Die Ambitionen bei Rot-Weiß Stiepel waren groß: Trainer Dirk Wischnewski wollte den modernen Fußball in die A-Kreisliga bringen.

BO: Stiepel sucht Trainer

Das "Experiment Raumdeckung" ist gescheitert

18. September 2008, 16:59 Uhr

Die Ambitionen bei Rot-Weiß Stiepel waren groß: Trainer Dirk Wischnewski wollte den modernen Fußball in die A-Kreisliga bringen.

"Wir spielen seit dieser Saison mit einer Viererkette, die in einer Raumdeckung agiert, was, glaube ich, einzigartig in dieser Liga ist. Aus meiner eigenen Oberligaerfahrung weiß ich aber, dass es nichts besseres als diese Kette gibt", erklärte der Linienchef noch vor einigen Wochen auf RevierSport online.

Für die Kreisliga scheint das allerdings nicht zu gelten. Denn das Experiment im Bochumer Süden ist vorerst gescheitert. Ein "Dreier" ist bisher die magere Ausbeute aus den ersten fünf Partien.

Das Faß zum Überlaufen brachte die empfindliche 2:7-Niederlage der Rot-Weißen am vergangenen Sonntag gegen SW Wattenscheid 08 II. Wischnewski übernahm prompt die Verantwortung von den verpatzten Saisonstart - und nur kurz nach Abpfiff seinen Hut. Zum Bedauern der Clubführung, wie der Vorsitzende Fredi Künstler betont: "So ganz kann ich es nicht nachvollziehen. Dirk Wischnewski hat sich da vielleicht selbst ein bisschen zu viel unter Druck gesetzt", mutmaßt der Chef der "Rothosen" und ergänzt: "Von Seiten der Vereinsführung kam keinerlei Druck, wir haben dem Trainer vertraut."
Kein Linienrichter in der Kreisliga - Gift für die Abseitsfalle

Warum der Traum von der zeitgemäßen Defensivtaktik nicht aufgegangen ist, glaubt Künstler erklären zu können. "In der Kresiliga steht leider kein Unparteiischer an der Linie und die Schiedsrichter sind auch nicht über neunzig Minuten auf Ballhöhe. Da kassiert man schon das ein oder andere Gegentor, das nach abseits riecht", stöhnt der erste Vorsitzende.

Den Platz auf der Trainerbank nimmt nun vorerst Marten Knöner, etatmäßiger Coach der Reserve, ein. Nach dem der 24-jährige Kicker Sebastian Tölg unter der Woche das Training geleitetet hatte, soll der Übungsleiter der zweiten Mannschaft den Stiepeler Oberbau in den nächsten zwei Partien zurück in die Erfolgsspur führen. "Wir haben am heutigen Donnerstagabend das Kreispokalspiel gegen Arminia Bochum und am Sonntag geht's gegen den FC Höntrop", blickt Künstler voraus.
Neuer Trainer soll am Sonntag präsentiert werden

Gerade das Kellerduell in der Meisterschaft könnte für die Stiepeler eine Trendwende einläuten, schließlich kommt das Liga-Schlusslicht, das noch ohne jeden Zähler da steht, an die Kemnader Straße. "Und aller Voraussicht nach werden wir nach dem Spiel auch den neuen Trainer präsentieren", freut sich Künstler. "Wir haben einen konkreten Kandidaten im Auge und schon erste Gespräche geführt. Es sieht recht gut aus."

Das Saisonziel bleibt im Übrigen gleich: "Wir wollen in die obere Tabellenhälfte. Und da werden wir am Saisonende auch stehen", ist sich der RW-Boss sicher. Ob dieses Vorhaben nun mit einer modernen Raum- oder der "guten, alten" Manndeckung in Angriff genommen wird, wird der neue Mann an der Linie entscheiden. Denn: "Wir mischen uns vom Vorstand in sportliche Dinge eigentlich nicht ein", stellt Fredi Künstler klar.

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