Schalke: Erstes Endspiel um 15 Millionen

"Dafür lohnt es sich zu kämpfen"

Thomas Lipinski (sid)
12. August 2008, 13:37 Uhr

Große Kasse oder Klingelgeld, Königsklasse oder kleine Welt: Für Schalke 04 beginnt die neue Saison mit einem Endspiel. "Es geht um 15 Millionen. Dafür lohnt es sich zu kämpfen", sagt Präsident Josef Schnusenberg vor dem ersten Champions-League-Qualifikationsspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/live bei SAT.1 und Premiere) gegen Atletico Madrid.

Gegen den neunmaligen spanischen Meister steht für die Königsblauen drei Tage vor dem Bundesliga-Start schon viel auf dem Spiel: In der Champions League, die die Schalker zum vierten Mal erreichen wollen, spielten sie in der vergangenen Saison bis zum Viertelfinale über 35 Millionen Euro ein. Im UEFA-Cup, dem Trostpreis bei einem Scheitern gegen Madrid, gäbe es deutlich weniger zu verdienen. "Die Champions League bringt im Schnitt 15 Millionen Euro mehr in die Vereinskasse", erläutert Schnusenberg, betont aber, dass der Bundesliga-Dritte nicht auf das Geld aus der Königsklasse angewiesen ist: "Geplant haben wir die Saison nur mit dem UEFA-Cup. Wir bauen weiterhin keine Luftschlösser."[imgbox-left]http://www.reviersport.de/include/images/imagedb/preview_2343-2373.jpeg Will keine Luftschlösser bauen: Josef Schnusenberg. (Foto: firo)[/imgbox]

Die möglichen Mehreinnahmen seien auch noch nicht für weitere Neuzugänge verplant. Zunächst sind die gefragt, die für die Champions-League-Einnahmen aus dem Vorjahr verpflichtet wurden. Rekord-Einkauf Jefferson Farfan, mit zehn Millionen Euro Ablöse der teuerste Spieler der 104-jährigen Vereinsgeschichte, und EM-Teilnehmer Orlando Engelaar (5,5 Millionen) sind die Hoffnungsträger vor dem Duell mit dem Europapokalsieger von 1962, der in den vergangenen drei Jahren 160 Millionen Euro für neue Spieler ausgab. Sie sollen dem neuen Trainer Fred Rutten zu einem erfolgreichen Heimdebüt verhelfen. Vor allem auf Tore des Peruaners Farfan, der bereits beim 3:0 im DFB-Pokal beim FC Homburg seine Qualitäten zeigte, hoffen die Königsblauen. "Wir brauchen ein 1:0 oder 2:0", sagt der 23-Jährige, der von der PSV Eindhoven die Erfahrung von 34 Europapokalspielen mitbringt, auch mit Blick auf das Rückspiel am 27. August im Estadio Vicente Calderon.

Dass Schalke in dem Vierten der Primera Division den schwersten Gegner erwischte, macht Kapitän Marcelo Bordon "keine Angst". Es sei zwar schon ein "Finale, bevor die Bundesliga losgeht", meint der Brasilianer. Doch die Erfahrungen aus der Vorsaison, als die Königsblauen überraschend bis ins Viertelfinale vorstießen, stimmen ihn optimistisch: "Wir haben gezeigt, was wir in der Königsklasse leisten können." Allerdings müssen die Schalker auf drei Stammkräfte verzichten. Für den verletzten Torhüter Manuel Neuer (Mittelfußbruch) bestreitet Oldie Mathias Schober sein erstes Champions-League-Spiel, für Innenverteidiger Mladen Krstajic (Muskelfaserriss im Oberschenkel) muss der 20-jährige Benedikt Höwedes ran, und Olympia-Teilnehmer Rafinha wird durch Nationalspieler Heiko Westermann ersetzt. Auch Albert Streit ist nach auskuriertem Muskelfaserriss noch kein Kandidat für die Startelf.

Atletico muss auf seinen Stürmerstar Sergio Agüero verzichten, der für Argentinien bei Olympia spielt, wegen einer Roten Karte aber ohnehin gesperrt ist. Beim Test gegen den Drittligisten Rayo Vallecano (4:2) offenbarte die neue Abwehr mit dem Ex-Hamburger Tomas Ujfalusi und dem Niederländer Johnny Heitinga noch Abstimmungsprobleme, der neu verpflichtete französische Nationaltorwart Gregory Coupet saß noch auf der Bank.
Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:
Schalke: Schober - Westermann, Höwedes, Bordon, Pander - Jones, Ernst, Engelaar - Farfan, Kuranyi, Rakitic (Altintop). - Trainer: Rutten
Madrid: Franco - Perea, Ujfalusi, Heitinga, Lopez - Maxi Rodriguez, Raul Garcia, Paulo Assuncao, Simao - Forlan, Sinama-Pongolle. - Trainer: Aguirre

Autor: Thomas Lipinski (sid)

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