Nagelproben stehen an! Jeweils für die SG Schönebeck und auch für den FCR 2001 Duisburg.

Schönebeck und Duisburg müssen sich beweisen

og
14. Oktober 2006, 14:04 Uhr

Nagelproben stehen an! Jeweils für die SG Schönebeck und auch für den FCR 2001 Duisburg.

Nagelproben stehen an! Jeweils für die SG Schönebeck und auch für den FCR 2001 Duisburg. Jeweils aus anderen Blickwinkeln. Während der überraschende - allerdings auch verdiente - Tabellenführer der Frauenbundesliga SGS am Sonntag ab 14 Uhr beim SC Bad Neuenahr antritt, somit beim erklärten "Angstgegner" aufläuft, geht es beim Reviernachbarn darum, die kürzliche 1:6-Abfertigung durch den großen Rivalen 1.FFC Frankfurt vor dem Sonntags-Auftritt bei Heike Rheine (11 h) psychologisch wegzustecken. "Wir wollen natürlich ein Match abliefern, das uns rehabilitiert", gibt Dietmar Herhaus vor, Coach des FCR, der nicht nur kurz nach dem Debakel, sondern auch unter der Woche mit öffentlicher Schelte seiner Truppe nicht rausrückte. Klar, Herhaus sah überhaupt nicht ein, Öl ins Feuer zu gießen. "Wir haben diese 90 Minuten besprochen, haben unsere Schlüsse gezogen."
Diese große Grübelei blieb Agolli vollkommen erspart, der sich letztendlich darum kümmern muss, seine Truppe in der Spur zu halten. "Wir fahren bestimmt nicht nach Neuenahr, um unsere super Ranglistenposition einfach aufzugeben, das kommt überhaupt nicht in Frage." Klar, Agolli, den mit Herhaus ein sehr kollegiales, offenes Verhältnis verbindet, braucht nicht viel zu sagen, seine Mädels gehen es an, am Sonntag auch wieder unter Führung von Steffi Schubert, die Spielführerin ist entsperrt und rückt zurück in die Viererkette, Gas zu geben. Abzuwarten ist, ob Steffi Weichelt grünes Licht gibt. "Sie wackelt, das warten wir bis zum Schluss ab", legt sich Agolli fest. Die ehemalige Frankfurterin lief unter der Woche immer noch mit einem dicken, schillernden Knöchel herum.

Das gilt nicht für Duisburgs Anne van Bonn, die allerdings ihre schlechte Laune über den letzten Auftritt zur Schau trägt, was nicht anzukreiden ist. "So was darf uns nicht wieder passieren, so ein Match wie gegen Frankfurt muss einfach die absolute Ausnahme sein, das haben wir uns schon kurz nach dem Schlusspfiff gesagt." Die Truppe muss aus dem Tal heraus geführt werden, alles mit Hand und Fuß, schon am Sonntag, wenn das Team kurz vor 14 Uhr aufläuft.

Wie gesagt, Agolli hat diese Gedanken nicht, er muss kaum noch die Richtung vorgeben, sondern nur die Tür der Kabine aufmachen und schon "tigern" seine Mädels auf den Platz, um die nächste Beute zu machen. "Da weicht keiner mehr ab", freut sich Agolli, "wir haben eine riesige Stimmung in der Truppe." Die Belohnung soll morgen wieder erfolgen sowie in Einzelfällen - davon hat Agolli sogar zwei im Köcher - auch durch Berufung in die Nationalmannschaft. Konkret: Melanie Hoffmann und Linda Bresonik, die beide das ehrgeizige Vorhaben verkünden, bei der Weltmeisterschaft in China 2007 dabei zu sein. "Nur Leistung zählt", legt sich Bresonik nüchtern fest, "der Rest sollte dann von alleine kommen." Für beide wäre es ein Comeback - klar ist: Das Match in der Kurstadt wird durch den Trainerstab der DFB-A-Auswahl beobachtet. Zu sehen wird vielleicht auch Brisanz sein, schließlich agierte Bresonik in der letzten Spielzeit noch für Neuenahr, man trennte sich mit knurrigen Blicken. SCB-Coach Didi Schacht heizte die Atmophäre jetzt vorab mit gezielter Süffisanz an. Agolli: "Wir bleiben unbeeindruckt."

Diese Art der Stimmung gilt wohl nicht für das Duisburger Duell in Rheine, Herhaus wird auch andere Akzente setzen. "Wir wollen uns und allen Betrachtern beweisen, dass dieses letzte Resultat einfach nicht dem Leistungsvermögen entspricht, das mein Team abrufen kann." Wird es auch nicht, sonst hätten die Verantwortlichen mit der vorsaisonalen Aussage, Titel zu holen, auch ziemlich daneben gelegen. Herhaus: "Unsere Ziele bleiben identisch."og

Autor: og

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