Der frisch gebackene Junioren-Pokalsieger Serkan Durmaz ist nicht glücklich. Auf dem Höhepunkt seines sportlichen Erfolges sitzt der Spielmacher der Schalker „U19“ momentan zwischen den Stühlen.

SCHALKE - Poker um Durmaz

hb
03. Juni 2005, 10:34 Uhr

Der frisch gebackene Junioren-Pokalsieger Serkan Durmaz ist nicht glücklich. Auf dem Höhepunkt seines sportlichen Erfolges sitzt der Spielmacher der Schalker „U19“ momentan zwischen den Stühlen.

Der frisch gebackene Junioren-Pokalsieger Serkan Durmaz ist nicht glücklich. Auf dem Höhepunkt seines sportlichen Erfolges sitzt der Spielmacher der Schalker „U19“ momentan zwischen den Stühlen. Der Grund ist das so genannte Ausbildungs-Entschädigungs-Gesetz der FIFA. Nach diesem Regelwerk errechnet sich die Ablösesumme, die der neue Verein an den alten zahlen muss.

Durmaz, der vor dem Sprung in die Senioren steht, liegt ein Angebot vom türkischen Süper Ligisten Rizespor vor. Der Wechsel könnte aber noch an der horrenden Ablöse scheitern, denn Durmaz kostet zwischen 150.000 und 200.000 Euro. Egal, ob er in seine Heimat oder zu einem anderen europäischen Verein geht. „Die Richtlinien bei nationalen und internationalen Transfers sind klar. Ein Wechsel innerhalb Deutschlands kostet weniger, als wenn man ins Ausland wandert“, erklärt Helmut Schulte, Sportlicher Leiter der Schalker Nachwuchs-Abteilung. „Wir verhandeln allerdings nur mit dem aufnehmenden Verein. Nicht mit irgendwelchen zwischen geschalteten Personen wie Spielerberatern, Anwälten oder Managern“, betont der Ex-Profi.

Vielleicht prallt Durmaz deshalb an der königsblauen Wand ab. Denn der am 27. März 1986 in Essen geborene Sohn eines Imbiss-Laden-Besitzers hat sich mittlerweile juristischen Beistand gesucht, um den Fall in seinem Interesse zu klären. Bereits im Februar diesen Jahres hat die in Xanten ansässige Kanzlei Seber, Kreutz, Roßmüller, Schröder-Weber den FC Schalke kontaktiert, um Durmaz’ sportliche Zukunft zu regeln. Schalke reagierte auf diesen Vorstoß bisher nicht. In den vergangenen drei Monaten wurde der Kicker vom türkischen Erstligisten Rizespor mehrfach beobachtet. Ein Angebot liegt Durmaz vor.

Daraufhin erhielt Anwalt Dr. Klaus Kreutz eine Vollmacht von Rizespor und dem Spieler, um mit Schalke einen Transfer zu vollziehen. Allerdings hielten sich die Knappen wieder bedeckt. Mit Bodo Menze, Manager der Schalker Nachwuchs-Abteilung, wurde ein erneuter Termin Anfang dieser Woche vereinbart. „Ein Grundsatz-Beschluss des S04-Vorstands lautet, dass alle Spieler nach den FIFA-Regularien transferiert werden“, vermeldet Kreutz. Schalke sei allerdings bereit, eine Summe geringfügig unterhalb dem genannten sechsstelligen Euro-Betrag zu akzeptieren. „Aber nicht wesentlich weniger. Vor diesem Dilemma stehen wir jetzt. Da fährt man eine relativ harte Linie“, wundert sich Kreutz. „Sollte ein Wechsel in die Türkei nicht zustande kommen, liegen weitere Anfragen von deutschen Clubs vor.“

Sobald der Schalker „Zehner“ die Seiten wechseln und Geld fließen sollte, darf sich Schwarz-Weiß Essen freuen. Durmaz’ Stammverein ist zwar der Holsterhauser SV, doch ein Teil der Summe erhält der ETB. „Die Ausbildungs-Entschädigung wird ab der U12 berechnet“, teilt Schulte mit.

Autor: hb

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