppe wieder auf Kurs zu bringen – TuRa hätte ein großes Problem.

Autor: Felix Guth

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