Nach dem Spiel ist vor dem Spiel! Rot-Weiss Essen gewann seine erste Darbietung in der Regionalliga mit 4:1 (3:0) vor 4100 Zuschauern in der Lotter PGW-Arena. Ein Dreier, der für geregelten Blutdruck sorgte.

RWE: 4:1 ist in Lotte ein Signal an die Konkurrenz

Mainka: "Definitiv sind wir erleichtert"

Oliver Gerulat
19. August 2008, 00:08 Uhr

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel! Rot-Weiss Essen gewann seine erste Darbietung in der Regionalliga mit 4:1 (3:0) vor 4100 Zuschauern in der Lotter PGW-Arena. Ein Dreier, der für geregelten Blutdruck sorgte.

Für mehr noch nicht. Allerdings durfte Robert Mainka berechtigt betonen, dass "wir von Anfang an bestimmend waren."

In der Tat, die Einzelmöglichkeiten der Lotter Akteure hinkten hinter denen der Gästekicker her, die kollektive Qualität auch. Frühe Tore durch Stefan Kühne und den Doppelpack von Sascha Mölders sorgten für nachhaltige geklärte Fronten, die sich auch auch nicht mehr verschoben. Mölders: "Wir waren 90 Minuten die bessere Mannschaft, die Chancen haben wir eiskalt ausgenutzt, also haben wir verdient gewonnen." Der gebürtige Essener schaute sich dabei im Kreis um, ob sich Widerspruch regen würde, der Mann hörte nichts - warum auch?

Mainka formulierte es etwas anders, allerdings genau so treffend: "Wir waren uns unserer Stärke bewusst, das zeigten wir dem Gegner sofort." Der seine Unterlegenheit früh zur Kenntnis nahm, Lottes Trainer Manni Wölpper wechselte in der Pause bereits dreimal aus: "Ich will nicht den Stab über der Mannschaft brechen. Fest steht aber auch, wir können uns nicht mit RWE vergleichen." Auch nach dieser Bemerkung regte sich keine Opposition - warum auch?

Mainka, vor der Spielzeit vom SC Verl zur Hafenstraße gewechselt, gab einen Einblick: "Es ging darum, offensiv und attraktiv zu agieren, kompakt zu stehen." Und noch viel wichtiger: "Wir haben uns als Team präsentiert." Das später die Begegnung ohne wirkliche Gier beendete, Kühne traf noch zum zwischenzeitlichen 4:0, Lars Schiersand durfte für Lotte verhalten jubeln. Mainka: "Natürlich hat man nicht Unrecht, wenn man sagt, es hätte noch mehr sein können." Lotte stellte um, Wölpper sprach von einem "konservativem" Stilmittel, in dem die Manndeckung aus der Kiste gekramt wurde. Mainka unbeeindruckt: "Aber vier Dinger muss man Lotte auch erst einmal schießen." Seine Prognose ist deutlich: "Das werden nicht viele Clubs schaffen. Aber definitiv sind wir erleichtert, das war ein guter Anfang."

Kapitän Stefan Lorenz war froh, dass der Plan aufging. "Die frühen Tore waren Gold wert. Durchgang eins war dominant und souverän. Der Respekt vor uns war vielleicht zu groß." Sein Fazit war nachvollziehbar: "Das 3:0 zur Halbzeit war optimal, wir überlegten, noch einen oder zwei nachzulegen. Hinterher kam ein Bruch und der Sonntagsschuss. Ein wenig dumm, dass wir nicht zu Null agieren." Was Lorenz & Co allerdings nicht die Rückfahrt verhagelte: "Mit dem Start können wir sehr zufrieden sein."

Alles war ein Signal an die Konkurrenz. Der nächste Gegner heißt Schalke 04, die Zweitvertretung kommt am kommenden Freitag, 22. August, ins Georg Melches-Stadion. Das sicherlich gut besucht sein wird. Mölders, im Schatten der Arena groß geworden: "Das war auswärts ein 4:1. Wir sind so aufgetreten, wie man bei einem Gastspiel auftreten muss, wir wollen den Aufstieg. Das ist einmalig mit diesen Anhängern." Was Lorenz nicht anders sieht: "Lotte war ein Ausrufezeichen. Jetzt gilt es, wieder runter zu kommen und am nächsten Freitag Schalke aus dem Stadion zu spielen."

Autor: Oliver Gerulat

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