Eine Sache dürfte in Oberhausen klar sein. Nach zwei Auswärts-Pleiten mit sieben Gegentreffern wird niemand auch nur im Ansatz unruhig.

RWO: Luginger baut auf den schnellen Lerneffekt seiner Mannschaft

„Wir arbeiten die Fehler in Ruhe ab“

Christian Brausch
06. September 2008, 08:37 Uhr

Eine Sache dürfte in Oberhausen klar sein. Nach zwei Auswärts-Pleiten mit sieben Gegentreffern wird niemand auch nur im Ansatz unruhig.

Bedeutet für Coach Luginger: Er kann in aller Ruhe mit seiner Mannschaft an den sicher vielen Baustellen arbeiten, um in Zukunft in der Fremde etwas souveräner aufzutreten. RS unterhielt sich mit dem Trainer über die Pauli-Klatsche und die Erkenntnisse für die anstehenden Wochen.

Jürgen Luginger, wie wurde das 1:4 in St. Pauli verdaut?
Zunächst haben wir uns am Montag unterhalten. Wir waren alle enttäuscht. Denn wir haben es dem Gegner zu einfach gemacht. Die Organisation hat gefehlt, die Zweikämpfe wurden kaum angenommen. Man kann es ganz einfach sagen: In der ersten Hälfte war das einfach zu wenig.
War das Tempo vor dem Wechsel einfach zu hoch?

Auf jeden Fall war es etwas anderes als in der Regionalliga. Am schlimmsten sind einfach die frühen Rückstände, die dem Gegner in die Karten spielen. Die können aber nur verhindert werden, wenn man es macht wie St. Pauli. Die haben körperbetonter agiert, da müssen wir auch hinkommen.

Ist das ein generelles Problem? Oder war es eine Frage der Tagesform?
Es ist schon etwas generelles. In der zweiten Liga wird auch etwas weniger gepfiffen. Gerade auch auswärts. Vielleicht waren Fouls dabei, aber man muss trotzdem weiter machen und dagegen halten. Wir schauen uns aber manchmal an und denken, warum pfeift er denn jetzt nicht. Ich denke, die Truppe hat das jetzt erkannt. Und Fakt ist, man kann beim FC St. Pauli verlieren. Aber dabei darf man nicht so auftreten wie wir in der ersten halben Stunde.

Wie erklären Sie sich die bisherigen zwei Gesichter? Gegen Leverkusen und Ingolstadt konnte man zu Hause überzeugen. In Koblenz und St. Pauli ließ sich die Mannschaft ordentlich einschenken.

Es ist nicht einfach in St. Pauli. Vielleicht haben wir gedacht, wir kriegen das schon irgendwie hin. Und dann passieren die schnellen Fehler. Nehmen wir das 0:1. Außen darf man sich nicht so ausspielen lassen. Zudem müssen wir dahinter enger stehen, um Lücken zu stopfen. Speziell auswärts darf man dem Gegner diesen Platz nicht lassen.
Sind Sie froh über die knapp zwei Wochen Pause?
Das hat zwei Seiten. Auf der einen wollen wir schnell wieder auf den Platz. Auf der anderen kann man einiges aufarbeiten. Daher ist es wohl ganz gut, dass wir etwas Zeit haben.

Haben Sie diese Schwankungen vor der Spielzeit einkalkuliert? Immerhin ging es in zwei Jahren zwei Mal hoch und viele der ehemaligen Oberliga-Kicker sind immer noch dabei.

Absolut. Das war nicht nur mir klar. Es wäre ein schöner Wunschgedanke gewesen, wenn gleich alles läuft. Das ist aber in der ganzen Liga so. Da sind auch noch andere Teams, die sich vieles anders vorgenommen hatten. Bei uns war es abzusehen, dass wir länger brauchen als vier Wochen, um ganz in der Klasse anzukommen. Denn wenn die Punktspiele losgehen, sieht man erst richtig, wer verhält sich wie unter Druck und schafft es jeder so wie wir uns das vorstellen.
Die Transferliste ist zu. Kurz vor dem Ende wurde RWO noch mit Kölns Tobias Nickenig in Verbindung gebracht, der lange mit Leistenproblemen ausfiel.
Er wurde uns angeboten. Aber das war kein Thema für uns, auch wenn das sicher ein guter Junge ist.
Und wie Keeper Christoph Semmler ziehen Sie Parallen zum letzten Jahr.
Richtig, da lief es auch nicht gleich rund. Daher haben wir keinen Grund, die Dinge negativ zu sehen.
Zudem kann man sicher sein, alle Verantwortlichen behalten die Ruhe.
Genau, wir arbeiten die Fehler in Ruhe ab. Erst wenn zum fünften uns sechsten Mal die gleichen Sachen schief laufen, fragen wir uns, ob es reicht. Aber bisher haben die Jungs noch immer sehr schnell gelernt.

Autor: Christian Brausch

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