Trotz der 21:27-Niederlage im Word-Bowl-Finale gegen die Amsterdam Admirals blickt Berlin Thunder auf eine erfolgreiche Saison zurück.

Thunder verpasst "i-Tüpfelchen" gegen Amsterdam

tok
12. Juni 2005, 12:40 Uhr

Trotz der 21:27-Niederlage im Word-Bowl-Finale gegen die Amsterdam Admirals blickt Berlin Thunder auf eine erfolgreiche Saison zurück. "Das i-Tüpfelchen hat leider gefehlt", sagte Star-Spieler Christian Mohr.

Auch eine insgesamt sehr erfolgreiche Saison in der NFL Europe konnte die Spieler des entthronten Champions Berlin Thunder nicht aufheitern. "Jetzt ist Frusttrinken angesagt. Wir haben eine super Saison gespielt, aber das i-Tüpfelchen hat leider gefehlt", sagte der deutsche Football-Star Christian Mohr nach der 21:27 (0:7, 7:10, 0:7, 14:3)-Niederlage gegen die Amsterdam Admirals im World Bowl XIII in Düsseldorf.

Nichts war es mit dem vierten Triumph in der NFLE-Geschichte nach 2001, 2002 und 2004, stattdessen durften die Admirals zum ersten Mal die gläserne Kristallkugel im gelben Konfetti-Regen in Empfang nehmen. Erstmals seit acht Jahren ist der World Bowl nicht mehr in deutscher Hand, das einzig verbliebene ausländische Team hat in der zur "NFL Germany" umfunktionierten Liga das Kommando übernommen.

Amsterdam zittert bis zur letzten Sekunde

Dabei mussten die Admirals und ihre 4000 mitgereisten Oranje-Fans bis zur letzten Sekunde um den Sieg zittern. Erst als Robert Redd den Pass des Berliner Quarterbacks Dave Ragone in der Amsterdamer Endzone nicht fangen konnte, war die furiose Aufholjagd von Thunder gelaufen. "Im Football geht es um Zentimeter. Wir hätten in der letzten Sekunde das Spiel noch drehen können", analysierte Mohr, der auf einen Platz im NFL-Team der Seattle Seahawks hofft.

Drei Viertel lang war das Finale eine einseitige Angelegenheit. Beim Stand von 24:7 wähnten sich die Niederländer bereits am Ziel, doch am Ende hatte Admirals-Trainer Bart Andrus noch drei harte Minuten zu überstehen. "Das war eine Saison mit Höhen und Tiefen, aber jetzt bin ich nur stolz", meinte der "Trainer des Jahres 2005".

Mit dem spannendsten Finale in der 13-jährigen Geschichte hat der Europa-Ableger der NFL damit noch einmal kräftig Werbung in eigener Sache betrieben, nun liegt das Schicksal der Liga in den Händen der Klub-Bosse in den USA. Auf ihrer Sitzung Ende August/Anfang September müssen die NFL-Teambesitzer über den Fortbestand der weiterhin defizitären Meisterschaft entscheiden. Erst 2003 war die Einstampfung der Liga mit einer Stimme Mehrheit abgewendet worden.

NFL Europe feiert neuen Zuschauerrekord

Liga-Chef Jim Connelly ist von einer Zukunft überzeugt: "Auf vielen Gebieten war das eine erfolgreiche Saison. Wir haben einen Zuschauerrekord aufgestellt und wichtige Partner dazugewonnen." 18.965 Fans strömten in der Gruppenphase in die sechs Arenen und verbesserten damit die Bestmarke von 2001 (18.573). Die Final-Party in der Düsseldorfer Arena mit vielen Show-Einlagen (Shaggy, Guildo Horn, Laser-Show, Feuerwerk, etc.) wollten noch einmal 35.134 Fans sehen.

Nach Vorstellung der Verantwortlichen sollen die sechs Standorte (Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg, Köln, Berlin, Amsterdam) auch 2006 Bestand haben. Connelly widersprach Gerüchten, wonach die Zukunft der Admirals ungewiss sei. "Sportlich und wirtschaftlich war das eine hervorragende Saison für Amsterdam. Es gibt keinen Plan, das Team zu ersetzen", meinte Connelly. Erst in diesem Jahr hatten die Scottish Claymores den Hamburg Sea Devils weichen müssen.

Neue deutsche Teams für 2007 geplant

Eine Vergrößerung der Liga ist im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland nicht vorgesehen. "Aber viele WM-Städte haben für 2007 bereits Interesse signalisiert", so Connelly. Vermutlich muss die Liga im kommenden Jahr wegen der WM zwei Wochen früher beginnen.

Autor: tok

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