Für Andreas Müller fängt die Saison mit dem Revierderby in Dortmund noch einmal neu an.

S04: Manager Müller im großen RS-Interview

"Meister wirst du nur von der Bank aus"

08. September 2008, 09:57 Uhr

Für Andreas Müller fängt die Saison mit dem Revierderby in Dortmund noch einmal neu an.

Pünktlich zum großen Revierderby in Dortmund wird Andreas Müller wieder wie ein normaler Mensch aussehen. Nächste Woche darf sich der Manager des FC Schalke der riesigen Stütze entledigen, die seinen linken Arm seit der Schulter-OP vor 14 Tagen entlastet. Was der 45-Jährige vom ewigen Duell mit dem Nachbarn erwartet, wie er den vom Aus in der Champions League getrübten gelungenen Start in die Bundesliga-Saison bewertet und warum er keine Fehleinkäufe bilanzieren will, erzählte er im Gespräch mit RevierSport.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/008/536-8855_preview.jpeg Schalkes Manager stellt sich den Fragen des RevierSport-Redakteurs. RS-Foto: Buschmann[/imgbox]
RevierSport: Andreas Müller, in der Bundesliga ist der FC Schalke top, aber international nur zweite Wahl. Wie ist aus Ihrer Sicht der Stand der Dinge?

Müller: Wir haben ja gesagt, dass es am Anfang wichtig ist, dass die Ergebnisse stimmen. Sieben Punkte in der Meisterschaft sind wirklich sehr in Ordnung. Was mir dabei besonders gefällt, ist die Tatsache, dass wir erst ein Gegentor hinnehmen mussten. Was man leider vorher nicht ahnen konnte, war das 0:4 in Madrid. Das war mehr als ein Betriebsunfall. Aber das ist passiert und es bringt nichts zurückzuschauen, wir müssen nur die richtigen Lehren daraus ziehen.

Die da wären?

Die Mannschaft hat nun die Möglichkeit zu beweisen, dass sie dieses Spiel unbeschadet überstanden hat. So ein Negativerlebnis kannst du nicht mit einem Heimsieg gegen Bochum reparieren, sondern da muss schon noch mehr kommen. Wenn die Verletzten bald wieder zurück sind und die Truppe annähernd komplett ist, dann hat sie die Qualität, in der Bundesliga konstant oben mitzuspielen. Außerdem gibt es auch noch zwei Pokalwettbewerbe, in denen man sportlich eine Menge erreichen und auch finanziell etwas mitnehmen kann.

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Dennoch war der erneute Einzug in die Champions League das erste große Saisonziel, an dem man blamabel gescheitert ist. Wie sehr merkt man an der Stimmung im und rund um den Verein, dass es nicht nach Mailand, Madrid oder Barcelona, sondern nach Nikosia geht?

Was heißt blamabel? Es war kein gutes Spiel von uns. Aber es ist ja auch nicht so, dass uns Atletico in beiden Spielen an die Wand gespielt hätte. Sicher, die beiden späten Tore in Madrid und das hohe Ergebnis trüben das Bild. Doch das müssen wir abhaken. Die Champions League ist für diese Saison Geschichte, es bringt nichts, der verpassten Möglichkeit hinterherzutrauern, auch wenn wir natürlich sehr gerne wieder mitgespielt hätten. Das versteht sich wohl von selbst. Priorität hat nun wie immer bei uns die Bundesliga. Das war auch in der letzten Saison so, als wir in der Champions League bis ins Viertelfinale gekommen sind. Aber auch der UEFA-Pokal ist ein schöner Wettbewerb, an dem wir gerne teilnehmen. Mit ihm verbindet Schalke doch viele schöne Erlebnisse.

Das Aus in Madrid war sicher auch den hochkarätigen Ausfällen geschuldet. Hat die Clubführung mal daran gedacht personell nachzulegen, als nacheinander Jefferson Farfan, Orlando Engelaar und Jermaine Jones wegbrachen?

Nein, in keiner Sekunde. Bei allen Verletzten, bis auf Manuel Neuer, war ja sofort abzusehen, dass sie nach einer gewissen Zeit wieder zur Verfügung stünden und keiner ein halbes Jahr oder länger ausfallen würde. Jones hat es sogar beispielhaft vorgemacht, wie man mit eisernem Willen und der richtigen Einstellung schneller als erwartet wieder zurückkommt.

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