Durch die Eingruppierung der Sportfreunde aus Lotte hat sich die Abstiegsregelung in der NRW-Liga etwas geändert. Zwar steigen auch aus der 19er-Gruppe zwei Teams auf, aber dafür erhöht sich die Zahl der Absteiger.

NRW-Liga: Schlimmster Fall: Sechs Absteiger - Das Revier tobt

RS-Umfrage: "Werden verarscht"

tr,og,gri
20. Juli 2008, 19:18 Uhr

Durch die Eingruppierung der Sportfreunde aus Lotte hat sich die Abstiegsregelung in der NRW-Liga etwas geändert. Zwar steigen auch aus der 19er-Gruppe zwei Teams auf, aber dafür erhöht sich die Zahl der Absteiger. "Uns ist diese Entscheidung nicht leicht gefallen", zuckt Siegfried Hirche, Vorsitzender des Fußballverbands-Aussschusses beim Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen in Kamen-Kaiserau, mit den Schultern.

"Aber eine andere Lösung gibt es nicht, denn schließlich müssen wir die Klasse in der nächsten Saison wieder auf 18 Mannschaft reduzieren. Zudem müssen wir in der heutigen Zeit auch bedenken, dass es einen Fall Siegen immer wieder geben kann. Und dafür brauchen wir dann auch Luft."

Drei Abgänger wird es auf jeden Fall geben, für eine 18er-Staffel etwas ganz normales. Doch je nachdem, wie viele westdeutsche Teams (FC Schalke II, Lotte, Münster, Essen, Kleve, Bochum II, Gladbach II, Leverkusen II, SV Verl, Dortmund II, Köln II) aus der Regionalliga abschmieren, kann sich die Zahl auf sechs Mannschaften erhöhen.

Die Abstiegsszenarien im Überblick:
1. Fall: Kein westdeutsches Team steigt aus der Regionalliga ab, dann bleibt es bei drei Absteigern in der NRW-Klasse.
2. Fall: Bei einem westdeutschen Regionalliga-Absteiger erhöht sich die Zahl in der NRW-Liga auf vier.
3. Fall: Bei zwei westdeutschen Regionalliga-Absteigern schmieren fünf Teamas aus der NRW-Liga ab.
4. Fall: Bei drei westdeutschen Regionalliga-Absteigern trifft es satte sechs Truppen.

"Darum haben wir lange gerungen", berichtet Hirche und schiebt nach: "Ich war zu Beginn zwar nicht dafür. Wenn wir plötzlich mehrere Teams zurückbekommen, könnten wir sie anders nicht auffangen. Die Vereine werden mit Sicherheit wieder Sturm laufen, aber so ist es nun einmal."

RevierSport-Umfrage: Sechs mögliche Absteiger sorgen für Ärger Das Revier tobt – "Werden verarscht"

Besonders die Abstiegsregelung sorgt bei den Vereinen für Ärger, denn als möglicherweise 14. den Gang in die Verbandsklasse antreten zu müssen, bringt die Verantwortlichen auf die Palme. RS fragte bei den Beteiligten nach:
Horst Darmstädter (Macher des VfB Hüls): "Mich wundert gar nichts mehr. Wenn ich 20 Jahre jünger wäre, würde ich alle westdeutsche Vereine zusammentrommeln und eine neue Liga gründen. Für eine Gastspielgenehmigung, die bislang 15 Euro gekostet, muss man jetzt 30 Euro zahlen. Das kann doch nicht sein, dass wir Amateure uns so einlullen lassen. Auch die hohe Zahl der Absteiger ist unmöglich,. Die machen alles nur für die Profis, an uns denkt niemand. Wir werden verarscht, wo wir selbst dabei sind."

Michael Benninghoff (Manager SV Schermbeck): "Das ist unglaublich. Aber damit beschäftigen wir uns nicht, denn wir wollen weiter oben mitspielen. Es bringt sowieso nichts, sich aufzuregen, weil es ja beschlossene Sache ist. Aber ausgerechnet in der Zeit, wo alle Vereine ihr Stadion aufrüsten, könnte es nur für ein Jahr sein. Aber gut, wir müssen uns der Geschichte stellen."
Christoph Schlebach (Trainer Westfalia Herne): "Das ist ein starkes Stück. Ich hoffe, dass wir uns damit nicht beschäftigen müssen, aber das ist eine sehr hohe Hausnummer. Dass nach dem ganzen Chaos in der letzten Saison jetzt auch noch sechs Teams absteigen können, darf nicht sein. Denn alle Vereine mussten enorme Anstrengungen unternehmen, sich für die NRW-Liga zu qualifizieren, und dann kommt der nächste Nackenschlag. Das ist ein Witz."
René Hecker (Trainer Hammer SpVg.): "Das ist eine sehr unglückliche Regelung, denn im schlimmsten Fall trifft es fast ein Drittel aller Mannschaften. Bei uns geht jetzt zwar nicht die Angst um, aber man sollte immer im Hinterkopf haben, dass der viertletzte Platz möglicherweise nicht reicht."

Goran Vucic (Trainer Fortuna Düsseldorf II): "Im letzten Jahr sind von 18 Teams sieben abgestiegen, diesmal könnten es bei 19 sechs werden. Das ist schon ganz schön hart. Daran sieht man, dass die Saison nicht einfach wird. Aber wenn wir Glück haben, kommen nur drei Truppen von oben. Darauf sollte man hoffen."

Klaus Berge (Trainer ETB): "Natürlich bin ich optimistisch, was uns betrifft, dass wir mit diesem Thema überhaupt nichts zu tun haben. Aber dem Fußball wurde mit den gesamten Umstrukturierungen nicht wirklich ein Gefallen getan. Wer will schon so ein riesiges Derby wie Bonn gegen Bielefeld II sehen. Wanne gegen Sodingen, das ist interessant. Es gibt doch an sich wieder ein Hauen und Stechen, von Planungssicherheit ist auch keine Spur am Ende da. Das ist schon albern."

Markus Feldhoff (Trainer Velbert): "Dazu mache ich mir eigentlich keine Gedanken. Wir haben mit dem Abstieg nichts zu tun, wir wollen Erster oder Zweiter werden. Letztendlich ist es doch so, wir können das sowieso nicht beeinflussen, das haben andere zu entscheiden. Aber es stimmt, von Sicherheit bei der weiteren Planung kann bei betroffenen Clubs nicht die Rede sein."

Autor: tr,og,gri

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