Das Spiel gegen den FC Porto ist für Daniel Marcio Fernandes etwas ganz Besonderes.

VfL: Keeper Fernandes feiert Wiedersehen gegen Porto

„Druck mache ich mir selbst“

20. Juli 2008, 16:35 Uhr

Das Spiel gegen den FC Porto ist für Daniel Marcio Fernandes etwas ganz Besonderes.

In der A-Jugend hatte er vom 17. bis 19. Lebensjahr in der Fußballakademie des FC gelebt und dort gekickt. Zusammen übrigens mit dem Bremer Hugo Almeida und Bruno Alves. Mit dem feiert er heute ein Wiedersehen. Natürlich lässt Marcel Koller seinen „Goalie“ heute über neunzig Minuten ran. Fernandes: „Erstmals im rewirpowerSTADION, dann noch gegen Porto, einen schöneren Einstand kann ich mir kaum wünschen.“[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/008/430-8748_preview.jpeg Selbstkritisch: VfL-Zugang Daniel Fernandes. (Foto: firo)[/imgbox]

Fernandes ist froh, dass der Transfer zum VfL mit einem Jahr Verspätung über die Bühne gegangen ist. Scheiterte sein Wechselwunsch vor 12 Monaten noch an der Ablösesumme, ließ sich der VfL in diesem Sommer den 1,95 Meter großen Schlussmann rund 1,1 Millionen Euro kosten. Der Hüne ist durch und durch Sportler und Torwart-Trainer Peter Greiber stellte erstaunt fest: „Er ist in einer tollen körperlichen Verfassung.
Fernandes ist ein echter Multi-Kulti-Torwart: Der Vater ist Portugiese, die Mutter ist Tschechin, geboren ist er in Portugal, aufgewachsen im kanadischen Edmonton und seine norwegische Freundin hat er auf dem Düsseldorfer Flughafen kennengelernt. Zwischendurch war er auch mal ein halbes Jahr bei Jahn Regensburg, kam dort aber nicht zum Einsatz.

Mit 16 Jahren ging die Nummer eins nach Europa und hat sich bis ins Profi-Tor durchgekämpft. Dabei hätte er auch in anderen Sportarten eine gute Figur gemacht. Er hat Basketball gespielt, ist Snowboard gefahren, hat an Cross-Rennen teilgenommen und auf dem Surfbrett gestanden. Aber irgendwann hat ihn der Schlamm, in den ein Torhüter sich manchmal werfen muss, magisch angezogen. Vielleicht wäre er auch bei den Edmonton Oilers, dem kanadischen Vorzeige-Eishockey-Club gelandet. „Aber die Ausrüstung war meinen Eltern einfach zu teuer.“

In Bochum bekommt er seine „Klamotten“ gestellt und ist rundum glücklich: „Alle sind hier total nett und ich lerne täglich dazu.“ Schnell hat er gemerkt, dass an der Castroper Straße alles ein wenig gründlicher zugeht als in den drei Jahren, in denen er bei PAOK Saloniki zum Stammkeeper avancierte. „Hier wird viel konzentrierter gearbeitet. Die Qualität ist eine andere und die Geschwindigkeit im Training ebenfalls.“

Fernandes ist unheimlich selbstkritisch. Wenn man ihm sagt, er würde dies übertreiben, dann erwidert er trotzig: „Wenn man sich nicht mit dem beschäftigt, was man falsch macht, dann macht man es nie richtig.“

Der Keeper weiß inzwischen, dass seine Vorgänger zuletzt bei den Fans einen schweren Stand hatten. Aber deshalb macht er sich keinen unnötigen Druck: „Darüber mache ich mir keine Gedanken. Druck brauche ich nicht von außen, den mache ich mir selbst.“ Während des Trainingslagers hat er auch abseits des Rasens fleißig gearbeitet – spricht schon ein wenig deutsch, kennt die Fachbegriffe wie „Leo“ so gut wie die Vornamen seiner Kollegen. Ob er denn auch den einen oder anderen nach einem Fehler auch einmal ordentlich durchschütteln wird, ließ er offen: „Wir werden sehen, ob das nötig ist.“ Und natürlich hofft Fernandes, dass heute gegen die alten Kumpels aus der A-Jugend die Null steht.

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