Matthieu Beda, Mittelfeldrecke der Münchner, strahlte nach dem Sieg bis über beide Ohren.

MSV: „Dieser Trudelball war mehr als passend"

„Der liebe Gott wollte nicht, dass wir weiterkommen"

Andreas Gellert
25. September 2008, 08:17 Uhr

Matthieu Beda, Mittelfeldrecke der Münchner, strahlte nach dem Sieg bis über beide Ohren.

„Natürlich sind wir überglücklich. Allerdings war das Elfmeterschießen unsere Rettung. Wir hatten alle schwere Beine und waren platt. Wichtig war aber der Zusammenhalt im Team. Darauf sollten wir aufbauen, auch wenn das Match nicht gerade berauschend war.“

„Wir sind mit der Drucksituation nicht so gut klar gekommen. Dementsprechend verkrampft und nervös haben wir dann auch agiert“, analysierte Torben Hoffmann. „Letztendlich ist es scheißegal wie dieser Sieg zustande gekommen ist. Hauptsache wir sind weiter. Das zählt. Alles andere müssen wir schleunigst abstellen und neu überdenken.“

Stefan Reuter, Manager des TSV, freute sich vor allem für den Sieg-Torschützen: „Daniel Bierofka hat sehr gut agiert. Er war der Aktivposten in unserem Spiel. Wir waren am Ende stehen K.o. und konnten nicht mehr. Von unserer Seite war das insgesamt mehr Krampf als Kampf. Wir haben jegliche Klasse vermissen lassen – aber wir sind weiter und Duisburg nicht.“

„Der liebe Gott wollte nicht, dass wir weiterkommen. Bei Bierofka kann Herzog nichts machen. Tschauner lässt sich feiern, hat aber nicht einen Ball von uns gehalten“, haderte Torwart-Trainer Manni Gloger mit dem Schicksal.

Sein Kollege und „Co“ Heiko Scholz sah es ähnlich: „Dieser Trudelball war mehr als passend. Unser Match war nicht überragend. Wenn wir ein Tor machen, ist das Ding durch. So haben die 60er bis zum Ende gepaddelt und sich ins Elfmeterschießen gerettet. Die konnten gar nichts.“

„Fußball war das nicht, was München da geboten hat. Wir haben eine bessere Form gezeigt, als noch in der Vorwoche. Waren aber nicht zwingend genug“, resümierte Bruno Hübner.

Eigentlich zählt auch Kapitän „Ivo“ Grlic zu den etatmäßigen Elfmeterschützen, doch er fehlte im Fünfer-Reigen. „Ich habe die letzten drei Elfer verschossen, war mir deshalb nicht so sicher. Da sich genügend Freiwillige gemeldet haben, musste ich nicht schießen. “

Wie zum Beispiel Olcay Sahan, der ganz cool versenkte. „Natürlich war ich nervös“, gibt er offen zu. „Aber ich habe es mir nicht anmerken lassen.“ Trotz Minus-Kulisse und Niederlage war das Match in München ein Highlight für ihn. „Jeder Aufritt in der Profi-Elf macht mich stolz, auch wenn er bitter endete. “

„Elferschießen ist und bleibt Glückssache. Diesmal haben wir eben Pech gehabt. Das wird sich aber ändern“, berichtete Markus Brzenska. „Dafür stand die Defensive gut. Das Mittelfeld war kompakt. Darauf sollten wir aufbauen und als Positives mitnehmen.“

„Bei Bierofkas Elfer habe ich im ersten Moment gedacht, dass ich ihn halte. Ich musste aber zurückgreifen und hatte nicht mehr genügend Kraft. Der Ball hatte einen Rückdrall und ist halt rein gekullert“, resümierte Marcel Herzog.

Björn Schlicke analysierte: „Es hat nicht sollen sein. Normalerweise sollten 120 Minuten reichen, um ein Tor zu erzielen. Dafür kam in Halbzeit zwei aber zu wenig. In der Verlängerung hat sich natürlich niemand mehr aus der Reserve locken lassen.“

Um genau 0.13 Uhr verließ der letzte MSV-Akteur die Arena. Es war Cedrick Makiadi, der zusammen mit Gordon Schildenfeld bei der Doping-Probe antreten musste. Gestern, Mittwoch, um 10.35 Uhr reiste der MSV-Tross dann zurück. Bei den Matches gegen den 1. FC Nürnberg und SC Freiburg, wird es das nicht geben: Die „Zebras“ bleiben im Süden und reisen von Nürnberg in den Breisgau, um sich dort auf den SC vorzubereiten.

Peinlich! Schon vor dem Anpfiff hatten sich die Arena-Caterer eine tolle Überraschung im Presse-Raum ausgedacht: Extra zum Match gegen den MSV hatten die Köche lilafarbene Eier kredenzt, die wohl an „Deep Purple“, die neue Auswärtstrikotfarbe des MSV, erinnern sollte. Bis auf eine Premiere-Reporter, der mit den Eiern seinen Schabernack trieb, reagierte aber niemand auf diesen Scherz.

Der TSV 1860 München sparte sich zudem Extra-Kosten. Zum Cupmatch des MSV wurden einfach die Stadionhefte des letzten Heimspiels gegen die „Zebras“ verteilt, die einen kurzen Abriss zum DFB-Pokal enthielten.

Autor: Andreas Gellert

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