Nach Felix Luz ist Ferhat Kiskanc der zweite Zugang der Kleeblätter, der den Plan hat, durch den Club-Wechsel neu durchzustarten.

RWO: Das Knie hält, Kiskanc hat die lange Pause genutzt

"Beine hoch legen gab es nicht"

Christian Brausch
22. Juli 2008, 09:43 Uhr

Nach Felix Luz ist Ferhat Kiskanc der zweite Zugang der Kleeblätter, der den Plan hat, durch den Club-Wechsel neu durchzustarten.

Denn nach der letzten Zeit brauchte der Linksfuß ganz einfach einen Tapetenwechsel. Kurzer Rückblick: Bei RWE musste Kiskanc zwei Abstiege in Folge live miterleben, zudem war sein Standing beim Hafenstraßen-Publikum nicht gerade oben anzusiedeln. Hinzu kam dann noch ein Knorpelschaden im Knie, der den Mittelfeld-Mann lange zurückwarf. Jetzt möchte der 25-Jährige wieder an die Zeit anknüpfen, die ihn ins Essener Blickfeld brachte und ihn dort auch stark beginnen ließ.

Und wo könnte der Start besser klappen als bei dem verschworenen Haufen von RWO. Kiskanc mit der ersten Minibilanz: "Das kam alles positiv rüber. Die Elf macht es uns sehr leicht, alles läuft offen ab. Man versteht sich untereinander. Ich bin sicher, das wird für uns ein Erfolgsrezept." Einziger Minuspunkt, mit Benny Reichert und Christopher Nöthe fallen zwei Kicker lange aus.

"Sehr bitter", betont Kiskanc, damit fehlen schon zwei wichtige Leute. Aber leider gehört auch das zum Fußball, man darf sich nicht zu lange damit aufhalten. Die beiden gehen damit schon richtig um. Ich hoffe nur, es passiert jetzt nicht mehr viel. Denn dann wäre es fast wie bei RWE. Wir mussten in der letzten Spielzeit teilweise auf elf Mann verzichten. So einen Verletzungspech sollte sich auf keinen Fall wiederholen."

Allerdings möchte der ehemalige Kölner nicht zu viel zurück blicken, viel eher will er bei dem aktuellen Kapitel viele positive Dinge erleben. Wenn das Knie mitmacht, aber da gibt der Akteur Entwarnung: "Ich fühle mich richtig gut. Ich habe die Pause auch genutzt, um viel zu arbeiten. Alles war auf die jetzige Vorbereitung ausgerichtet. Beine hoch legen gab es nicht."

Denn schließlich steht das Zweitliga-Comeback vor der Tür. Bisher durfte er 23 Mal im Bundesliga-Unterhaus ran. Mehr Einsätze haben im derzeitigen Kader nur Felix Luz und Benjamin Schüßler vorzuweisen. Zudem weiß Kiskanc auch, wie es ist, in dieser Klasse zu treffen. Ausgerechnet gegen die alten Kollegen aus der Domstadt markierte er seine einzige Zweitligabude - am Karnevalssonntag, beim damals sensationellen 5:0-Erfolg über die Daum-Truppe.

Aber auch das zählt heute nicht mehr, jeder Kicker muss sich neu beweisen. Bei Kiskanc könnte man vermuten, es läuft auf ein Privatduell mit David Müller um den Platz auf dem linken Flügel hinaus. "Was heißt Privatduell? Wir befinden uns beim Leistungssport. Und dann hat man auch Konkurrenz. Es gibt auf jeder Position zwei oder drei Leute, die sich empfehlen wollen. Am Ende bringt einen das immer weiter, weil man noch mehr aus sich herausholen muss."

Stellt sich die Frage, wer es zum Auftakt auch auf dem Feld zeigen darf. Klar ist, Kiskanc ist heiß nach der langen Auszeit. Sein Blick nach vorne: "Ich freue mich, nochmals die Möglichkeit zu bekommen, in der Zweiten Liga zu spielen. Dabei habe ich aber nicht nur das Pokal-Highlight gegen Bayer im Kopf. Denn wir bereiten uns nicht nur auf Leverkusen vor, sondern auf eine ganze Saison. Und da war das Trainingslager ein guter Schritt. Wir haben intensiv trainiert, das war eine super Sache. Aber wir wissen, wir haben noch einen weiten Weg vor uns."

Autor: Christian Brausch

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