Mit 33 feiert auch nicht jeder Fußballer seine Premiere in der Zweiten Liga.

RWO: Spätstarter Uster – Erinnerung an doppelte Unterzahl

"Das kommt automatisch hoch"

Christian Brausch
07. September 2008, 15:37 Uhr

Mit 33 feiert auch nicht jeder Fußballer seine Premiere in der Zweiten Liga.

Bei Timo Uster war es der Fall, nachdem er den Aufstieg in das Bundesligaunterhaus zuvor mit Wehen und Darmstadt knapp verpasste. Und als Lohn für die harte Arbeit gab es in den ersten vier Pflichtspielen jeweils die Startnominierung. Nach zuvor 106 Einsätzen in der Regionalliga und diversen Partien in der Oberliga. Natürlich nicht zu vergessen das Länderspiel für Gambia gegen Luxemburg im Jahr 2007. Was aber Vergangenheit ist, was zählt, ist der Zweitliga-Alltag mit den Kleeblättern.

Uster: „Ich freue mich sowieso über jede Partie bei RWO. Vor allem nach der letzten Zeit, die durch viele Verletzungen geprägt war. Und dass wir in der Zweiten Liga dabei sind, ist umso besser. Aber das war von Anfang an mein Ziel. Ich wollte kein Reservistendasein fristen, sondern angreifen. Das habe ich immer betont.“

Was bisher gelang, trotzdem ist die Einschätzung der ersten Spieltage vom ältesten Kicker der Truppe nicht nur positiv: „Ich habe immer gesagt, wir brauchen Zeit, um uns an die neue Gangart zu gewöhnen. So etwas kann nicht nur zwei oder drei Wochen dauern. Dann sehen wir ob es reicht. Überzeugt davon sind wir alle. Wobei wir wissen, es wartet noch viel und harte Arbeit auf uns, um die gesteckten Ziele auch erreichen zu können.“

Nach dem empfindlichen 1:4 am Millerntor könnte Ahlen daher als Gegner gerade recht kommen. In der Vergangenheit sah man oft sehr gut aus gegen die Wersestädter. In der letzten Spielzeit gab es einen Sieg in Ahlen und zu Hause verteidigte man das 0:0 trotz doppelter Unterzahl über 46 Minuten. Uster: „Dieses Match kommt automatisch hoch, es war eine außergewöhnliche Situation. Es ging gegen den Spitzenreiter und das mehr als eine Hälfte mit neun Mann gegen elf Gegner. Daran werden wir vor dem Start denken.“

Ein weiterer positiver Aspekt für RWO: Nach zwei Heimsiegen gab es für Ahlen in Augsburg eine klare 0:3-Pleite. Auch dort scheint man in der Fremde noch nach den richtigen Erfolgsmitteln zu suchen. Eine klare Parallele, die die Oberhausener zu ihrem zweiten Dreier vor eigener Kulisse nutzen wollen.

Die Situationen in Ahlen und Oberhausen sind sicher vergleichbar“, bemerkt der Ex-Meppener, „zwei Teams auf Augenhöhe begegnen sich. Und wir wissen, wir müssen punkten, um nicht Gefahr zu laufen in eine Drucksituation zu kommen, wo man Zähler auf Teufel komm raus einfahren muss. Und so werden wir die Partie auch angehen. Und dann hoffen wir, dass die Köpfe bei allen auch mitspielen. Denn die Psyche ist sehr wichtig.“

Und in dem Bereich hat die Mannschaft in der Aufstiegs-Spielzeit absolut überzeugt. Jeder Rückschlag wurde in kürzester Zeit verdaut und die passende Antwort gefunden. Uster: „Das hat uns stark gemacht und darauf setzen wir jetzt auch. Daraus ziehen wir unsere Kraft. Wir sind zuletzt auch holprig gestartet, da mussten ebenfalls alle an sich arbeiten. Dann haben wir in einen Lauf gefunden, so gehen wir das jetzt auch an.“

Und es folgt der Zusatz vom Verteidiger: „Man muss klar sehen, es ist noch gar nichts passiert. Ein Auftaktspiel ist immer eine spezielle Sache, in St. Pauli haben wir auf die Mütze gekriegt. Und gegen Ingolstadt haben wir trotz Anlaufschwierigkeiten gewonnen. Und das am Ende nicht nur mit Bälle wegschlagen oder acht Mal auf der Linie klären.“

Autor: Christian Brausch

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