Wenn ein Bayern-Fan zunehmend mit dem VfL Bochum fiebert, muss schon einiges passiert sein. So auch bei Patrick Fabian, der vor fünf Jahren von den Sportfreunden Oestrich in die Revier-Metropole wechselte.

BOCHUM - Fußball-verrückte Familie Fabian vor Verlängerung

gri
25. Oktober 2005, 13:16 Uhr

Wenn ein Bayern-Fan zunehmend mit dem VfL Bochum fiebert, muss schon einiges passiert sein. So auch bei Patrick Fabian, der vor fünf Jahren von den Sportfreunden Oestrich in die Revier-Metropole wechselte.

Wenn ein Bayern-Fan zunehmend mit dem VfL Bochum fiebert, muss schon einiges passiert sein. So auch bei Patrick Fabian, der vor fünf Jahren von den Sportfreunden Oestrich in die Revier-Metropole wechselte. „In der C-Jugend wurde ich vom VfL zum Probe-Training eingeladen, erhielt anschließend ein Angebot. So eine Chance bekommt man nur einmal“, blickt der Abwehrchef zurück, der am Dienstag seinen 18. Geburtstag feierte.

Und in der vergangenen Saison mit Bochums U19 schon einige Erfolge zelebrierte, bis ins Finale um die Deutsche Meisterschaft vorstieß – und mit der 0:1-Pleite gegen den VfB Stuttgart seine bitterste sportliche Erfahrung machte. „Daran hatte ich schon ein paar Wochen zu knabbern. Aber mit dem Beginn der Vorbereitung waren die Gedanken weg, das Ganze kann schließlich nicht ewig in den Köpfen herumgeistern.“

Mittlerweile ist Fabian nicht mehr nur Stammspieler, sondern auch Kapitän. Und betont: „Ich merke schon, dass ich mehr Verantwortung fürs Team trage. Aber die Rolle gefällt mir, schließlich habe ich sie auch schon in der B-Jugend bekleidet.“ Auch deshalb hat Coach Sascha Lewandowski viel Lob für seinen Schützling übrig: „Er ist ein recht intelligenter Junge, wurde im Laufe der Zeit offener und bringt dadurch alles mit, was ein Führungsspieler braucht. Patrick ist eine Leitfigur für die neu zusammengestellte Mannschaft und macht eine kontinuierliche Entwicklung durch.“

Das hört der gebürtige Schwerter gerne: „Herr Lewandowski ist einer der besten Trainer im Jugendfußball. Wenn er so etwas sagt, ist das schon eine Ehre für mich.“ Der Schüler zahlt es mit Leistung zurück – und hält mit seinen Ambitionen nicht hinter den Berg: „Ich habe das Ziel, Westdeutscher Meister zu werden und im DFB-Pokal möglichst weit zu kommen. Ich selbst möchte mich auch weiterentwickeln. Wenn man in einem Profi-Club spielt, will man irgendwann auch oben dabei sein, das ist mein Traum.“

Nicht ganz unrealistisch, schließlich durften mit Dennis Grote, Haluk Türkeri, Lucas Oppermann und Thorsten Barg gleich vier ehemalige Mitspieler schon Profi-Luft schnuppern. „Ich denke mir manchmal, dass ich vielleicht gar nicht so weit weg bin. Zudem ist es ein gutes Gefühl, dass Leute wie die Trainer Marcel Koller und Frank Heinemann regelmäßig bei unseren Spielen sind, auch Vorstands-Mitglied Dieter Meinhold.“

Dennoch ist Fabian nicht blauäugig: „Im Moment läuft zwar alles gut, aber Fußball ist halt ein Tages-Geschäft.“ Daher bastelt er nebenbei am Abitur. Und muss feststellen, dass die Anforderungen steigen: „Ich bin jetzt in der 12. Klasse, allmählich wird es stressig. Ich bin bis 17 Uhr in der Schule, werde danach zum Training abgeholt.“ Zumindest mit dem letzteren hat der Youngster bald keine Probleme mehr, wird er doch spätestens in drei Wochen seinen Führerschein in der Tasche haben.

Und hat das gute Gefühl, dass seine Familie hinter ihm steht. Die Eltern Beate und Jan sowie Schwester Jasmin sind sogar bei den Auswärtsspielen mit dabei. „Ich finde es toll, wie sie mich unterstützen, vor allem Jasmin. Sie ist 15 Jahre alt, in dem Alter hätte ich keine Lust gehabt, mir jeden Sonntagmorgen ein Spiel anzuschauen.“
Möglichst auch zukünftig in Bochum, trotz auslaufenden Vertrags. Schon bald sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden, mit Jürgen Heipertz, dem Sportlichen Leiter der Nachwuchs-Abteilung.

Autor: gri

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