Der VfL hat seine Hausaufgaben gemacht. Zweitliga-Aufsteiger Jahn Regensburg ist für die Verantwortlichen von der Castroper Straße kein Buch mit sieben Siegeln mehr.

VFL Bochum: Regensburg ein unberechenbarer Gegner

gp
28. August 2003, 13:29 Uhr

Der VfL hat seine Hausaufgaben gemacht. Zweitliga-Aufsteiger Jahn Regensburg ist für die Verantwortlichen von der Castroper Straße kein Buch mit sieben Siegeln mehr.

Noch vor anderthalb Wochen saßen die Co-Trainer Frank Heinemann und Nico Michaty auf der Tribüne des Duisburger Wedaustadions und sahen das 2:2 gegen den MSV. Auch Chef-Trainer Peter Neururer weiß Bescheid: "Ein Team, das die Stärken in der Defensive hat, aber sie können auch klug kontern." Doch was an der Wedau noch vortrefflich klappte, ging am vergangenen Freitag im Heimspiel gegen Lübeck (0:4) völlig in die Hose. Neururer: "Dieses Ergebnis mag ich nicht zu bewerten. Ich bin sicher, für uns wird es dort verdammt schwer."

Für die Regensburger ist es wahrscheinlich das Spiel des Jahres. Verständlich, dass Trainer Ingo Peter, der lange in Wanne-Eickel und zuletzt in Siegen im Amt war, sein Team in dieser Woche noch einmal verstärken möchte. So könnte die Verpflichtung von Marcus Feulner das Mittelfeld weiter stabilisieren. Der 21-Jährige vom FC Bayern sollte jedenfalls unbedingt ausgeliehen werden, wenn Bayerns Amateur-Coach Hermann Gerland sein "Okay" gibt. Neururer: "Wir werden auf alles vorbereitet sein." Wer nun beim ersten Aufeinandertreffen mit dem SSV Jahn Regensburg und beim Wiedersehen mit dem Ex-VfLer Karsten Hutwelker auflaufen wird, ist noch völlig offen. Fakt ist: Neben Filip Tapalovic fallen auch Keeper Rein van Duijnhoven (Kapselverletzung am rechten Ringfinger) und Dariusz Wosz (Muskelfaserriss) definitv aus. Ein Fragezeichen steht auch hinter den Einsätzen von Paul Freier und Philip Bönig. Der Nationalspieler zog sich bereits am vergangenen Samstag einen schmerzhaften Bluterguss am rechten Fuß zu. Bönig verletzte sich am Mittwoch im Training. Freier: "Es ist schon etwas besser geworden, aber die Entscheidung fällt erst im Abschlusstraining." Bönig dagegen, der über wahnsinnige Schmerzen klagte, wollte erst einmal die Nacht bis zum nächsten Training abwarten.

Die möglichen Alternativen: Für van Duijnhoven spielt Christian Vander, für Wosz ist Thordur Gudjonsson hinter den Spitzen erster Kandidat. Fällt Freier aus, könnte Bjarni Gudjonnson spielen oder Momo Diabang auf rechts rücken und so links den Weg für Delron Buckley frei machen. Erster Anwärter für die Bönig-Rolle wäre Martin Meichelbeck, der am Mittwoch - so wie Anton Vriesde - bei den Amateuren zum Einsatz kam. Ob Miroslav Stevic bereits zum 18er-Kader gehört, war völlig offen, obwohl sich der VfL sowohl über den türkischen Fußballverband als auch über den abgebenden Verein Fenerbahce Istanbul bemühte, die Spielberechtigung bis Samstag zu bekommen. Vorstandsmitglied Dieter Meinhold: "Die DFL versucht es über den Verband, wir über Fenerbahces Team-Manager Murat Kusz." Vielleicht käme die rechtzeitige Stevic-Freigabe dem Coach sogar sehr gelegen, denn Sunday Oliseh suchte nach dem Training wegen seiner ständigen Adduktoren-Probleme sicherheitshalber noch einmal den Arzt auf.

Bereits morgen am Nachmittag fliegt der VfL nach Nürnberg, von dort aus geht es mit dem Mannschaftsbus nach Regensburg. Neururer warnend: "Alles, was wir uns bisher an Image aufgebaut haben, werden wir in Regensburg nicht aufs Spiel setzen. Wir sind zwar fußballerisch besser, aber solch ein Spiel muss man zunächst einmal im Kopf gewinnen." Das unterstreicht auch Abwehrspieler Sören Colding: "Da müssen wir genauso konzentriert sein, wie letzten Samstag gegen Leverkusen, sonst machen wir uns das Leben unnötig schwer."

Autor: gp

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