Galaxy fordert Berlin Thunder zur Finalrevanche

02. April 2005, 08:01 Uhr

In der NFL-Europe treffen sich Berlin Thunder und Frankfurt Galaxy zur Finalrevanche des Vorjahres. Im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Partie legt NFL-Europe-Organisationschef sein Augenmerk weiter auf Deutschland.

Den Auftakt zur neuen NFL-Europe-Saison geben Vorjahressieger Berlin Thunder und Vize Frankfurt Galaxy am Samstag (18 Uhr/live bei Premiere). Auch in der 13. Saison legen die US-Bosse ihr Augenmerk weiterhin auf die deutschen Clubs. Die fünf deutschen Vereine inklusive Hoffnungsträger Hamburg Sea Devils sollen dem US-Sport zum Durchbruch in Europa helfen.

Nur noch Amsterdam vertreten

"Eine kompakte Liga hauptsächlich in Deutschland hat für uns die besten Perspektiven. Alle sagen, die deutschen Teams verkaufen sich besser", so Marshall Happer, Organisationschef der NFL Europe. Nach dem Aus der Scottish Claymores, die mit nur rund 10.000 Zuschauern im Schnitt die Erwartungen der Bosse aus den USA nicht erfüllten, sind die Amsterdam Admirals der letzte verbliebene Klub, der nicht in Deutschland beheimatet ist.

Anstelle der Schotten installierte die Liga die Hamburger "Seeteufel" als insgesamt fünftes deutsches Team - in der Hoffnung, den Klubbesitzern der "Mutter" NFL, die jährlich rund 16 Millionen US-Dollar in ihr Europa-Abenteuer investieren, bessere Zahlen zu präsentieren. Auf "15.000 bis 20.000 Zuschauer" hofft Kathrin Platz, Geschäftsführerin des Liga-Neulings, der von der Football-Tradition der Blue Devils in der Bundesliga profitieren will. "In ihren besten Zeiten hatten sie 30.000 Fans, dieses Potenzial ist vorhanden", glaubt der Neu-Hamburger Bastian Lano, der von Rhein Fire an die Waterkant wechselte.

Bessere Zuschauerzahlen Pflicht

Bessere Zuschauerzahlen sind bei einem Schnitt von zuletzt nur noch knapp 16.000 unerlässlich, um die US-Bosse von einem weiteren Engagement in Europa zu überzeugen. Auf lange Sicht soll das Millionen-Investment sogar ganz anderen Gewinn abwerfen. "Football soll international werden", sagt Happer: "Dafür brauchen wir eines Tages Hans Müller als Quarterback bei den San Francisco 49ers - einen wie Dirk Nowitzki in der NBA."

Deutschland, wo die NFL laut Happer im Merchandising bislang nur "Peanuts" verdient, sei neben Mexiko, Kanada, Japan und Großbritannien ein Hauptmarkt. Und mit einem deutschen Spieler, der es über die Europa-Liga in die NFL geschafft habe, könne man diesen Markt vor allem in Sachen Fernsehrechte und Fanartikel erschließen.

"Wer glaubt, dass die ARD die NFL irgendwann einmal live zeigt, der lebt in einer anderen Welt", sagt Happer, der seit 15 Jahren in Frankfurt/Main zu Hause ist: "Aber sie könnte schon ein bisschen mehr zeigen. Wenn Hans Müller Quarterback ist, dann ist es vielleicht so weit."

NFL-Europe als Sprungbrett zur NFL

Vorerst wird aber noch der allererste Deutsche gesucht, der es überhaupt auf ein NFL-Spielfeld schafft. Dafür soll die NFL Europe mit den deutschen Klubs Berlin Thunder, Frankfurt Galaxy, Rhein Fire, Cologne Centurions und Hamburg Sea Devils sowie den Amsterdam Admirals in ihrer zehnwöchigen Saison bis zum World Bowl am 11. Juni in Düsseldorf das Sprungbrett sein.

Spieler wie der Berliner Christian Mohr (Seattle Seahawks) und die beiden Fire-Profis Peter Heyer (St. Louis Rams) und Richard Yancy (San Francisco 49ers) durften zuletzt im Rahmen eines Förderprogramms schon eine ganze Saison in der NFL trainieren, dieses Programm soll ausgebaut werden. Zudem investiert die Mutterliga rund zwei Millionen US-Dollar in die Nachwuchsarbeit in Deutschland. "Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis es der Erste schafft", glaubt Happer. Am besten Hans Müller als Quarterback in San Francisco.

Autor:

Kommentieren