Auch wenn die DFB-Frauen mit hohen Erwartungen nach Peking gereist sind, kann eine olympische Bronzemedaille glücklich machen. Das beste Beispiel dafür ist Annike Krahn. Die Duisburgerin hat den Jetlag schon ganz gut verdaut und zieht eine positive Bilanz des Turniers:

FCR Duisburg: Annike Krahn ist glücklich über Bronze

„Auch nur Menschen“

Sarah Landsiedel
28. August 2008, 07:07 Uhr

Auch wenn die DFB-Frauen mit hohen Erwartungen nach Peking gereist sind, kann eine olympische Bronzemedaille glücklich machen. Das beste Beispiel dafür ist Annike Krahn. Die Duisburgerin hat den Jetlag schon ganz gut verdaut und zieht eine positive Bilanz des Turniers:

„Man muss sehen, dass wir auch in der Vorrunde schon hätten ausscheiden können. Nach dem K.o. im Halbfinale wollte ich unbedingt etwas mit nach Hause nehmen und eine gute Leistung zeigen. Zumindest das mit der Medaille hat ja geklappt“, lacht Krahn.
Dass die Auftritte in China nicht unter die Kategorie „Leckerbissen“ fielen, weiß die FCR-Akteurin auch: „Wir haben nicht den Fußball gezeigt, den wir uns erhofft haben. Da sind wir unserem Anspruch sicher nicht gerecht geworden. Aber ich will auch gar nicht mehr so viel darüber nachdenken. Jede Spielerin wird für sich ein Fazit ziehen, genauso wie unsere Trainerin Silvia Neid.“

Dass es für viele Außenstehende fast schon eine Selbstverständlichkeit war, die DFB-Damen am Ende mit der Goldmedaille zu feiern, versteht Krahn nicht: „Natürlich gehört man als amtierender Weltmeister zu den Top-Favoriten, aber man kann nicht immer in Topverfassung sein. Wir sind schließlich auch nur Menschen.“ Stolz ist die gebürtige Bochumerin dennoch: „Wieviele Athleten kommen mit leeren Händen nach Hause. Wir gehören immerhin noch zu den Top drei Mannschaften.“

Die durch den Einzug in das Semifinale auch etwas vom Olympia-Flair mitbekommen haben. Erst dann fand der Umzug ins Athleten-Dorf statt: „Vorher deutete bis auf die Sicherheitskontrollen nichts auf die Spiele hin, da hätte auch ein anderes Turnier sein können. Viel mitbekommen haben wir in der Vorrunde nicht, da bestand der freie Tag aus Reisen. Wettbewerbe haben wir nur im chinesischen Fernsehen verfolgen können.“

Im Dorf aber gab es dann Olympia-Atmosphäre pur. „Ich kann ja nicht mal sagen, dass die Mensa dort besonders schön ist. Aber wenn man dort sitzt, kann man unzählige Athleten beobachten, das ist toll“, erinnert sich die 23-Jährige gerne an die Begegnungen mit Dirk Nowitzki, Fabian Hambüchen oder den Bahnradfahrern. „Das hat für viele Reisestrapazen entschädigt.“

Zeit zum Luft holen bleibt dennoch kaum, schon am Mittwoch ging es mit dem FCR ins Trainingslager, am Freitag folgt ein Turnier in Flaesheim. Dass der Pokal erst mal ohne den amtierenden Vize-Meister stattfindet, kommt Krahn dennoch gelegen: „Das Freilos ist schon super, so kann ich noch etwas die Füße hochlegen und mich regenerieren. Im Training dann wird sich zeigen, wie fit ich bin.“ Spätestens zum Liga-Auftakt am 7. September gegen den Herforder SV.

Autor: Sarah Landsiedel

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