Wer bei der Partie zwischen Spitzenreiter 1. FC Dersimspor und dem noch sieglosen Schlusslicht Dinslaken 09 II auf ein Schützenfest gehofft hatte, wurde enttäuscht. Am Ende musste der hohe Favorit froh sein, drei Punkte zu verbuchen. Nur Dersimspors Spielertrainer Ömer Aydin hatte bereits vor Spielbeginn geahnt:

Duisburg: Dersimspor mit 11. Sieg in Folge

Wer soll diese Mannschaft stoppen?

Heiko Gaeb
05. November 2006, 20:55 Uhr

Wer bei der Partie zwischen Spitzenreiter 1. FC Dersimspor und dem noch sieglosen Schlusslicht Dinslaken 09 II auf ein Schützenfest gehofft hatte, wurde enttäuscht. Am Ende musste der hohe Favorit froh sein, drei Punkte zu verbuchen. Nur Dersimspors Spielertrainer Ömer Aydin hatte bereits vor Spielbeginn geahnt: "Das wird keine leichte Aufgabe. Wir werden hart kämpfen müssen, um zu gewinnen." Er sollte Recht behalten. [i]Ein Ortstermin[/i].

Aydin selbst blieb mit Leistenproblemen nur die Zuschauer- bzw. Trainerrolle. Ein Einsatz auf dem Platz kam nicht in Frage.

Der Gastgeber begann druckvoll, als wollten sie alle Bedenken von Aydin zerstreuen. Doch es sprangen zunächst keine zwingenden Chancen heraus. Der Gast aus Dinslaken hielt gut dagegen. Ein Elfmeter, Dersimspors Turan Hasates war im Strafraum zu Fall gebracht worden (12.), durch Ümit Bor brachte die Gastgeber dann doch in Führung. Für den Routinier, der in Halbzeit zwei von der Stürmer-Position zurückgezogen wurde und als Libero agierte, war es bereits der fünfte Saisontreffer. Und so machte sich unter einigen der gut 100 Zuschauern das Gefühl breit, dass dies der Startschuss zum Schützenfest sei. Angesichts der Serie von zehn Dersimspor-Siegen in Folge auch kein Wunder. Doch statt des 2:0 für den Favoriten glichen die Gäste durch Ingo Hermann mit einem Volleyschuss aus gut 16 Metern zum überraschenden 1:1 aus (21.).[imgbox-right]http://www.revierkick.de/include/images/gallery/img_thumb_143.jpg Traf zum 1:0 für den Favoriten: Ümit Bor.[/imgbox]

Der Spitzenreiter zeigte sich kaum geschockt und intensivierte seine Offensivbemühungen. Doch die Abwehr der Dinslakener stand sicher. Die Gäste, die erst zwei Punkte auf der Habenseite vorweisen können, machten geschickt die Räume eng, so dass bei allen Angriffsbemühungen von Dersimspor immer ein Dinslakener Bein dazwischen war.

Dersimspor versuchte nun alles, um noch vor der Pause zur Führung zu kommen. Dinslaken kam so zu Kontermöglichkeiten, konnte aber kein Kapital daraus schlagen. Die Möglichkeit zur erneuten Führung für den Favoriten hatte Erdal Uyar in der 36. Minute. Nach einem schön herausgespielten Angriff vetendelte Dersimspors Stürmer aber den Ball, anstatt vorher zu passen.

Zwei Minuten später klingelte es dann im Kasten von Milan Kljajic: Düzgün Koc traf mit einem sehenswerten Freistoß - das Pressing hatte sich ausgezahlt. Der Spitzenreiter schlug noch vor der Pause zum dritten Mal zu. Einen Schuss von Sayik konnte Dinslakens Keeper Kljajic nur abprallen lassen, so dass Erdal Uyar zum 3:1 vollstrecken konnte.

Die große Chance, die Gäste noch einmal heranzubringen, bot sich nach dem Wiederanpfiff für Markus Kalthoff. Nachdem Dersimspors Hanna Rimon im eigenen Strafraum den Ball mit der Hand spielte, zeigte der Referee auf den Elfmeterpunkt. Doch Kalthoff scheiterte am glänzend reagierenden Torwart Manuel Schulz, der den Ball aus dem unteren linken Eck rausfischte.

Vier Minuten später hätte Dersimspor fast auf 4:1 erhöht. Nach einer Hereingabe von Hanifi Kerem schoss Deniz Tutmaz den Ball freistehend vor dem Tor genau in die Arme des Keepers. In der Folgezeit ging es etwas langsamer zu, Chancen gab es dennoch auf beiden Seiten. In der 63. Minute drosch Gäste-Stürmer Steffen Krüger den Ball auf das Tor, doch Manuel Schulz konnte sich abermals durch einen guten Reflex auszeichnen. So passierte bis zum Schlusspfiff nichts Erwähnenswertes mehr. Der Tabellenführer verwaltete das Ergebnis gegen weiterhin tapfer, aber erfolgslos kämpfende Dinslakener.

"Das war keine Glanzleistung von uns. Wir sind froh die drei Punkte geholt zu haben. Wir hatten einen wirklich starken Gegner", resümierte Aydin nach Spielende. Dirk Kalthoff, Trainer des Schlusslichts, sah es ähnlich: "Ich konnte keinen großen Unterschied feststellen."[imgbox-right]http://www.revierkick.de/include/images/gallery/img_thumb_145.jpg Traf zwar zum zwischenzeitlichen Ausgleich, konnte die Niederlage für Dinslaken aber auch nicht verhindern: 09-Kapitän Ingo Hermann.[/imgbox]

Auch Ingo Hermann, Kapitän und einziger Torschütze der Dinslakener, wollte nach Spielende keine Trübsal blasen: "Wir haben halt Pech gehabt. Trotzdem bin ich insgesamt zufrieden. Wir haben die taktischen Anweisungen des Trainers sehr gut umgesetzt und in einer fairen Begegnung nur knapp verloren. Das stimmt mich für die kommenden Aufgaben optimistisch."

Durch den Sieg konnte der Tabellenführer den elften Sieg in Folge feiern und dank der Niederlagen von Oberlohberg und Westende Hamborn den Vorsprung auf inzwischen 13 Punkte (!) ausbauen. Bleibt die Frage: Wer will diese Mannschaft stoppen?

Autor: Heiko Gaeb

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