Wir erinnern uns – vor gar nicht allzu langer Zeit stand es um das Duisburger Eishockey nicht eben zum Besten. Nicht nur, dass das notorische Schlusslicht sportlich einfach kein Land sah, zudem hatte „Big Boss“ Ralf Pape offenbar generell keine Lust mehr auf den Eishockey-Standort Duisburg, der Spediteur erwägte einen Umzug nach Stuttgart.

Füchse Duisburg: Pape „übernimmt“ Herner EV

Langfristige Planung im Ruhrgebiet

Aaron Knopp
12. Juli 2008, 17:30 Uhr

Wir erinnern uns – vor gar nicht allzu langer Zeit stand es um das Duisburger Eishockey nicht eben zum Besten. Nicht nur, dass das notorische Schlusslicht sportlich einfach kein Land sah, zudem hatte „Big Boss“ Ralf Pape offenbar generell keine Lust mehr auf den Eishockey-Standort Duisburg, der Spediteur erwägte einen Umzug nach Stuttgart.

Heute will davon keiner mehr etwas wissen – ganz im Gegenteil: Der Mäzen scheint sich langfristig im Ruhrgebiet aufstellen zu wollen, wichtigster Partner dabei soll der Herner EV werden. Daher gaben die Füchse nun bekannt, dass der Oberliga-Aufsteiger im Rahmen der geplanten Kooperation mit dem DEL-Club quasi als Farm-Team fungieren sollen. Aber nicht nur die Füchse wollen vom günstigen Standort der benachbarten Crusaders profitieren.

Auch die übrigen West-Vereine der deutschen Elite-Liga, insbesondere die Kölner Haie, werden verstärkt Spieler im Rahmen von Förderlizenzen beim HEV Spielpraxis ermöglichen. Und da sich der Füchse-Chef offenbar nicht mit halben Sachen zufrieden geben will, steigt die Pape Holding zudem als Mehrheitsgesellschafter beim Herner EV 07 ein.

„Es gibt fünf DEL-Vereine aus Nordrhein-Westfalen, aber – vor der Lizenzierung der Herner und nach dem Rückzug der Moskitos Essen – keinen Zweit- oder Oberligisten im Westen. Das ist aber wichtig, wenn wir Spieler aus- und weiterbilden wollen”, erklärt der Unternehmer. Stichwort Lizenz: Der HEV erhielt zwar am vergangenen Donnerstag die Oberliga-Zulassung. Ohne das Engagement des DEL-Clubs wäre das aber vermutlich nicht möglich gewesen. „Ohne die Füchse Duisburg hätten wir den Aufstieg nicht wahrnehmen können”, gesteht Hernes Vereinschef Matthias Roos.

Wenn es nach den Plänen der Füchse geht, soll am Gysenberg in der dritthöchsten deutschen Spielklasse jedoch noch nicht Schluss sein. Das mittelfristige Ziel der Zusammenarbeit ist der Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Damit auch die Herner Infrastruktur entsprechend aufgepeppt wird, werden die Füchse gemeinsam mit dem Duisburger Betreiber der Eissporthalle, Jürgen Schmitz, auch die Herner Eissporthalle übernehmen. Schmitz, der weiterhin die Scania Arena betreibt, wird neben Ulf Manthei zudem zweiter Geschäftsführer beim DEL-Club.

Um die Eissporthalle in Herne wird sich vornehmlich Sohn David kümmern, wobei ihn offenbar jede Menge Arbeit erwartet: „Meine schlimmsten Erwartungen sind noch bei weitem übertroffen worden”, berichtet Schmitz senior. „Wir werden die Herner Halle nun erst einmal oberligatauglich machen”, kündigt Pape an. Die Finanzierung des Spielbetriebs soll vornehmlich über die vielen Zuschauer und Sponsoren in Herne sowie Geldgeber in Kanada erfolgen, die Manager Shannon McNevan bereits im Vorjahr akquiriert hat.

Dass angesichts der Investitionen in den Standort Herne irgendwann ein Tausch der Lizenzen zwischen DEL- und Oberliga-Team denkbar sei, weist der Gesellschafter allerdings zurück: „Die Stuttgarter Überlegungen waren etwas ganz anderes. Wer mich kennt, weiß, dass ein Standortwechsel nicht passieren wird. Wir haben nun eine gute Basis für die Zukunft geschaffen, die ohne die Mithilfe aller Beteiligten nicht möglich gewesen wäre.“

Autor: Aaron Knopp

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