Japan ist in Aufregung. Obwohl der Nationalcoach Shinji Ono beim Test gegen Uruguay (1:3) eine gute Leistung bescheinigte, blieb die Einladung zum WM-Qualifikationsspiel gegen Bahrain aus.

VfL: Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Wird Ono zum Luxusproblem?

06. September 2008, 08:37 Uhr

Japan ist in Aufregung. Obwohl der Nationalcoach Shinji Ono beim Test gegen Uruguay (1:3) eine gute Leistung bescheinigte, blieb die Einladung zum WM-Qualifikationsspiel gegen Bahrain aus.

Und dies lag nicht nur daran, dass der „Tensai“ in der letzten Woche wegen einer Erkrankung nicht trainieren konnte. Inzwischen läuft und grätscht er wieder im Training, lässt phasenweise seine Extraklasse aufblitzen. Doch auch im Test gegen die Holländer von De Grasfschap fühlte er sich noch nicht fit. Ono - ein Luxusproblem beim VfL?

Fakt ist: zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine Lücke. Und manchmal scheint es so, als suche der sensible Japaner den allzu perfekten Weg und zögert oft so lange, bis es zu spät ist. Ein begnadeter Techniker, der aber nicht zum Abschluss kommt, dessen gutes Passspiel seine Nebenleute nicht erreicht, ist fast schon nicht tragbar. Koller gesteht ein: "Ihm sind schon einige unglückliche Abspielfehler unterlaufen." Überraschend, denn Ono hatte beim VfL eine sehr gute Vorbereitung, fehlte keine Einheit wegen irgendwelcher Wehwehchen. VfL-Coach Marcel Koller: "Ich erwarte nicht, dass Shinji 15 oder 20 Tore schießt, aber seine Beweglichkeit muss er schon einbringen und sein Können für die Mannschaft umsetzen."

Dabei sieht Koller den Japaner eher auf der Zehner-Position: "Aber er könnte im Notfall auch an der Linie spielen." Irgendwie gilt für den japanischen Mittelfeldregisseur das, was zur Stunde seine ganze Mannschaft hofft: Irgendwann muss der Knoten ja platzen.

Und dann brauchen die verzweifelten japanischen Journalisten auch nicht wenige Minuten vor dem Anpfiff ein RevierSport-Handy lahmlegen mit der ständigen Frage: Wo ist Ono?

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