Die Situation beim TUSEM wird immer prekärer. Erst der Fehlstart mit vier Pleiten aus vier Spielen, nun die nächste Horrormeldung: Kapitän Evars Klesniks fällt voraussichtlich mindestens ein halbes Jahr lang aus.

Tusem: Evars Klesniks fällt monatelang aus

Szargiej: "Ein großer Schock"

18. September 2008, 12:57 Uhr

Die Situation beim TUSEM wird immer prekärer. Erst der Fehlstart mit vier Pleiten aus vier Spielen, nun die nächste Horrormeldung: Kapitän Evars Klesniks fällt voraussichtlich mindestens ein halbes Jahr lang aus.

Der Leistungsträger hat sich im Trainings-Zweikampf mit Martin Wozniak die Schulter ausgekugelt, eine Kernspin-Tomographie am morgigen Freitag soll Klarheit über die Schwere der Verletzung bringen. "Der genaue Befund bleibt abzuwarten, vieles deutet aber auf eine Operation hin", erklärt Mannschaftsärztin Dr. Sabine Sörries. Die war bei der Einheit anwesend und renkte die Schulter umgehend wieder ein. "Wir haben jetzt weitere Spezialisten herangezogen, um eine genaue Analyse der Verletzung anzustellen und eine effektive Behandlung zu planen", berichtet Sörries.

So hat mit Dr. Hans-Gerd Pieper, Chefarzt der Rolandklinik in Bremen, eine echte Koryphäe im Bereich von Schulter-Operationen, spontan seine Hilfe angeboten. Für die TUSEM-Verantwortlichen ist das Angebot allerdings nur ein schwacher Trost.

"Das ist ein großer Schock für mich und die gesamte Mannschaft gewesen", berichtet Trainer Kristof Szargiej. Wohl wahr: Auf Halbrechts stehen dem Coach nun gar keine Alternativen zur Verfügung. „Es ist natürlich eine besonders schwierige Situation, wenn eine zentrale Figur für unser Spiel ausfällt. Evars ist Kapitän, Leistungsträger und einziger Linkshänder im Rückraum zugleich", bemerkt der Coach.

Die Verantwortung wird zunächst wohl im wahrsten Sinne des Wortes auf mehrere Schultern verteilt. Denn mit Ruwen Thoke hat man bislang nur ein Talent in der Hinterhand, das man erst langsam an die Anforderungen in der Bundesliga heranführt. "Wahrscheinlich wird ein Rechtshänder auf der Position spielen müssen", bemerkt Szargiej. Und hofft insgeheim, dass der Verein trotz knappen Etats doch noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlägt.

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