Der Mann hat einen ganz schönen Fahraufwand zu bewältigen: Kamil Bednarski kommt fast aus Schwerte.

ETB: Neuzugang Kamil Bednarski registriert Qualität

"Kleiner Haufen" nicht verbissen

Oliver Gerulat
19. Juli 2008, 08:39 Uhr

Der Mann hat einen ganz schönen Fahraufwand zu bewältigen: Kamil Bednarski kommt fast aus Schwerte. "Das sind knapp 55 Kilometer bis Essen", verrät sein Blick auf den Tachometer. Allerdings durch ein stauverseuchtes Gebiet.

Das bringt den neuen ETB-Akteur allerdings nicht aus der Fassung, auch wenn er am Dienstag deswegen ein paar Minuten zu spät zum Training kam. Coach Klaus Berge wird es locker verschmerzen. Vor allen Dingen dann, wenn er liest, dass ihn der Akteur lobt. "Das ist ein ganz starkes Training, alles sehr abwechslungsreich, man muss immer hellwach dabei sein."

Viele spielerische Momente, die von Akteuren geschätzt werden.
Den Kontakt zum Kicker suchte Berge bereits, als er versuchte, den KFC Uerdingen auf Vordermann zu bringen. "Nach dem er dann aber beim ETB landete, teilte er mit das auch sofort mit", erinnert sich Bednarski. Der 22-Jährige war anschließend nur kurz in der Warteschleife, dann stand der Entschluss beider Parteien fest, es miteinander zu versuchen. Der 1,89-Meter-Mann ist für das linke Mittelfeld vorgesehen. "Gut, dass ich den Schritt gemacht habe", legt sich der beim Club Karlsglück Dorstfeld groß gewordene Akteur fest. "Ich konnte jetzt schon feststellen, dass die Kameradschaft im Team auf jeden Fall gut ist." Das ist auch notwendig, schließlich verfügen die Essener Südstädter nicht unbedingt über einen großen Kader. Bednarski: "Wir sind eher ein kleiner Haufen."

Der sich deshalb aber keinesfalls in der NRW-Liga verstecken wird. "Ich überlege auch sehr intensiv, was wir als Ziel ausgeben sollen. Der Vorstand möchte natürlich, dass wir an der Spitze mitspielen. Es sagt aber niemand, dass wir aufsteigen müssen." Ein Regionalliga-Kelch, der in der letzten Spielzeit auf der Schlussetappe am ETB vorbei ging. Der Ex-Dortmunder legt sich fest: "Natürlich wäre es falsch, zu sagen, wir würden das Mittelfeld anpeilen." Weil man sich dann auch ganz schnell als mittelmäßig entpuppt. Bednarski: "Die ersten fünf sollten wir angehen, die Truppe hat in der vergangenen Saison einiges geleistet, die Neuzugänge haben Qualität."

Alles ein Muss, den man will in der neuen NRW-Klasse keine böse Überraschung erleben. "Ich halte die Liga für sehr gut und sehr ausgeglichen", erklärt der Auszubildende zum Bürokaufmann der Essener Firma Rhiva (Start im August). Sein richtiges Fazit: "Wir sollten insgesamt nicht zu verbissen auftreten."

Bednarski war zuletzt bei der TSG Sprockhövel aktiv, sein Geburtsland ist jedoch Polen, dort die Stadt Thorn (Torun) an der Weichsel. "Ich habe aber einen deutschen Pass, fühle mich auch deutsch." Mit vier Jahren wechselte er das Land, die polnische Sprache wird auch schwächer. "Das finde ich schon schade, ich bin aber davon überzeugt, wenn ich mal wieder zwei Wochen in Polen sein würde, käme das ganz schnell wieder." Auf dem Platz ist es egal.

Autor: Oliver Gerulat

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