Nein, auf Sebastian Boenisch ist Tayfun Pektürk nicht neidisch. Während der Verteidiger der Schalke U 19 am Mittwoch vor über 50.000 Fans in der Arena und einem Millionen-Publikum vor dem Fernseher bei der königsblauen Bundesliga-Mannschaft sein Debüt im Europapokal feiern durfte, war er nur einer von vielen Zuschauern.

SCHALKE: Pektürk möchte der nächste Profi werden

hb
17. Februar 2006, 08:35 Uhr

Nein, auf Sebastian Boenisch ist Tayfun Pektürk nicht neidisch. Während der Verteidiger der Schalke U 19 am Mittwoch vor über 50.000 Fans in der Arena und einem Millionen-Publikum vor dem Fernseher bei der königsblauen Bundesliga-Mannschaft sein Debüt im Europapokal feiern durfte, war er nur einer von vielen Zuschauern.

Nein, auf Sebastian Boenisch ist Tayfun Pektürk nicht neidisch. Während der Verteidiger der Schalke U 19 am Mittwoch-Abend vor über 50.000 Fans in der Arena und einem Millionen-Publikum vor dem Fernseher bei der königsblauen Bundesliga-Mannschaft sein Debüt im Europapokal feiern durfte, war der Offensivspieler nur einer von vielen Zuschauern. „Ich gönne dem Basti das“, stellte Pektürk klar, „er hat gute Leistungen in der Jugend gebracht und diese Chance verdient.“

Das Gleiche gilt aus seiner Sicht für die Team-Kameraden Timo Kunert und Mesut Özil, die wie Boenisch unlängst einen Profivertrag bei den Gelsenkirchenern unterschreiben durften. „Bei Mesut war ich ein wenig überrascht, weil er vor der Saison erst neu kam und noch ein Jahr in der Jugend spielen kann. Aber er hat viele Tore gemacht und ist auch ein sehr guter Fußballer“, meint Pektürk.

Trainer Norbert Elgert sieht die Berufungen seiner Talente in höhere Sphären mit einer Mischung aus Genugtuung für seine geleistete Ausbildungsarbeit und gebotener Fürsorge. „Als Jugendtrainer ist man immer als Psychologe und Pädagoge gefragt“, weiß der 57-malige Bundesliga-Kicker für Schalke. „Ein Profivertrag ist kein Persilschein für eine tolle Karriere. Das ist erst einmal ein Kontrakt und damit ein wertvoller Zwischenschritt auf dem Weg zu einem späteren Ziel. Erreicht hat man damit noch nichts“, mahnt Elgert. „Wer das nicht kapiert, ist bei mir fehl am Platz und spielt am Sonntag erst gar nicht. In der Bundesliga ist man meiner Meinung nach auch nicht angekommen, wenn man fünf oder zehn Spiele absolviert hat, sondern vielleicht ab 50 Einsätzen aufwärts.“

Dennoch träumt auch Pektürk natürlich auch von einer solchen Karriere. „Klar, wenn man schon so weit oben spielt und bei Schalke ist, will man nach oben. Bisher ist die Saison sehr gut für mich verlaufen, so kann es weiter gehen“, freut sich der 17-Jährige, der bisher in allen 15 Meisterschafts-Partien für Schalke am Ball war und schon sechs Treffer erzielte.

Pektürk wechselte im Sommer 2005 vom Wuppertaler SV Borussia in den Ruhrpott, nachdem er das fußballerische Einmaleins bei seinem Heimatclub SV 09 Wermelskirchen lernte und ein Jahr bei Bayer Leverkusen am höherklassigen Jugend-Fußball schnupperte. Auch wenn er seine Zukunft auf dem Platz sieht, legt der pfeilschnelle Stürmer Wert auf einen ordentlichen Schulabschluss. 2004 absolvierte Pektürk seinen Realschul-Abschluss, nun strebt er sein Fach-Abitur auf der Höheren Handelsschule an. Schalke hatte ihm angeboten, ins Internat zu ziehen und die Gesamtschule Berger Feld zu besuchen. Pektürk lehnte ab und blieb im Bergischen Land bei seiner Familie, den Eltern Behic und Serap sowie Schwester Deniz (15).

Bodenständigkeit ist da eine gute Basis, um auch bei einem verlockenden Angebot nicht abzuheben. Pektürk, der als schnellster Spieler der A-Junioren-Bundesliga West gilt, will daher nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen. Dieser führt ihn am kommenden Sonntag vorübergehend zurück nach Leverkusen. „Leider haben wir gegen Bochum verloren, die hatten einfach ein wenig mehr Glück als wir. Jetzt dürfen wir uns keinen Ausrutscher mehr erlauben, auch wenn Bayer gut drauf ist“, kennt Pektürk seine nächste Aufgabe.

Autor: hb

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