Die Nachricht verbreitete sich schnell, genauso wie die Sorge der WSV-Fans:

WSV: Trennung von Hopp und Aust

Prozessbetrug bei Runge? - "Diese Aktionen kenne ich"

17. Juli 2008, 15:56 Uhr

Die Nachricht verbreitete sich schnell, genauso wie die Sorge der WSV-Fans:

Pünktlich vor dem Anpfiff des Test-Highlights gegen Schalke 04 wurde bekannt, dass sich Wuppertals Präsident Friedhelm Runge wegen neunfachen Prozessbetruges ab November vor dem Amtsgericht Düsseldorf verantworten muss. Dabei geht es um einen Streit um Patente mit einem früheren Geschäftspartner, der seit Jahren mit Runges Firma Emka im Clinch liegt.
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Doch Runge bleibt betont lässig, nicht nur aufgrund des 3:0 (1:0)-Erfolges gegen die "Königsblauen" vor 9.513 Zuschauern. "Diese Aktionen kenne ich seit 20 Jahren. Sobald mit dem WSV ein großes Ereignis ansteht, kolportiert die Gegenseite irgendwelche Geschichten. Der Termin steht seit sechs Wochen fest, aber erst jetzt wird das Ganze an die Öffentlichkeit getragen", erzürnt sich der Funktionär, der sich absolut im Recht fühlt. Und falls es das Gericht anders sehen sollte? "Die Emka-Gruppe macht über 200 Millionen Euro Umsatz im Jahr, selbst bei einer Prozess-Niederlage wäre angesichts der geforderten Beträge überhaupt nichts gefährdet", beruhigt Runge.
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Der hat seit dem deutlichen Erfolg gegen den S04 ohnehin ganz andere Sorgen: Der Reiterstall seiner Frau in Gelsenkirchen befindet sich in Sichtweite zur Arena. Wenn der WSV frei hat, zieht es Runge regelmäßig zu den Schalkern. "Ich gehe davon aus, dass die mich jetzt immer noch reinlassen", grinst der 69-Jährige.

Vor aufkommender Euphorie im Umfeld der Bergischen macht er sich nach den ansprechenden Vorbereitungs-Ergebnissen ebenfalls keine Sorgen: "Die Wuppertaler wissen das einzuschätzen, für uns zählt nur das Match in Emden." Bis dahin weilt Runge beruflich in Bosnien, um dann pünktlich in Ostfriesland einzutreffen. So dass er auch das letzte Test-Match am kommenden Samstag (15.30 Uhr) in Velbert verpassen wird.
Dieses könnte zur letzten Bewährungsprobe für Benjamin Venekamp werden. Der bisherige Wolfsburger konnte Runge nach seiner Einwechslung überzeugen: "Er ist ein guter Mann, das hat er gegen Schalke gezeigt. Jetzt muss sich die technische Leitung äußern, wie sie mit ihm plant."

Mit zwei anderen muss man hingegen nicht mehr planen. Der kaufmännische Leiter Tom Aust verlässt den Club nach nur einem halben Jahr zum 31. Juli. "Er hat sehr viele Qualitäten. Was wir aber im Moment brauchen, ist eine Führung mit kaufmännischem Spezialwissen", kommentiert Runge.
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Und auch Joachim Hopp, bis zu seiner Beurlaubung im Januar Co-Trainer, einigte sich mit Horst Runge auf eine Vertrags-Auflösung. "Ich habe in den vier Jahren beim WSV viele Freunde und Bekannte gefunden. Aber jetzt ist es gut, dass ich frei für neue Aufgaben bin", formuliert Hopp. Der traf am gestrigen Mittwoch direkt wieder auf den WSV II – mit seinem neuen Club Bonner SC, bei dem er gemeinsam mit Wolfgang Jerat an der Seitenlinie agieren wird.

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