Von Experten wurde schon vor Saisonbeginn die Bezirksligatauglichkeit von Hertha Hamborn angezweifelt. Bisher  behielten Sie Recht. Aktuell steht die Elf aus dem Duisburger Norden mit zwei Remis noch sieglos auf dem letzten Tabellenplatz der Bezirksliga 8 Niederrhein. Das letzte Erfolgserlebnis holte sich die Elf am vergangenen Wochenende, als man BSV Oberhausen auf heimischer Platzanlage im Iltispark ein 2:2 abtrotzte. Revierkick.de sprach mit Trainer Mike Snowley über die Gesamtsituation, das Niveau von Mannschaft und Liga sowie die Kunst der Motivation.

Im Interview: Mike Snowley (Trainer Hertha Hamborn)

"Wir wären mit dieser Mannschaft wohl besser in der Kreisliga A aufgehoben"

Heiko Gaeb
28. Oktober 2006, 12:28 Uhr

Von Experten wurde schon vor Saisonbeginn die Bezirksligatauglichkeit von Hertha Hamborn angezweifelt. Bisher behielten Sie Recht. Aktuell steht die Elf aus dem Duisburger Norden mit zwei Remis noch sieglos auf dem letzten Tabellenplatz der Bezirksliga 8 Niederrhein. Das letzte Erfolgserlebnis holte sich die Elf am vergangenen Wochenende, als man BSV Oberhausen auf heimischer Platzanlage im Iltispark ein 2:2 abtrotzte. Revierkick.de sprach mit Trainer Mike Snowley über die Gesamtsituation, das Niveau von Mannschaft und Liga sowie die Kunst der Motivation.

revierkick.de:Stehen sie aktuell da, wo sie sich vor der Saison gesehen haben?

Mike Snowley: Es ist sicher nicht verwunderlich, dass wir dort stehen, aber die Saison ist ja noch lang. Wir wussten von Beginn an, dass es eine sehr schwere Spielzeit werden würde. Wir mußten schon viel Lehrgeld zahlen, haben aber auch schon viel gelernt.

revierkick.de:Also möchten Sie ihren Kickern im Gegensatz zu einigen Leuten nicht die Bezirksligatauglichkeit absprechen?

Snowley: Wir wären mit dieser Mannschaft wohl besser in der Kreisliga A aufgehoben, aber ich sehe bei vielen Spielern noch sehr viel Potenzial. Da ist definitiv noch eine Steigerung möglich. Inzwischen haben wir uns an das Tempo gewöhnt. Wir können noch was schaffen. Meine Jungs lernen schnell dazu. Ich will aber nicht abstreiten, dass die Bezirksliga für meine hauptsächlich jungen Spieler wohl ein Jahr zu früh kommt.

revierkick.de: Wie beurteilen Sie das Niveau insgesamt in der Spielklasse?

Snowley: Das Tempo ist schon deutlich höher als in der Kreisliga C. Das ist Fakt. Aber ich denke, dass das Niveau vor fünf Jahren noch deutlich höher war. Ich war damals regelmäßig Spiele in der Bezirksliga gucken und kann es somit beurteilen. Das kann aber nur von Vorteil für uns sein.[infobox-right]Für den gebürtigen Engländer und bekennenden Leicester City-Fan Mike Snowley ist die Bezirksliga absolutes Neuland als Coach. Bis zur letzten Saison leitete der seit 1978 in Deutschland lebende Dolmetscher noch das Training für die dritte Mannschaft der Hertha und schaffte mit ihr den Aufstieg in die Kreisliga B. Dann wurde die erste Mannschaft aus finanziellen Gründen vom Spielbetrieb abgemeldet. Mike Snowley erhielt die Aufgabe, eine bezirksligataugliche Mannschaft aufzubauen. Aktuell stehen drei bezirksligaerfahrene Akteure im Kader. Hinzu kommt noch der landesligaerfahrene Stürmer Nusret Sahin, der aber aus beruflichen Gründen nur an den Spieltagen zur Verfügung steht. Ansonsten besteht die Truppe aus ehemaligen Kickern der zweiten und dritten Mannschaft sowie ehemaligen Jugendspielern.[/infobox]

revierkick.de: Fällt es schwer Ihre Spieler bei der Tabellensituation zu motivieren?

Snowley: Nein, absolut nicht. Alle Kicker, die jetzt an Bord sind, hängen sich voll rein. Wir haben auch absolut keine schlechte Stimmung im Team. Das Problem ist leider die Trainingsbeteiligung. Die ist nicht sehr hoch. Das liegt aber nicht an magelnder Lust, sondern an der Berufstätigkeit vieler Spieler, die im Schichtdienst tätig sind. So können wir viele Sachen nicht so machen, wie ich es gerne hätte.

revierkick.de: Worauf achten Sie besonders beim Training?

Snowley: Die Abwehrarbeit ist sehr wichtig. Wir haben in zehn Spielen 42 Gegentreffer hinnehmen müssen. Das ist leider die mit Abstand schlechteste Defensive der Liga und spricht nicht für uns. Wir arbeiten schon die ganze Zeit sehr auf eine Stabilisierung der Abwehr hin, aber bisher hat meine Mühe noch nicht so gefruchtet. Wir können uns aber unter Umständen bald über die Rückkehr von unserem verdienten Libero Michael Elsbosch freuen. Zu Saisonbeginn musste er wegen privatem Stress erst einmal aufhören, doch jetzt scheint wieder Zeit und Interesse zu bestehen. Er wäre sicher eine wichtige Stütze hinten drin.

revierkick.de: Am Sonntag treten Sie beim Zehnten Mülheimer SV an. Beflügelt Sie das Erfolgserlebnis vom letzten Spieltag?

Snowley: Das Remis am letzten Sonntag war sicher ein toller Erfolg für uns. Und das war nicht mal unverdient. Ich hoffe, dass wir uns auch an diesem Spieltag würdig präsentieren werden und eventuell Punkte sammeln. Die brauchen wir dringend, um unser Saisonziel, den Klassenerhalt, zu schaffen.

revierkick.de: Gibt es personelle Veränderungen?

Snowley: Nein. Ich werde nicht viel ändern. Ich bin in der glücklichen Situation alle Mann an Bord zu haben. Außerdem kehrt Benjamin Czempik nach abgesessener Rotsperre in den Kader zurück.

revierkick.de: Wie ist die taktische Marschroute für die Partie?

Snowley: Wir werden uns sicher nicht hinten reinstellen, denn das liegt uns nicht. Wir werden dagegenhalten und alles geben.

Autor: Heiko Gaeb

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