Und es geht doch noch tiefer. 0:1 unterlag der VfB Speldorf dem 1. FC Köln II. Das bedeutet: Fünf Niederlagen in Folge, Sturz auf Platz 15. Die Zuschauerzahl sinkt, die Spieler gehen aus – und der Vorsitzende ist einem Skandal auf der Spur. Der Verein wittert eine

Oberliga Nordrhein: Speldorf verliert fünftes Spiel in Folge

Wörsdörfer wittert Verschwörung gegen VfB Speldorf

aer
30. Oktober 2006, 11:55 Uhr

Und es geht doch noch tiefer. 0:1 unterlag der VfB Speldorf dem 1. FC Köln II. Das bedeutet: Fünf Niederlagen in Folge, Sturz auf Platz 15. Die Zuschauerzahl sinkt, die Spieler gehen aus – und der Vorsitzende ist einem Skandal auf der Spur. Der Verein wittert eine "Verschwörung". Mächtig was los am Blötter Weg. [i]Ein Ortstermin.[/i]

Um kurz vor 15 Uhr erhob Stadionsprecher Hermann Bovermann seine Stimme. „Und mit der Nummer zehn“, sagte er. „Dirk Lottner“. Ein Hauch von Bundesliga wehte über Mülheim-Speldorf. In der vergangenen Saison spielte Lottner noch Bundesliga beim MSV Duisburg, jetzt soll er als spielender Co-Trainer die FC-Amateure aus dem Keller schießen.

Doch das war auch der einzige Moment, der gestern mit Bundesliga zu tun hatte. Beim VfB krankt es überall. Die Spielerdecke ist zu dünn. Torjäger Sergii Tytarchuk (Muskelfaserriss) wird seit Wochen vermisst. Bilanz ohne Tytarchuk: zwei Tore aus fünf Spielen. Nun fielen auch noch der frisch gebackene Vater Christian Flöth (Magen-Darm-Grippe) und Marco Ferreira (verletzt) aus. „Kurzfristig“, sagte Trainer Piero Lussu. „Ich musste alles umschmeißen.“

Größtes Speldorfer Problem ist der Sturm. Tytarchuk fehlt, sein Vertreter Krzysztof Benedyk bemüht sich zwar, würde aber – ginge es nach Schulnoten“ – selten über eine „4“ hinauskommen. Die Treffsicherheit des Polen ist wie weggeblasen. Als er nach 67 Minuten mit einer Kopfverletzung raus musste, kam Dennis Rommel. Anfangs als Talent gefeiert, schimpfen viele Fans inzwischen auf den schlaksigen Stürmer. Er zeigte nichts von seinem Können. Torsten Jablonski – Stürmer Nummer vier – ist die Treffsicherheit schon lange abhanden gekommen. Bilanz: ein Saisontor.

Chancen hatte der VfB genug. Die größten vergab Christoph Ulrich, der in der ersten Halbzeit gleich zweimal innerhalb von drei Minuten freistehend scheiterte (20./22.). Krönung des Abends: In der Nachspielzeit bekam der VfB einen indirekten Freistoß im Strafraum zugesprochen. Said Daftari semmelte die Kugel mitten in die Mauer. Es blieb beim 0:1.

Ach ja, das einzige Tor des Tages schoss Manuel Glowacz in Minute 16. Dieser Treffer legte schonungslos die Schwächen in der VfB-Abwehr offen. Die Rückwärtsbewegung des Teams ist zum Fürchten. Zu oft geht der Ball aber auch schon auf dem Weg nach vorn verloren. Kapitän Andreas Egler – Speldorfs „Sechser“ – gelang es zum wiederholten Mal nicht, dem Spiel seine Struktur zu verleihen. Grätschen und anfeuern – das kann Egler. Aber ein Spiel lesen? Kurz vor Schluss war Egler so frustriert, dass er Mike Wunderlich übel von den Beinen holte und zurecht Rot sah (89.). Tschüss – und ab auf die Strafbank! Wie es geht, ein Spiel zu sortieren, zeigte Dirk Lottner. Zwar lief er nur gefühlte 100 Meter in seinen 78 Einsatz-Minuten, aber jeder Pass kam an. Jeder!

0:1, dabei blieb es. „Die können noch bis Dienstag spielen und schießen kein Tor mehr“, sagten die Zuschauer. Feldüberlegen? Waren die Speldorfer. Mehr Chancen? Hatten die Speldorfer. Besseren Eindruck? Hinterließen die Speldorfer. Die Punkte? Gehen alle drei nach Köln. Bitter.

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Autor: aer

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