Manfred Wölpper benötigte 163 Tage, um den Wandel vom Hoffnungsträger und Aufstiegshelden bis zum Ex-Trainer zu vollziehen.

SF Lotte: Wölpper weg, Walpurgis ist Nachfolger

“Man kommt sich als Verlierer vor”

04. September 2008, 09:27 Uhr

Manfred Wölpper benötigte 163 Tage, um den Wandel vom Hoffnungsträger und Aufstiegshelden bis zum Ex-Trainer zu vollziehen.

Drei happige Pleiten zum Saisonauftakt besiegelten das schnelle Ende der Liaison zwischen Wölpper und den Sportfreunden Lotte. Und schon wurde mit Maik Walpurgis der Nachfolger vorgestellt. Der Ex-Coach von Arminia Bielefeld II „schafft das“, wie SF-Boss Manfred Wilke glaubt.

Dass diese Überzeugung beim bisherigen Linien-Chef nicht mehr gegeben war, dafür hat sogar Wölpper Verständnis: „Herr Wilke hat den Verein nach vorne gebracht. Er sieht seinen Lebenstraum gefährdet. Eigentlich ist das nachvollziehbar, aber erstaunt war ich schon von der Entscheidung.“

Für den früheren Bochumer Reserve-Coach ist es die erste Entlassung seiner Laufbahn. „In so einer Situation kommt man sich als Verlierer vor“, bekennt der 50-Jährige, dessen gut dotierter Vertrag bis zum 30. Juni 2009 läuft. „Das ist jetzt ein bezahlter Urlaub, den ich nicht gewollt habe“, formuliert Wölpper. Von seiner Mannschaft hat er sich nach dem Abgang nicht mehr verabschiedet, nachdem die Beschwerden über seinen Führungsstil offenbar nur hinter seinem Rücken formuliert worden sind. „Ich war so enttäuscht, das wollte ich nicht. Fünf Tage vor der Entlassung wurde mir von den Akteuren noch gesagt, dass alles gut sei. Und plötzlich hört man ganz andere Dinge“, ärgert sich der Trainer.

Einen eigenen Fehler räumt er dennoch ein: „Ich habe mich verbiegen lassen und bin nicht die gerade Linie gefahren, wie ich es sonst tue. Das mache ich mir zum Vorwurf. Ich hoffe nur, dass sich die Spieler auch hinterfragen.“ Viel Zeit bleibt nicht, bereits am kommenden Samstag (14 Uhr) steht die vorgezogene Partie des zehnten Spieltags gegen Schalke II an. "Ich hätte natürlich lieber noch eine Woche Zeit gehabt, um die Abläufe zu automatisieren", betont Neu-Coach Walpurgis.

Dafür hat der 34-Jährige den Vorteil, dass ihm seine neue Truppe nicht gänzlich unbekannt ist. Der Linien-Chef, mit einem Vertrag bis Saisonende ausgestattet, war schon vor einem halben Jahr ein Kandidat in Lotte, musste dann aber Wölpper den Vortritt lassen.

Die Kontakte brachen trotzdem nicht ab, so dass der gebürtige Herforder in dieser Saison bereits die Partien gegen Rot-Weiss Essen, den 1. FC Kleve und das Westfalenpokal-Duell mit dem SV Lippstadt beobachtete. "Jetzt geht es darum, eine Stabilität und Ordnung rein zu bekommen und das Offensivspiel weiter anzukurbeln", fordert Walpurgis. Seine Erkenntnis nach den ersten Einheiten: "Die Jungs sind sehr bemüht."

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