Der Internationale Fußball-Verband FIFA hat die Abstellung von Profis unter 23 Jahren für das olympische Turnier in Peking als

Blatter bekräftigt Pflicht zur Abstellung

"Für Peking gilt dieser Grundsatz ohne Vorbehalt"

sid
23. Juli 2008, 16:52 Uhr

Der Internationale Fußball-Verband FIFA hat die Abstellung von Profis unter 23 Jahren für das olympische Turnier in Peking als "zwingend" bezeichnet. "Die Abstellung von Spielern von unter 23 Jahren ist für alle Klubs zwingend. Für Peking gilt dieser Grundsatz ohne Vorbehalt", erklärte FIFA-Präsident Joseph Blatter am Mittwoch in einem Rundschreiben an alle FIFA-Mitgliedsverbände.

"Dieses Turnier figuriert nicht im koordinierten internationalen Spielkalender. Das heißt aber nicht, dass die betreffenden Klubs keine Abstellpflicht trifft", schrieb der Schweizer weiter und ergänzte: "Spieler unter 23 Jahren, die den Stamm der Teams bilden, an der Teilnahme am Olympischen Fußballturnier der Männer zu hindern, würde dem Geist der Olympischen Bestimmungen widersprechen."

Damit stellte sich die FIFA auf die Seite des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und gegen die Vereine. Aus der Bundesliga sind besonders Werder Bremen und Schalke 04 betroffen. Werders Spielmacher Diego (23) und der Schalker Abwehrspieler Rafinha (22) waren ohne Genehmigung ihrer Arbeitgeber am Dienstag zur brasilianischen Olympia-Auswahl gereist.

Die Vereine begründen ihre Haltung damit, dass das olympische Fußball-Turnier nicht im internationalen Spielkalender des Weltverbandes steht. Diese Auffassung vertrat am Mittwoch auch Karl-Heinz Rummenigge als Vorsitzender der Europäischen Klubvereinigung (ECA). Nach deren Ansicht besteht keine rechtliche Verpflichtung der Vereine zur Abstellung von Nationalspielern für die Olympischen Spiele in Peking (8. bis 24. August).

"Da die Olympischen Spiele nicht im harmonisierten internationalen Spielkalender verzeichnet sind, ist die Abstellungspflicht für Länderspiele nach dem FIFA-Reglement betreffend Status und Transfer von Spielern nicht anwendbar. Wir unterstützen daher alle Vereine, die den Verlust wichtiger Spieler befürchten", sagte der Vorstandsvorsitzende von Deutschlands Rekordmeister Bayern München.

Autor: sid

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